Einbruchschutz Haus und Wohnung sichern

Häuser und Wohnungen sind häufig unzureichend gegen Einbrüche gesichert. Doch mit fachgerechter Sicherheitstechnik lassen sich viele Täter abschrecken.

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Sicherheitstechnik - unsere Tipps

Einfallstore

Die Schubladen sind geöffnet, Papiere liegen verstreut auf dem Fußboden, der Fernseher ist verschwunden: In Deutschland wird im Schnitt alle vier Minuten ein Einbruch verübt. Die aktuelle Kriminalstatistik für das Jahr 2016 weist mehr als 151.000 Fälle aus. Zwar ist die Zahl rückläufig, aber immer noch verzeichnet die Polizei mehr Einbrüche als vor fünf Jahren. Von einer Trendwende kann also noch nicht gesprochen werden.

Die Einbrecher gelangen am häufigsten über die Terrassen- bzw. Balkontür ins Einfamilienhaus, bei Mehrfamilienhäusern betreten sie den Tatort meistens über die Wohnungseingangstür. Mittlerweile bringen Einbrecher immer seltener selbst Werkzeug zum Aufhebeln oder Aufbrechen an den Tatort, sondern bedienen sich vor Ort. Oft haben sie leichtes Spiel, weil sich die Bewohner auch ansonsten nachlässig verhalten: durch gekippte Fenster, zugezogene Haustüren oder Einstiegshilfen wie Mülltonnen und Leitern. Nach Angaben der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind Türen und Fenster bei rund 80 Prozent der Haushalte unzureichend gesichert. In einer Mietwohnung ist man übrigens am schlechtesten gegen ungebetene Gäste geschützt: So hat nur knapp jede fünfte Mietwohnung in Deutschland abschließbare Fenstergriffe oder zusätzliche Sicherungen an den Türen.

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Technik installieren

Der Albtraum Einbruch führt dazu, dass Menschen ihr Heim zunehmend mit Einbruchtechnik ausstatten. So lag der Umsatz im Markt für elektronische Sicherheitstechnik 2016  um 6,2 Prozent höher als im Vorjahr, wie der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik ermittelt hat. Allein mit Einbruchmeldetechniken seien erstmals 800 Millionen Euro umgesetzt worden. Durch zusätzliche Sicherheitstechnik kann das Einbruchrisiko stark gemindert werden: Statistiken zeigen, dass dadurch mehr als 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern.

Notwendig für den Schutz ist vor allem die mechanische Sicherung von Türen und Fenstern. Die Polizei rät zu geprüften und zertifizierten einbruchhemmenden Modellen nach DIN-EN 1627 mit Resistance Class (Widerstandsklasse) 2. Das ist die Klasse, die einem Schraubendreher - dem typischen Einbruchswerkzeug - gut standhält. Bei diesen Fenstern und Türen sind Rahmen, Beschläge und Schließbleche genau aufeinander abgestimmt.

Glasklar - auch Fenster sichern

Einbrecher gehen meist geübt vor: Schon nach zehn bis 15 Sekunden ist ein ungesichertes Fenster geknackt. Seine Beschläge sollten daher durch umlaufende so genannte Pilzzapfenbeschläge ausgetauscht werden. Das sind hinterhakende Beschläge, die in Verbindung mit einem abschließbaren Fenstergriff das Aufhebeln des Fensters verhindern können.

Ein abschließbarer Griff verhindert den sogenannten „kleinen Glasbruch“: Dabei werfen die Täter einen im Garten gefundenen Stein in Griffhöhe durch das Fester und verstecken sich für einige Minuten, um eine Reaktion abzuwarten. Kommt niemand, greifen sie durch das Loch in der Scheibe - und das Fenster ist entriegelt. Das kann ihnen nicht gelingen, wenn der Griff von innen abgeschlossen ist.

Fenstergriffe nachrüsten 

Auch Fenstergriffe sind zum Abschließen nachrüstbar, aber nur in Verbindung mit dem einbruchhemmenden Pilzzapfenbeschlag sinnvoll. Die andere Variante sind aufschraubbare Produkte, die ebenfalls zertifiziert sein sollten. Zudem ist es wichtig, mindestens eine Sicherung auf Griff- und eine auf Scharnierseite anzubringen.

Hinter Schloss und Riegel

Ein Dieb versucht ungefähr drei bis fünf Minuten, in ein Haus oder eine Wohnung einzubrechen  - so lange sollten Schlösser dem Widerstand von außen mindestens standhalten. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest hat ergeben, dass Querriegelschlösser am ehesten einen wirksamen Schutz vor ungebetenen Gästen bieten. Schlechter beurteilen die Verbraucherexperten Kastenzusatzschlösser, bei denen die Schlossseite der Tür mit einem zusätzlichen Riegel verschlossen wird.

Fest im Mauerwerk verankerte Schließfächer und Kleintresoren schützen Papiere und Wertgegenstände vor dem Zugriff von Einbrechern. Es sind nur geprüfte und zertifizierte Behältnisse ratsam, am besten mit einem sogenannten „geistigen“ Verschluss - also einem elektronischen Zahlenschloss. Denn Safeschlüssel werden von Tätern häufig entdeckt.

Intelligente Einrichtung

Smart-Home-Systeme können mechanische Sicherungen nicht ersetzen, aber wirkungsvoll ergänzen. Die Technik steuert unter anderem Licht, Fernseher sowie Rollläden und ist detailliert programmierbar. Sie simuliert dadurch Leben, hat aber auch ihre Tücken: Alarmanlagen etwa melden dem Nutzer über eine App aufs Mobiltelefon, wenn jemand das Heim betreten hat. Ist der Empfänger jedoch in einem Funkloch, erfährt er zunächst davon nichts. Daher empfiehlt die Polizei, den Alarm statt auf das Mobiltelefon an ein Wach- und  Sicherheitsunternehmen weiterzuleiten. Das kann schnell beim Objekt sein oder die Polizei rufen.

Im Smart Home ist die Türkommunikation übrigens mehr als eine Gegensprechanlage und ein Türöffner. Immer mehr Bewohner installieren eine Videoanlage, mit der sie Besucher sehen können. Je nachdem, wie die Türanlage vernetzt ist, kann man das Videobild auch auf dem Notebook sehen oder es sich auf dem TV-Bildschirm anzeigen lassen.

Für alle technischen Maßnahmen gilt: Sicherungen können ihren Zweck nur dann erfüllen, wenn sie fachgerecht eingebaut werden. Denn die Täter wissen Einbaufehler auszunutzen.

Beratung in Hamburg

Das Landeskriminalamt Hamburg berät Hamburger Bürgerinnen und Bürger kostenlos in der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, wie man Einbruchsgefahren erkennen kann und wie man sein Heim sichert. Ein Termin ist vorher zu vereinbaren: Telefon 040 / 4286-70777 (montags bis freitags von 10 Uhr bis 16 Uhr).

Polizei Hamburg
Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle
im Haus des Polizeikommissariats 14
Caffamacherreihe 4
20355 Hamburg
kriminalberatung@polizei.hamburg.de​​​​​​​


Haus und Wohnung sichern
Häuser und Wohnungen sind häufig unzureichend gegen Einbrüche gesichert. Doch mit fachgerechter Sicherheitstechnik lassen sich viele Täter abschrecken.
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