Senatskanzlei

Daten und Fakten Shanghai - Das Tor zur Welt

Shanghai ist eine facettenreiche Millionenstadt, die sich seit ihrer Gründung vom Fischerdorf zur boomenden Weltmetropole gewandelt hat. Shanghai - oft als das "andere China" bezeichnet - ist eine Stadt, die dem übrigen China in seiner Entwicklung immer ein paar Schritte vorauseilt und als Modernisierungsmotor für das ganze Land gilt.

Städtepartnerschaft Shanghai - Daten und Fakten zur boomenden Weltmetropole in China

Shanghai – kurz "Hu" – befindet sich in der Mitte der östlichen Küstenlinie Chinas an der Mündung des Jangtse-Flusses in das Ostchinesische Meer. Seine frühe Bedeutung als Handelsplatz verdankt Shanghai neben seiner Lage inmitten einer der fruchtbarsten und am dichtesten besiedelten Gebiete Chinas seiner Anbindung an ein ausgedehntes Binnenwassernetzwerk. Die Stadt ist heute mit über 23 Millionen Einwohnern Chinas zweitgrößte Stadt. Die Bevölkerungsdichte beträgt 3.630 Einwohner pro Quadratkilometer.

Geburtsstätte des modernen Chinas

Shanghai gilt als Geburtsstätte des modernen Chinas, das sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dem Westen zu öffnen begann. Nach dem ersten Opiumkrieg 1840 eröffneten die Briten im einstigen Fischerdorf Shanghai ihre erste Konzession und schufen so die Grundlage für den Shanghaier Außenhandel, da Ausländer erstmals vertraglich das Recht zugesichert bekamen, sich in Shanghai niederzulassen und direkt mit Chinesen Handel zu treiben. Im Jahr 1895 kamen die Japaner und teilten die Stadt in verschiedene Zonen der ansässigen Nationen auf. So bestand Shanghai in der Folgezeit aus drei politischen Einheiten - der alten ummauerten Chinesenstadt im Süden, der Französischen Konzession und der Internationalen Niederlassung der Briten und Amerikaner.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich in Shanghai ein tiefgreifender Strukturwandel. Mit der Inbetriebnahme der ersten Baumwollfabriken begann die Entwicklung der Stadt von einer reinen Handelsstadt hin zum wichtigsten Industriezentrum Chinas.

Entwicklungen im 20. Jahrhundert

Die Industrialisierung Shanghais ließ neue gesellschaftliche Klassen erwachsen - eine junge, westlich gebildete Intelligenz, ein modernes Industrieproletariat und eine nationale Bourgeoisie, die politisch gegen die ausländischen Besatzer aufbegehrten. So wurde Shanghai Anfang des 20. Jahrhunderts zum Zentrum des neu erwachenden chinesischen Nationalismus. Mit der Gründung der Kommunistischen Partei, deren erster geheimer Kongress 1921 in Shanghai stattfand, begann eine neue Phase im antiimperialistischen Protest.

1927 wurde Shanghai der Status einer regierungsunmittelbaren Stadt verliehen und sie dadurch in den Rang einer Provinz gehoben. Shanghai erhielt so eine administrative Sonderstellung, die auch nach 1949 beibehalten wurde. 1943 endete die ein Jahrhundert währende Besatzungszeit, indem die ausländischen Mächte auf ihre Vertragsrechte verzichteten.

Die Volksbefreiungsarmee marschierte 1949 in Shanghai ein. Während der "Kulturrevolution" gehörte Shanghai zu den engsten Verbündeten des Vorsitzenden Mao, was ihr etliche wirtschaftliche Privilegien einbrachte, danach allerdings zum Verhängnis werden sollte. Auf die Blüte folgte eine Periode der "Missachtung" von Seiten der Zentralregierung mit enormen negativen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Erst in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre setzte ein Umdenken ein und Shanghai wurde aus seiner Isolation befreit. Mit einer von Peking unterstützen Regierung erholte sich Shanghai in den 1990er Jahren langsam, aber stetig. Die Pekinger Regierung stattete Shanghai mit Sonderrechten aus und rief spezielle Fördermaßnahmen ins Leben, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln - mit großem Erfolg.

Moderne Weltmetropole

Seitdem hat sich Shanghai in eine blühende Metropole verwandelt, die in China eine Sonderrolle einnimmt. Sie ist der Modernisierungsmotor, der für das ganze Land neue Standards setzt. Ein immenser Bauboom hat das Stadtbild in wenigen Jahren radikal verändert. Die Gründung der "Neuen Wirtschaftszone Pudong" markierte eine Trendwende, die den Ausbau wichtiger Wirtschaftssektoren wie Finanzen, Handel, Export und Hightech-Industrie ermöglichte. Wie jede andere Megacity steht Shanghai heute allerdings auch vor großen Herausforderungen im Hinblick auf nachhaltige Stadtentwicklung und Ressourcennutzung.

Bekannt ist Shanghai als internationales Hafen- und Handelszentrum und gilt als bedeutende Medien-, Kultur- und Wissenschaftsmetropole. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Schwerindustrie (Eisen, Stahl, Kohle, Zement), Textil- und Elektroindustrie sowie die agroindustrielle Produktion.

Publikationen zur Städtepartnerschaft mit Shanghai

Zwei Publikationen - "HamburgShanghai. Ein gemeinsames Buch zur Partnerschaft" und "Shanghai. Hamburgs Partnerstadt in China" - befassen sich speziell mit der Städtepartnerschaft Hamburg - Shanghai und geben gleichzeitig Hintergrundinformationen zur Stadt Shanghai.