Stromverbrauch Weg mit Energiefressern im Haushalt!

Sie wollen den Stromverbrauch reduzieren? Ob Kühlschrank, Herd oder Wäschetrockner: Mit energieeffizienten Hausgeräten senken Sie spürbar Ihre Betriebskosten und entlasten die Umwelt. Tipps zum Neukauf von Sparkünstlern.

Stromverbrauch und Möglichkeiten zum Sparen

Rund die Hälfte des Stromverbrauchs deutscher Haushalte geht auf das Konto von großen Haushaltsgeräten. Kühlschrank und Wäschetrockner sind besonders starke Stromfresser. Man kann natürlich durch das eigene Verhalten dazu beitragen, dass die vorhandenen Geräte weniger Energie verbrauchen. Es bringt aber vor allem etwas, ein energieeffizientes Neugerät zu kaufen. Ein solches Modell spart im Laufe der Jahre wesentlich mehr an Stromkosten als es bei der Anschaffung kostet, wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) in seiner Broschüre "Besonders sparsame Haushaltsgeräte" erklärt.

Das europäische Energielabel informiert Verbraucher beim Einkauf über den Energieverbrauch von Elektrogeräten. Lassen Sie sich dabei nicht irritieren: Die EU hat im September 2017 beschlossen, Zwischenstufen wie A+++ und A++ wieder abzuschaffen. Frühestens ab 2019 steht bei der Kennzeichnung von Energieeffizienz wieder "A" für die sparsamsten und "G" für die schlechtesten Geräte. Bei der Wahl sollte aus Gründen des Umweltschutzes zudem darauf geachtet werden, dass die Baustoffe des Produkts wieder verwertbar sind. Dafür ist der Blaue Engel des Umweltbundesamtes ein Kennzeichen.

Kühlschrank

Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen etwa ein Fünftel des Stromes in einem Haushalt. Ihr uralter Kühlschrank funktioniert noch? Es lohnt sich trotzdem, seinen Stromverbrauch zu prüfen und mit dem von Neugeräten zu vergleichen. Dabei hat man die Qual der Wahl: In Deutschland wurden im Herbst 2016 im Handel rund 2.300 verschiedene Kühl- und Gefriergeräte angeboten, wie der vzbv erklärt.

Grundsätzlich dürfen nur Neugeräte der Kategorie A+++, A++ und A+ in den Handel kommen. Geräte mit dem Energielabel A+++ und A++ sind zwar vergleichsweise teuer, dafür aber besonders energieeffizient und umweltschonend: Die Verbraucherschützer haben ermittelt, dass ein aktuelles A+++-Gerät nur rund 65 Kilowattstunden (kWh) jährlich verbraucht, ein alter Kühlschrank rund 250 kWh pro Jahr. Man spart also fast 50 Euro. Bei einer Produkt-Lebensdauer von 15 Jahren summiert sich das auf mehr als 700 Euro. Solche Geräte bietet der Handel bereits für rund 400 Euro an, so dass sich die Anschaffung rentiert.

Zudem hilft eine bestimmte Ausstattung beim Stromsparen: Wer zum Beispiel bereits eine Gefriertruhe oder einen Gefrierschrank hat, sollte beim Kühlschrank auf ein Sterne-Fach möglichst verzichten. Diese Geräte verbrauchen etwa ein Drittel weniger Strom als ein vergleichbares Gerät mit Gefrierfach.

Achten Sie beim Kauf auch auf die passende Größe: In vielen Haushalten verbrauchen zu große Kühlschränke unnötig Strom. Für Single- oder Zwei-Personen-Haushalte reichen laut Verbraucherzentrale 100 bis 140 Liter Nutzinhalt. Dadurch lassen sich zum Beispiel bei einem Zwei-Personen-Haushalt jährlich rund 135 kWh sparen. Für jede weitere Person rechnet man etwa 50 Liter zusätzlich. Bei Gefriergeräten gibt die Stiftung Warentest als Richtgröße für das Gefriervolumen 50 bis 80 Liter pro Person bei geringer und 100 bis 130 Liter bei intensiver Vorratshaltung an.

