Tatort mit Til Schweiger

Nicht die Elbphilharmonie!

Nun ist sie endlich überstanden, die Ausstrahlung des ersten Hamburg-Tatorts mit Til "Hasenohr" Schweiger. Worauf Dank Schweigers polarisierender Art wochenlang hingebangt wurde, ist nun über die Bühne und wie nach einem überstandenen Hör-Test denkt man sich "war doch gar nicht so schlimm". Sagen die Einen. Ein nicht ganz ausgewogenes Stimmungsbild aus der hamburg.de-Redaktion.

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Wenn man "Willkommen in Hamburg" nicht als Krimi, sondern als überzogene, tragikomische Action-Ballerei wahrnimmt, kann man sogar die Tatsache verschmerzen, dass nicht nur Schweiger, sondern auch der restliche Cast so klang, als hätte es am Set in den Drehpausen wieder nur Erdnussbutter-Sandwiches gegeben. Schuldbewusst selbstironischer Kniff im Drehbuch zum Thema war das Geständnis Tschillers beim Wiederholen seines Namens: "T'schuldigung, ch nuschl'n bisschn." Aber genug der Laien-Logopädie. Da es schwerfällt eine eindeutige Aussage zum ersten Hamburger Tatort mit Traumquoten seit Brauer und Krug zu treffen, hier die polemischsten Kommentare aus der Redaktionskonferenz:

- "Klar, flüchtige, minderjährige Prostituierte schlägt Beamtin mit einer Pfanne nieder, schneidet sich diesen Tierarzt-Chip aus dem Fleisch und hat anschließend nichts besseres zu tun, als halb verblutet in die Elbphilharmonie zu rennen."

- "Frankfurter Testosteron-Cop gegen Hamburger Migrationshintergründler: Der Eine kapiert die Schiller-Anspielung nicht, der Andere kommt altklug mit "Brenner - wie der Pass?" an."

- "Wie gut, dass ein vorausschauendes Kerlchen auf der Veddel so hilfsbereit war den Kran mit dem Drahtseil direkt vor dem Fenster zu parken, aus dem der SEK-Rambo springen möchte."

- "GPS-Tracking und High-Speed-Datenverbindung mit Überwachungssystemen vom Krankenhaus aus? Sehr gerne."

- "Penisneid im Tatort: Danke Til Schweiger und Wotan Wilke Möhring!"

- "Da wartet die angeblich so überarbeitete, knallharte Staatsanwältin zwei Stunden auf den dekorativ blessierten Ermittler, tut erstmal so als wäre sie stinkwütend, überlegt es sich dann angesichts der wohl platzierten Rasier-Schnitte in der Visage des harten Kerls vor ihr doch anders und knickt einen Tag später im menschenleeren Hotel-Restaurant endgültig ein, nachdem der rüde Ermittler den ungelenken Ober wortgewaltig verbellt hat."

- "Der korrupte Bulle war Gottseidank am Hulk-Hogan-Bart eindeutig zu identifizieren."

Diskussion auf "Hamburg - Meine Stadt"-Facebook-Page

Schon vor der Ausstrahlung des Tatort lieferten sich Fans und Kritiker von Til Schweiger einen hitzigen Schlagabtausch:

Leni Vanderzokie: Jaaaa Til Schweiger du bist der Burner , freue mich schon total auf Tatort :))))

Skeptisch hingegen Nutzer Thomas Ivers, der Schweiger prophezeit:  wird ein Flop und hat mit Tatort nichts mehr zu tun. 

Kurz nach dem Tatort schlugen die Wogen erneut hoch. Hier nur ein kurzer Blick auf die aktuellsten Stimmen:
Christine Liebers War Kritikerin - Bin nun Fan

Marleen Schenk Belanglose Story, noch belanglosere Figuren - nur der Kollege im Krankenbett hat mir gefallen. Schade Hamburg, ich gehe auch weiterhin mit den Münsteranern fremd.  

Karina Koß es war richtig gut

Jueng Ling Hmmm. Der nächste Einzelgänger in der Hansestadt. Ich mochte Cenk Batu lieber. Mal sehen was Tschiller noch so drauf hat und wann er unsere Stadt im Kugelhagel in Schutt gelegt hat. In 2 oder 3 Folgen?



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Der neue Tatort: „Willkommen in Hamburg“

Für alle, die den Tatort nicht sehen konnten, hier die Story des ersten Schweiger-Tatortes: Til Schweiger schlüpft in die Rolle des Nick Tschiller: Ein geschiedener Polizist, der aus Liebe zu seiner 15-jährigen Tochter Lenny (Luna Schweiger) von Frankfurt nach Hamburg zieht. Als ehemaliger Angestellter des Frankfurter Spezialeinsatzkommandos (SEK) ist er zunächst nur der Neue beim Hamburger Landeskriminalamt (LKA), wo er zuständig ist für organisiertes Verbrechen und Rauschgift.

Gleich am ersten Tag kommt es knallhart für die beiden Kommissare: Per Zufall stoßen sie auf ein Geheimversteck, in dem sich minderjährige Prostituierte befinden. Als es zu einer brutalen Schießerei kommt, in der nicht nur Yalcin Gümer schwer verletzt wird, entpuppt sich der erste Tag für den Neuankömmling als Katastrophe. Er gerät ins Visier der eigenen Reihen und muss erfahren, dass sein ehemaliger Partner die Seiten gewechselt hat und nun sein Gegner geworden ist. Natürlich klärt Tschiller am Ende den Fall und befreit alle Zwangsprostituierten. 

Ein Kinostar in der Rolle des Tatort-Kommissars

Im Jahre 1994 hatte Til Schweiger mit dem Film „Der bewegte Mann“ seinen Durchbruch als Kinoschauspieler. Auch in den USA hat er bereits in einigen namhaften Produktionen mitgespielt, unter anderem 2008 in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“.

In Deutschland steht sein Name in jüngster Zeit vor allem für die Filme „Kokowääh“ 1 und 2, in dem auch seine Töchter mitwirkten. Für den NDR und den Tatort stellt sich die Zusammenarbeit mit einem Kinostar wie Til Schweiger als „hocherfreulich“ dar.

Mit mehr Action in Richtung amerikanischer Film

Der neue Tatort geht betont in eine eher action-geladene Richtung – ein Projekt, das laut dem NDR auch ein gewisses Risiko mit sich bringt. Der Tatort ist ein alteingesessenes deutsches Traditionsprogramm, welches am Sonntagabend bei keinem Krimi-Fan fehlen darf.

Das neue Format mit Til Schweiger orientiert sich bewusst am amerikanischen Genre-Film mit jeder Menge Action-Szenen und zahlreichen Schusswechseln. Dieses neue Gesicht des Hamburger Tatorts wird sich am kommenden Sonntag den gespannten Zuschauern präsentieren.