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MKG Hamburg Tattoo – Die neue Ausstellung im Museum für Kunst&Gewerbe

Tätowierungen erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeiten. Sie sind ein Zeichen von Selbstbestimmung, aber auch Stigmatisierung. Sie sind eine Konstante vieler Völker, eine zeitlose Ausdrucksform. Die neue Ausstellung im MKG lotet das breite Spektrum dieser alten, aber immer noch sehr lebendigen Kulturtechnik aus.

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MKG Hamburg

“Why are you so stupid?”, the natives asked the missionaires.
“Why should we be stupid?”, they asked in return.
“Because you are not painted like the Eyiguayegui.”
One had to be painted to be human:
Whoever remained in his natural state did not differ from animals at all.
Claude Levi-Strauss, Traurige Tropen (1955)

Bis zum 06.09.2015 werden in der neuen Ausstellung “Tattoo” im Museum für Kunst&Gewerbe über 250 Arbeiten wie Gemälde, Skulpturen und Holzschnitte, Fotografien und Videos sowie historische Hautpräparate gezeigt. Auch der Hamburger Bezug kommt nicht zu kurz. Die Ausstellung führt den Besucher zurück in das Hafenmilieu im späten 19. Jahrhundert. Bisher unveröffentlichte Fotografien dokumentieren die typischen Tätowierungen der Hamburger Arbeiterschaft um 1890.

Im Eingang erwarten den Besucher sechs große Fotografien aus der Serie "Why I love Tattoos" von Ralf Mitsch. Diese Fotos sind sehr beeindruckend und sicherlich die meist fotografierten Bilder dieser Ausstellung. Aber nicht nur die Fotografien werden gezeigt, sondern zu jeder abgebildeten Person auch die individuelle Geschichte hinter den Tätowierungen. Samantha (Bild links außen) wusste schon immer, dass sie keinen Fleck auf ihrem Körper unverziert lassen wollte. Ihr erstes Tattoo hat sie sich mit 15 stechen lassen, ihr Lieblingstattoo ist die Pfingstrose auf ihrem Hals. Fertig ist sie noch lange nicht. Als nächstes bekommt sie einen Tiger auf ihren Rücken. Für Tim (Bild mitte) ist ein neues Tattoo zu bekommen wie ein Urlaubstag. Für ihn ist das Wichtigste, dass seine Tattoos ein Gesamtkunstwerk in einem einheitlichen Stil bilden. Er liebt den Jugendstil und dessen Werke. Da er sich diese aber nicht an die Wand hängen kann, lässt er sie sich einfach unter die Haut stechen. Er liebt jedes einzelne Tattoo an seinem Körper und bereut im Gegensatz zu Samantha kein einziges. Sylvie (Bild rechts außen) liebt es, ihren Körper zu verändern. Ihr erstes Tattoo bekam sie mit 14 Jahren: das japanische Symbol für Freundschaft. Jedes ihrer Tattoos hat entweder einen Bezug zu ihrer Familie oder zu einem speziellen Ereignis. Nach dem Tod ihrer Oma hat sie sich ein Marmeladenglas stechen lassen, da sie jedes Jahr zusammen mit ihrer Oma Marmelade eingekocht hat. Sicherlich findet jeder Tätowierte einen Teil seiner Beweggründe in diesen drei Menschen wieder. Bei mir verhält es sich ähnlich wie bei Sylvie. Auch mit meinen Tattoos verbinde ich einen bestimmten Lebensabschnitt, Personen oder Ereignisse. Ein Tattoo einfach nur stechen lassen, weil es aktuell in Mode ist, würde ich persönlich nicht machen. Das bewahrt einen auch davor, seine Tätowierungen später zu bereuen.