Sinnvolle Sonderfunktionen eines energieeffizienten Kühlschranks sind eine außen ablesbare, gradgenaue Temperaturskala und ein Warnsignal bei zu hohen Temperaturen oder geöffneter Tür.

Ein Tipp, wenn Sie einen neuen Kühlschrank nicht zahlen können:
Die Behörde für Umwelt und Energie in Hamburg unterstützt Haushalte, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen, beim Austausch eines alten Kühlschranks gegen ein A++-Gerät mit 100 Euro.

Geschirrspüler

Rund drei Viertel der Haushalte in Deutschland besitzen nach Angaben des ZVEI- Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie eine Spülmaschine. Durchschnittlich sieben Prozent des Stromverbrauchs entfallen auf ein solches Gerät. Wer ein zehn Jahre altes Modell gegen ein effizientes Neugerät tauscht, kann 30 Prozent bei seinem jährlichen Stromverbrauch sparen.

Achten Sie beim Neukauf eines Geschirrspülers auf das Energielabel. Die Stromsparinitiative weist darauf hin, dass Geräte der Energieeffizienzklasse A+ bei Geschirrspülern für mehr als zehn Maßgedecke schon die Schlechtesten sind, die noch in den Handel gelangen dürfen. Die beste Wahl sind demnach Geräte der Energieeffizienzklasse A+++: Diese sparen allein gegenüber A+-Geräten jährlich mindestens 15 Euro Strom- und Wasserkosten.

Spüler im Standardformat arbeiten bei voller Beladung wirtschaftlicher als die schmale Version. 

Herd 

Rund zehn Prozent des Energieverbrauches eines privaten Haushalts entfallen auf das Kochen und Backen. Herde und Backöfen, die ab Januar 2015 neu in den Handel gekommen sind, müssen das Energielabel mit den Energieeffizienzklassen A+++ bis D tragen. Geräte, die zum Stichpunkt bereits im Handel waren und ein Label von A bis G tragen, müssen nicht umetikettiert werden und dürfen weiter verkauft werden.

Der Elektroherd mit gusseisernen Platten ist immer noch weit verbreitet, jedoch laut Deutsche Energie-Agentur (dena) ineffizient. Beim Neukauf rät die Agentur zu einem Herd mit Induktionskochstellen: Diese verbrauchen demnach im Vergleich zu gusseisernen Herdplatten etwa ein Drittel weniger Strom. 

Empfehlenswert sind nach Angaben von EcoTopTen, einer Internetplattform des Öko-Instituts Freiburg, grundsätzlich alle Gasherde und Gasbacköfen. Bei der Wahl von Herd und Ofen sollten die Gesamtkosten bedacht werden: Neben dem Kaufpreis gehören dazu auch die Kosten für den Energieverbrauch, die den Anschaffungspreis auf die Dauer oft sehr deutlich übersteigen. Durch Uhren und andere Anzeigen sind Leerlaufverluste möglich. Wichtig ist zudem die Frage, wie das Gerät üblicherweise verwendet wird: Das Erhitzen von Wasser verbraucht zum Beispiel deutlich mehr Energie als das Aufwärmen von Speisen, wie Vergleiche des Öko-Institutes zeigen.

Waschmaschine

Ein Drei-Personen-Haushalt verbraucht im Durchschnitt mehr als fünf Prozent seines Stroms für die Waschmaschine, wie die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online erklärt.

Bei einem Neukauf sollte man beachten: Nur Waschmaschinen der drei besten Energieeffizienzklassen A+, A++ und A+++ dürfen noch in den Handel. Mit einem Gerät der Effizienzklasse A+++ und sieben Kilogramm Fassungsvermögen lässt sich gegenüber einem vergleichbarem A+-Gerät jährlich 27 Euro Stromkosten sparen. Das hat die Stromsparinitiative errechnet. Bei einer Produkt-Lebensdauer von 15 Jahren bedeutet dies also 315 Euro Ersparnis!

