Teilen, Tauschen, Leihen Die Sharing Economy ist mehr als ein Trend

Warum eine Bohrmaschine kaufen, wenn man sie nur für den Umzug benötigt? Oder ein eigenes Auto, wenn man sich eins leihen kann? Warum durch überfüllte Läden hasten, obwohl man im Internet schicke gebrauchte Klamotten bestellen kann? Oder auf dem Flohmarkt oder im Second Hand Laden gute, günstige Sachen findet? Die Sharing Economy hat sich längst als neuer Handelsweg etabliert. Die neue Tauschgesellschaft bietet die Möglichkeit zum intelligenten Konsum und führt zu einem Abbau der Wegwerfgesellschaft. Zusätzlich lässt sich mit dem Tauschen oder Second-Kauf sehr viel Geld sparen.

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Sharing Economy Hamburg: Teilen, Tauschen, Leihen

Hamburg ist mit Portalen wie 9flats, mytaxi, dem Leihportal lifethek eine der Gründerhochburgen im Bereich der Sharing Economy. Wer mitmachen will in der neuen, alten Welt des Tauschens, dem bietet die Stadt viele Möglichkeiten – von der Tauschkiste, dem Leihfahrrad bis zum Bücherbus und einem Versicherungsbonus. Fast jedes Produkt und jede Dienstleistung lässt sich heutzutage über deutschlandweite oder internationale Tauschringe erwerben. Überzeugen Sie sich!

Möbel

Die Stilbruch Läden in Altona und Wandsbek sind die ersten Adressen, um sich in Hamburg mit Retro-Möbeln auszustatten. Sofas, Lampen, Mahogonischränke und Omas Küchenbuffets! Wer Glück hat und öfters reinschaut, kann hier kultige Möbel-Schnäppchen finden. Antikschränke, Tische und Kommoden werden auch auf dem Schanzen-Flohmarkt verkauft.

Sachen

Bohrmaschine und Entsafter oder Bollerwagen stundenweise gesucht? Hier hilft das Mietportal LifeThek, das der Hamburger Dirk Feldmann gegründet hat. Die auf der Webseite ausgewählten Produkte werden direkt abgeholt oder geschickt. 
Über frents kann man sich in Nachbarschaft Dinge ausleihen, die man gerade benötigt. Wer was verleiht, ist auf der “Karte der nutzbaren Dinge einer Gesellschaft” zu sehen. Derjenige, der ausleiht, legt die Mietpreise fest. Ähnlich funktioniert der Allround-Flohmarkt Stuffle.

An Hamburgs Straßenecken und auf Plätzen stehen seit einigen Jahren so genannte Tauschboxen. In diese offenen Holzhütten von der Größe einer Dixi-Toilette legt man Bücher, Klamotten, Hausgegenstände etc., die man nicht mehr benötigt und findet vielleicht gleichzeitig eine Sache, die man gut gebrauchen kann. Tauschboxen befinden sich an der Chemnitzstraße, Ecke Virchowstraße und am Paulinenplatz, St. Pauli, auf dem Kemal-Altun-Platz, an der Langenfelder Straße und Arnkielstraße.

Die schönsten Tauschbörsen sind doch eigentlich die Flohmärkte. Davon gibt es in Hamburg so viele tolle, dass man jedes Wochenende über die Märkte ziehen könnte. Hier eine Auswahl an Flohmärkten: der Samstagsflohmarkt auf der Schanze, die Flohmärkte im Goldbekhaus, in der Fabrik, an der Bahrenfelder Trabrennbahn, an der Horner Rennbahn oder an der Turmstraße, auf dem Eppendorfer Landstraßenfest.

Wohnen

Sogar dem teuersten Hotelzimmer fehlt meist der Charme einer individuellen Unterkunft bei netten privaten Vermietern. Deshalb buchen viele eine Wohnung oder ein Zimmer über airbnb, dem weltweit aktiven Portal für private Unterkünfte‎. Mittlerweile hat das Unternehmen einen Sitz in Hamburg. Ähnlich funktionieren die Portale Wimdu und www.9flats.com. Der Hamburger Stephan Uhrenbacher hat 86.000 Unterkünfte bei seinem Portal www.9flats.com im Angebot. Die klassische Variante der Wohnportale ist www.mitwohnen.org/ auch geeignet für WG-Zimmer-Suche. Homecompany mit Sitz am Schulterblatt ist auf die Vermittlung von Privatunterkünften auf Zeit in Hamburg spezialisiert. 

Autoverleih

Fahrzeugbesitzer, die ihr Auto nicht ständig nutzen, können es über Carsharing-Communitys verleihen. Zum Beispiel über www.drivy.de/ oder über tamyca. Bei tamyca kann man sofort sehen, wer in der Nachbarschaft welches Auto vermietet. Ähnliche Leistungen bietet das Start-up Carzapp. Hier läuft das Vermieten inklusive das Öffnen des Wagens rein virtuell übers Smartphone. Für die Parkplatzsuche gibt es diese beiden hilfreichen Portale www.ampido.com/ und www.parkinglist.de/.

Fahrrad

Dass die Aktion StadtRAD so erfolgreich laufen würde, hätte niemand gedacht. Zehntausende Hamburger und Gäste schwingen sich auf die roten Räder, die hamburgweit an vielen Leihstationen zum Losradeln bereit stehen. Nach einer Anmeldung ist die Ausleihe unkompliziert und praktisch, weil man sein Rad an einem anderen Ort wieder abgeben kann. 