Why I love Tattoos
















"Why I love Tattoos", Fotoserie von Ralf Mitsch
(Bild: Janina Bolley)

Eine Tattooreise in die Vergangenheit

Betritt man den eigentlichen Ausstellungsraum erwartet den Besucher eine Vielzahl von Fotografien, auf denen tätowierte Menschen zu sehen sind. Eine kleine Reise in die Vergangenheit der Tätowierkunst beginnt. Der Besucher kann z.B. Fotografien von tätowierten Burlesque-Tänzerinnen, Glamourgirls und Zirkusfrauen der 20er bis 70er Jahre aus dem Fundus der Tattoolegende Herbert Hoffmann bewundern. Tätowieren war in Hoffmanns Augen eine sinnliche Erfahrung, er genoss es, nah am Menschen zu sein. Auch jede Menge Fotografien von Hafenarbeitern und Seeleuten vom Hamburger Christian Warlich, dem Urvater der deutschen Tätowierer und Ausbilder von Herbert Hoffmann, kann man bewundern. Motive wie Anker, Segelschiffe oder Berufszeichen zeigen die Zugehörigkeit zu einem bestimmten sozialen Umfeld und geben Hinweise auf die Lebensgeschichten der Seeleute. Tätowierungen als Tagebücher: Orte und Erlebnisse wurden so auf den Körpern der Seefahrer festgehalten.

Seefahrer und Hafenarbeiter aus dem Fundus von christian Warlich



























Seefahrer und Hafenarbeiter aus dem Fundus von Christian Warlich
(Bild: Janina Bolley)

Besonders spannend fand ich die Tatsache, dass nahezu alle Mitglieder der europäischen Fürstenhäuser tätowiert waren. Leider gab es hierzu keine Abbildungen, aber alleine die Tatsache, dass Kaiserin Sissi sich 1888 in einer Hafenkneipe einen Anker auf den Arm hat tätowieren lassen, hat mich zum Schmunzeln gebracht.

Aktuelle Projekte und Tätowierkünstler

Nach der Reise in die Vergangenheit werden dem Besucher aktuelle Projekte und Tätowierkünstler präsentiert. Die durchlaufenden Fotografien diverser zeitgenössischer Tätowierungen fand ich persönlich weniger spannend, denn erfährt man dabei keinerlei Hintergründe über den Künstler und denjenigen, der sich das Motiv hat stechen lassen. Mehr Aufschluss geben hier die Videos, in denen tätowierte Menschen ihre ganz persönlichen Beweggründe erzählen.

Und dann stand ich dann vor einem tätowierten, ausgestopften Schwein namens "Donata". Ein wenig irritiert, warum dieses Schwein tätowiert wurde, las ich mir den Erklärungstext durch. Ich erfuhr, dass es sich hierbei um ein Kunstprojekt von Wim Delvoye handelt. Das Schwein wurde unter Betäubung tätowiert und nach seinem natürlichen Tod ausgestopft und ausgestellt. Das Projekt soll auf die Massenware Tier kritisch hinweisen und die Tiere vor diesem Tod retten, indem sie in das Projekt aufgenommen werden und so als Kunstwerk weiterleben können. Die Rettung von Tieren aus der Massenhaltung ist grundsätzich eine gute Sache, aber diese Tiere dann unter Narkose dafür zu tätowieren, halte ich eher für fragwürdig. Auch wenn es gegebenenfalls die Karnivoren unter den Besuchern zum Nachdenken anregt, habe ich trotzdem ein gespaltenes Verhältnis zu diesem Projekt und weiß nicht, ob ich es gut oder schlecht finden soll.
































"Donata" von Wim Delvoye
(Bild: Janina Bolley)

Kulturelle und religiöse Tätowierkunst ferner Länder

Die meiste Zeit habe ich in dem Bereich der Ausstellung verbracht, der sich den kulturellen und religiösen Tattoos anderer Länder widmet. Hier war für mich das Meiste neu und ich kam aus dem Betrachten der Bilder und Lesen der Hintergrundinformationen gar nicht mehr heraus.

Ich erfuhr über die Gesichtstattoos "Tā moko" der Māori, dass verschiedene Gesichtspartien von unterschiedlichen Status zeugen. Ein Tattoo in der Stirnmitte z.B. ist nur Menschen mit einem hohen Status vorbehalten.

Die Gesichtstattoos der Chin-Frauen in Burma werden im Rahmen eines Rituals gestochen, welches bei dem Übergang von Kindheit zur Erwachsenenwelt vollzogen wird. Als Tätowierwerkzeug dienen Dornen oder Nadeln, die Muster sind von Clan zu Clan unterschiedlich.

