Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen

Auf Initiative der Senatskoordinatorin Netzwerk „Unterstützung für Flüchtlinge mit Behinderung“

Am 25. Januar hat die Senatskoordinatorin zu einem ersten Netzwerktreffen „Unterstützung für Flüchtlinge mit Behinderung“ eingeladen. 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer berieten über die Frage, wie man die Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Terror nach Hamburg gekommen sind und eine Behinderung haben, am besten unterstützen kann.

Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen – Netzwerk Unterstützung für Flüchtlinge mit Behinderung – FHH

Wann und wie wird die Behinderung bei einem Flüchtling festgestellt?  Welche Unterstützung gibt es bereits für Flüchtlinge mit Behinderung? Wie können die bereits aktiven Helferinnen und Helfer besser vernetzt werden?

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des ersten Netzwerk-Treffens. Deutlich wurde dabei, dass mangelnde Barrierefreiheit in den Erstaufnahmestellen und die zumeist eher „zufällige Feststellung“ einer Behinderung durch die ärztliche Untersuchung eine gezielte Unterstützung erschwert. Außerdem wird bei der Registrierung der Flüchtlinge eine mögliche Behinderung nicht abgefragt. Grund: Gesundheitsdaten unterliegen dem Datenschutz und dürfen nicht weiter gegeben werden. Auch die möglichen Hilfen über das Sozialgesetzbuch XII greifen für viele Flüchtlinge nicht, da sie noch keinen Anerkennungsstatus haben und über die Regelungen im Asylbewerberleistungsgesetz („unerlässliche Leistungen“) kommen nur Einzelfallmeldungen in den Bezirksämtern an.

Dennoch gibt es einige erfolgreiche Initiativen: Der Gehörlosenverband Hamburg berichtet, dass ihrerseits ca. 50 gehörlose Menschen über ihr Projekt „Deaf Refugees“ betreut werden. Das Projekt wendet sich sowohl an gehörlose Flüchtlinge wie auch an ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.glvhh.de.

Ebenso hat die Lebenshilfe Hamburg ein Projekt aufgebaut, das die Unterstützung und Stärkung von Eltern mit Kindern mit Behinderung, wie auch Angehörige von Menschen mit Behinderung in den Fokus stellt.  Ziel ist es, diese mit Hilfe von Ehrenamtlichen zu unterstützen und zu stärken, damit sie und ihre Familien oder Angehörige mit Behinderung die bestmögliche gesundheitliche wie soziale Versorgung in diesem für sie fremden Land erfahren. Mehr über dieses Projekt finden Sie hier.

Seitens der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) wurde ein Forum Flüchtlingshilfe gegründet. Ein erstes großes Forumstreffen fand im 18. Dezember 2015 in der Fischauktionshalle statt. Es soll einmal jährlich im Dezember wiederholt werden. Ziel ist es, den Dialog zwischen ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern und Initiativen sowie Behörden, Kammern und Verbänden zu verbessern. Verschiedene thematische Dialogforen wurden eingerichtet und werden demnächst starten, darunter auch eines unter der Federführung der Senatskoordinatorin mit dem Titel: „Besondere Interessen geflüchteter Menschen mit Behinderung“.

Damit zukünftig solche und weitere Aktivitäten besser koordiniert und vernetzt werden können, hat die Senatskoordinatorin  für den  7. April zu einem weiteren Netzwerktreffen eingeladen. Nach dem ersten Netzwerktreffen mit Menschen, die als Multiplikatoren wirken konnten, wurden für das kommende Treffen über 80 Personen und Institutionen angeschrieben. Weiter ist geplant, im Laufe des Jahres eine Informationsplattform zum Thema Flüchtlinge einzurichten. Informationen gibt es derzeit unter www.hamburg.de/fluechtlinge sowie über den Hashtag  #HHhilft.

Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Thema Flüchtlinge mit Behinderung finden sie unter
http://www.gesetze-im-internet.de/asylblg/__1.html sowie http://www.hamburg.de/basfi/asylblg/3361428/fa-asylblg-3/.

Downloads