Mitfahrgelegenheit

Schon seit 1998 organisieren die Mitfahrzentralen www.mitfahrzentrale.de und www.mitfahrgelegenheit.de Fahrgemeinschaften. Das Teilen von Fahrplätzen ist eine der beliebtesten und ältesten Formen der Sharing Community. Sucht man sehr kurzfristig eine Mitfahrgelegenheit, kann man eher bei flinc fündig werden. Hier haben Fahrer noch während der Fahrt die Möglichkeit, weitere Mitfahrer aufzunehmen.

Transport

Raumobil ist eine Plattform für die kostenlose Vermittlung von freien Transport- und Raum-Kapazitäten. Über dieses Portal lassen sich Möbel, Koffer und andere Lasten von A nach B transportieren. Außerdem werden Mitfahrgelegenheiten, Zimmer und Lagerflächen vermittelt.

Kleidung

In Hamburg gibt es viele gut sortierte Second Hand Läden. Von der Luxusrobe bis hin zum Vintagestil kann man in den oft spezialisierten Second Hand Läden jede Art von Mode erwerben. Wer besonders auf den Preis achtet, dem sei der DRK-KiloLaden empfohlen. Beim Einkauf tut man gleichzeitig etwas für den guten Zweck, denn alle Gewinne fließen in soziale Einrichtungen.
Die beliebteste Klamottenbörse im Internet ist wohl der Kleiderkreisel, die Second Hand -Tauschbörse für Kleidung und Accessoires. Junge Mädchen kleiden sich gern bei Mädchenflohmarkt mit gebrauchten schicken Sachen ein. Und Kinderbekleidung und Umstandsmode ist bei Mamikreisel zu erhalten.

Bücher und Medien

Beim Busfahren tolle Bücher finden! Das geht in Hamburg. Gut 100 Busse düsen täglich mit einem Regal voller Bücher durch die Stadt. Während der Busfahrt kann man in den Taschenbüchern schmökern und das eine oder andere bei Gefallen mit nach Hause nehmen. Die Weitergabe von Büchern bei bookcrossers.de funktioniert etwas komplizierter. Hier legt man gelesene Bücher auf Park-Bänken, in der Bahn oder einem Café aus. Wer das Buch findet, trägt seine Daten auf der Internetseite ein. Der Sinn der Aktion? So kann man über das Online-Portal nachschauen, wo das Buch überall herumgekommen ist. Leseratten werden außerdem fündig bei leih-ein-buch Hier werden Bücher über 28 Tage gegen Porto und kleine Grundgebühr verliehen, während die Plattform hitflip den Tausch von Medien wie DVDs, CDs, und Spielen organisiert. 

Versicherung

Sogar die Kosten für Versicherungen lassen sich ganz legal teilen. Bei Friendsurance vernetzen sich Mitglieder mit vertrauenswürdigen Menschen aus dem Bekanntenkreis. Bei Bagatellschäden springen die Personen aus dem Netzwerk füreinander ein und zahlen einen festgelegten Beitrag. Diverse Versicherungen Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz und Handy kooperieren mit Friendsurance und senken ihre Prämien um 30 bis 70 Prozent, wenn sie nichts mit den Bagatellschäden zu tun haben. 

Lebensmittel

Nie mehr Essen wegschmeißen! Wie oft hat man sich das schon vorgenommen. Mit Foodsharing ist dieses Ziel einfacher zu erreichen. Wer zu viel eingekauft hat oder in den Urlaub fährt und noch diverse Lebensmittel im Kühlschrank hortet, kann diese über die Plattform Foodsharing seinen Nachbarn anbieten. Wer Lebensmittel braucht, gibt seine Postleitzahl ein und sieht, wer in der Nähe Lebensmittel anzubieten hat. Im Selbsttest mit PLZ-Eingabe 22765 erhalte ich sofort 5 Nachrichten und könnte in 0 Km Entfernung zwei Nektarinen, 15 Fladenbrote, Bioland Frischmilch und einen Weißkohl abholen.

Ateliers und Werkstätten

Eine handwerkliche Projektidee im Kopf aber zu wenig Platz in den eigenen vier Wänden? Oder besonders lärmempfindliche Nachbarn? Als geeigneten Ausweichplatz bieten sich in Hamburg diverse Werkstätten und Ateliers an, in die man sich für kürzer oder länger einmieten kann. Um diese zu finden, gibt es die Online-Plattform Craftspace, über die man ganz einfach den richtigen Coworking-Raum in seiner Nähe findet – egal, ob man schneidern, werkeln, hämmern oder nähen möchte. So gelingt es schnell, seine DIY-Ideen zu verwirklichen.

Leihen ist das neue Kaufen, sagen die Anhänger der Sharing Economy. Oder mieten statt besitzen und verschenken statt Wegschmeißen! In der großen Welt des Tauschens, Teilens, Leihens gibt es kaum Grenzen und es lohnt sich mitzumachen. Weil man nette Menschen kennenlernt, die Umwelt schützt und den Geldbeutel schont.

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Die Sharing Economy ist mehr als ein Trend
Warum eine Bohrmaschine kaufen, wenn man sie nur für den Umzug benötigt? Oder ein eigenes Auto, wenn man sich eins leihen kann? Warum durch überfüllte Läden hasten, obwohl man im Internet schicke gebrauchte Klamotten bestellen kann? Oder auf dem Flohmarkt oder im Second Hand Laden gute, günstige Sachen findet? Die Sharing Economy hat sich längst als neuer Handelsweg etabliert. Die neue Tauschgesellschaft bietet die Möglichkeit zum intelligenten Konsum und führt zu einem Abbau der Wegwerfgesellschaft. Zusätzlich lässt sich mit dem Tauschen oder Second-Kauf sehr viel Geld sparen.
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20161017 18:05:01