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich der Stromverbrauch innerhalb der Klassen stark unterscheiden kann. So können sehr gute A+++-Geräte rund 30 Prozent effizienter sein als andere Geräte dieser Klasse.

Wäschetrockner

Jeder zweite deutsche Haushalt verfügt über einen Wäschetrockner. Um Wäsche elektrisch zu trocknen, wird mindestens drei- bis viermal so viel Strom benötigt wie beim Waschen der gleichen Menge in der Waschmaschine. Daher sind Wäschetrockner die Haushaltsgeräte mit dem größten Einsparpotenzial.

Die beste Energie-Effizienzklasse bei Wäschetrocknern ist seit Anfang 2013 das A+++. Die Stromsparinitiative hat ermittelt: Die sparsamsten Trockner mit sieben Kilogramm Fassungsvermögen und der Effizienzklasse A+++ verbrauchen durchschnittlich 180 kWh Strom, was im Jahr 52 Euro an Stromkosten bedeutet. Geräte der Klasse C verbrauchen mit 482 kWh deutlich mehr – und verursachen so rund 138 Euro Stromkosten jährlich.

Für Haushalte mit ein bis zwei Personen reicht ein Trockner mit einem Fassungsvolumen bis sechs Kilogramm Feuchtwäsche. Nach der Devise: Kleiner Haushalt, kleine Trommel.

Rat und Hilfe

Persönliche Beratung:
Fragen zu energieeffizienten Haushaltsgeräten und zum Stromsparen im Haushalt beantworten Berater der Verbraucherzentrale Hamburg unter der kostenlosen Energie- und Klimahotline (Telefon 040/24832-250) oder unter der E-Mail klima@vzhh.de. Die Hotline wird zu 100 Prozent von der Behörde für Umwelt und Energie aus Klimaschutzmitteln gefördert.

Ein Tipp, wenn Sie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld in Hamburg beziehen: Energiesparhelfer des Caritas-Verbandes kommen auf Wunsch zu Ihnen nach Hause und helfen mit einem kostenlosen Stromspar-Check dabei, Ihre Kosten zu senken und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Die Behörde für Umwelt und Energie fördert und koordiniert die Beratung im Rahmen des bundesweiten Projektes Stromspar-Check. Sie kooperiert dabei mit dem Caritasverband Hamburg.

Messgerät:
Haushaltsgeräte ziehen im täglichen Gebrauch laut Studien oft mehr Strom, als die Hersteller angeben. Sie können mit Hilfe eines Strommessgeräts, das relativ kostengünstig im Handel erhältlich ist, den Verbrauch Ihrer Produkte selbst bestimmen. Die Verbraucherzentrale Hamburg verleiht auch Strommessgeräte.

Online-Plattform:
Das Öko-Institut in Freiburg betreibt die Verbraucherplattform EcoTopTen Produktlisten bewerten gängige Haushaltsgeräte auf dem Markt in Sachen Energieeffizienz und sagen, welche Modelle langfristig den Geldbeutel schonen. Die EcoTopTen-Produkte müssen nicht nur ökologische Mindestkriterien erfüllen, sondern teilweise auch Preisobergrenzen einhalten. Sofern vorhanden, wird bei der Bewertung auf Testurteile der Stiftung Warentest zurückgegriffen.

App:
Mit der kostenlosen Verbraucher-App Ecogator der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online lassen sich zu Hause oder direkt im Fachmarkt sparsame Haushaltsgeräte ermitteln. Die App berechnet die Stromkosten und informiert über das Energielabel des Geräts. Aktualisierte Listen zeigen die derzeit energieeffizientesten Geräte am Markt.