In Thailand bewahren die sakralen Yantra-Tätowierungen, auch sak yant genannt, vor Unglück, Unfällen oder Verbrechen. Die Schutzfunktion tritt jedoch nur in Kraft, wenn gewisse Regeln beim Tätowieren eingehalten werden. Die sak yant sind nicht für die Öffentlichkeit gedacht und werden versteckt getragen. Die sakralen Tattoos bestehen u.a. aus den Schriftzeichen der alten Khmer und Tiersymbolen. Der Tiger yant sua etwa ist ein sehr beliebtes Symbol für Stärke, Unerschrockenheit und Kraft.

Sakrale Yantra-Tätowierungen aus Thailand















Sakrale Yantra-Tätowierungen aus Thailand
(Bild: Janina Bolley)

Auch im Bereich der Bandenzugehörigkeit und der Gefängniskultur, vor allem der russischen, haben Tätowierungen immer noch eine tragende Bedeutung. In El Salvador z.B. liegt der Ursprung einer sehr bekannten Bandengruppe Nord- und Mittelamerikas namens "Mara Salvatrucha" oder auch kurz "Mara". Ein tätowiertes "M", "MS" oder "13" verdeutlicht die Zugehörigkeit. Die Anzahl tätowierter Tränen steht für die Anzahl vollbrachter Morde.

Die Fotoreihe von Arkady Bronnikov – ehemals Forensiker, heute Fachmann für russische Gefängnistattoo-Ikonografie – hat mich zudem fasziniert. Die grobkörnigen Schwarz-Weiß-Fotos zeigen die nackten tätowierten Oberkörper russischer Gefangener. Die Schlange um den Hals steht beispielsweise für Drogensucht, die Anzahl der Kreuze für die abgesessenen Strafen. Die Anzahl an Kuppeln bei Kirchendarstellungen gibt Aufschluss über die Verurteilungen oder die in Haft verbrachten Jahre. Viele der Häftlinge tragen den gekreuzigten Christus auf der Brust, umflogen von Engeln. Das Kreuz steht hier jedoch für die Zugehörigkeit zur Gruppe "Diebe im Gesetz". Die Tätowierungen von Mithäftlingen zeigen, dass man nicht mit den Behörden kooperiert und den kriminellen Codex befolgt.

Ein wenig vernachlässigt wird in der Ausstellung die unfreiwillige Tätowierung als Zeichen der Unterdrückung wie z.B. in der Sklaverei, als Brandmal oder als Kennzeichnung von Häftlingen in Konzentrationslagern. Dies ist leider ein echter Nachteil einer Ausstellung, die den Anspruch hat, das Thema "Tattoo" multiperspektivisch zu durchleuchten. Aber trotz dieses Nachteiles lohnt die Ausstellung und ist definititv einen Besuch wert, auch für nicht Tattoo-Freaks. Daumen hoch also von meiner Seite aus.


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Urban Art Festival im Kolbenhof Die Reise zum Knotenpunkt der Erde

"Steige hinab in den Krater des Kolbenhofes, auf den der Schatten des Urban-Art kurz nach dem Kalenden des Septembers fällt, kühner Reisender, und Du wirst zum Knotenpunkt der Erde gelangen." Am vorletzten Wochenende begab ich mich also auf das Urban-Art Festival und bewunderte die Werke von mehr als 50 internationalen Künstlern auf über drei Etagen.

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Die Reise zum Knotenpunkt der Erde

Bereits nach der zweiten Knotenpunkt muss ich feststellen: Die diesjährige Knoten war erwachsener, aufgeräumter und professioneller. Das kann man gut finden oder auch nicht. Mit meiner Auffassung bin ich nicht allein. Ein Besucher beschrieb es mit den Worten: "Es fällt nicht leicht, die Knotenpunkt 14 zu beschreiben. Sie scheint groß, fast erwachsen geworden zu sein. Dabei vermittelt das Ambiente des Kolbenhofs nach wie vor das Gefühl von Unangepasstheit und Underground."

Letzteres kam jedoch nicht für alle deutlich zur Geltung. Eine Freundin, die an einer der Führungen teilgenommen hat, meinte zu mir: "Mein Eindruck wurde dieses Jahr noch mehr bestätigt, dass diese so alternativ und unangepasst sein wollende Szene, einmal von der Straße geholt, sich doch sehr in Schemen und Formen des Kunstbetriebes einfügt. Zumindest für mich als Street- und Urban-Art-Laien war kaum noch ein Unterschied zu einer anderen Ausstellung zeitgenössischer Kunst festzustellen. Auch konnte ich bei vielen der Werke und Künstler die Szenezugehörigkeit zur Urban Art nicht erkennen."

So oder so hat sich auch dieses Jahr der Besuch gelohnt! Am ersten Oktobersamstag begab ich mich auf die abenteuerliche Reise zum Knotenpunkt der Erde. Bei traumhaften Wetter ging es gemeinsam mit Freunden mit dem Rad erst in Das Mehl, um sich für die Reise mit leckerer Pizza zu stärken. Ein wenig zu lange dort aufgehalten, mussten wir uns sputen, um noch vor Sonnenuntergang den Eingang zum Kolbenhof zu finden, denn der Schatten des Urban-Art fällt immer nur ein paar Tage auf das alte Fabrikgebäude in Ottensen.

Über drei Etagen wurde am ersten Oktoberwochenende wieder die Kunst von über 50 international tätigen Künstlern auf dem Urban-Art Festival ausgestellt (mehr Infos könnt ihr auf elbmelancholie.de nachlesen). Ich war ganz gespannt, was mich dieses Jahr erwarten würde. Konnten meine Erwartungen, welche sich aus dem sehr positiven Eindruck der Knotenpunk13 in meinem Kopf gebildet hatten, wieder erfüllt oder sogar übertroffen werden?

Angefangen haben wir in der dritten Etage, um uns dann nach unten vorarbeiten zu können. Was mir direkt auffiel: die Fülle der Kunstwerke war im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bei gleichem Platz gab es mehr Künstler und Kunstwerke. Mir wurde schnell klar, dass das eher eine Ausstellung ist, auf der man entweder vier Stunden verbringt oder das Erlebnis aufgrund der Vielfalt der Eindrücke auf zwei Tage aufteilt. Doch leider waren mir beide Optionen nicht gegeben. Die Tatsache, dass ich zu wenig in die Tiefe der einzelnen Kunstwerke gehen können würde, machte mich ein wenig sauer auf mich selbst.

Bild im Text Janka KnotenpunktEs gab wirklich sehr viel zu sehen: von Bildern, über Installationen, Skulpturen aus diversen Materialien, Styrocuts, Klein- sowie Großformate, 2D, 3D und und und. So wie letztes Jahr lebte die Knotenpunkt von ihrer Diversität. Denn das macht Urban Art aus: ihre Vielfältigkeit. Meine persönlichen Highlights waren das riesige Bild "How to win your heart" von El Bocho, Zipper - Die Rakete mit ihrer Kunst in Kisten und dem "Tribute to OZ"-Styrocut (auch wenn dies ein tragischer Zufall war), Björn Holzwegs   Stubentiger, Laurence Valieres riesiger Polarbär (was es damit auf sich hat, könnt ihr auch hier nachlesen), R2-D2 von Doppeldenk und das Mural "Spider" von Nychos.

Besucher konnten aber nicht nur Kunst ansehen, sondern auch beim "Live Painting" selbst gestalten. Bei der Aktion von We Are Visual lagen zwei Leinwände in einem Schießbudenstand auf dem Boden. An der Decke waren mit Farbe gefüllte Becher, Spielkarten und diverse andere Objekte mit Schnüren befestigt. Mit einem Luftgewehr konnte jeder Besucher gegen eine kleine Spende drei Schuss abgeben. Nachdem die Aktion beendet war, wurden die Bilder Teil der Ausstellung.

Die Besucherseite ist das eine, aber dieses Jahr hat mich auch die Sicht des Veranstalters interessiert. Erleben sie eine Ausstellung aus einer anderen Perspektive als der Besucher. Dazu habe ich Robert Neuendorf (Kurator) ein paar Fragen zur Knotenpunkt 14 gestellt.

Interview Robert Neuendorf

Knotenpunkt 14 vorbei, Party vorbei. Was geht dir nach dem Ende des Festivals durch den Kopf?

Robert: Eine Erkältung. Scheinbar hat mein Körper bis zum Ende mitgespielt, doch die 14 Tage mit drei unterschiedlichen Künstlern auf dem Steiger, die immer kälter werdenden Tage und der leider nicht komplett zu entfernende Feinstaub des Kolbenhofs, haben mir den Rest gegeben. Mal davon abgesehen, totale Überwältigung! Besucherrekord. Verkaufsrekord. Begeisterung auf allen Ebenen. Wir sind momentan noch mit dem Abbau und Bilderrückversand beschäftigt, aber so langsam realisieren wir, was wir dort erlebt haben.

2. Beim Vorstellungsgespräch fragt man häufig nach Stärken und Schwächen. Dich frage ich nun nach deinem Wow-Moment und deinem Panik-Moment auf der diesjährigen Knoten.

Robert: Wow Moment: Einlassstop um 00:30 bei Dj Phono. Panik Moment: Einlassstop um 00:30 bei Dj Phono.

3. Man hat gemerkt: Ihr habt gelernt aus 2013 und unter anderem Essen und mehr Trinken angeboten. Was gab es noch für Learnings aus 2013? Was habt ihr dieses Jahr bewusst anders gemacht?

Robert: Einen Tag vor Eröffnung gab es ein Artist-Dinner, bei dem viele Künstler anwesend waren und sich so schon vorab näher kennen lernten konnten. Wir hatten mit Tim Mälzer hier einen starken Partner, der uns mit seiner Speisenwerft vor und während des Festivals unterstützt hat.

Zudem gab es zum ersten Mal die Möglichkeit, Editionen zu erwerben. Somit konnten wir auch Besuchern mit etwas kleinerem Taschengeld eine Freude machen.

4. Die Knotenpunkt wird größer und bekannter. Aber mit dem Fame kommt auch die Herausforderung, authentisch zu bleiben und die Straßen-Credibility zu behalten. Wie siehst du dieses Spannungsverhältnis und wie wollt ihr es auflösen?

Robert: Aus meiner Sicht erkenne ich kein Spannungsverhältnis. Ich kenne viele "Mitspieler von der Straße". Ein großer Haufen war während der fünf Tage anwesend und ich weiß, dass diese feiern, was wir tun. Mit der affenfaust Galerie wollten wir immer einen Ort des Zusammenkommens für die Szene schaffen. Bei jeder Ausstellungseröffnung sind nicht nur Kunstliebhaber und Sammler anwesend, sondern auch viele Künstler. Es fühlt sich ein bisschen wie eine große Familie an.

5. Knotenpunkt 15: Geht die Reise weiter und wenn ja, wo geht sie hin?

Robert: Wir rechnen fest mit einer Fortsetzung. Ob der Knotenpunkt wieder im Kolbenhof stattfinden wird, hängt von den Plänen des Bezirks Altona ab. Momentan entwickelt dieser einen neuen Bebauungsplan für das alte Industrieareal. Wann dieser Plan in die Tat umgesetzt wird, steht aber zur Zeit noch nicht fest. Ob es uns gelungen ist, Hamburg wieder auf die internationale Karte der Urban Art zu setzten, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Jedoch ist sicher, dass wir weiter arbeiten werden. Es hat uns unfassbar viel Spaß gemacht, in Zusammenarbeit mit begeisterten Wohnungseigentümern die Straßen mit großflächigen Fassadenmalereien zu bespielen und währenddessen eine sehr intensive Zeit mit den jeweiligen Künstlern zu verbringen. Ich sehe dies als eine sehr große Aufgabe für 2015.

Mein Gesamteindruck:

Die Qualität des Urban Art Festivals ist im Vergleich zu 2013 noch einmal gestiegen. Wer also von euch noch nie dort war, der sollte sich die Ausstellung nächstes Jahr nicht entgehen lassen. Man sieht dort viele spannende Werke und trifft auf entspannte Menschen. Auch das Vorevent mit den Murals von 1010, Nychos und Elmar Lause fand ich großartig! Mehr davon bitte, denn ein bunteres Hamburg schadet keinem.

Wenn ihr wissen wollt, wie so ein Mural entsteht, schaut euch das folgende Video an:

Zum Schluss noch zwei lieb gemeinte Hinweise an die affenfaust Galerie und an mich selbst als Besucher.

An die affenfaust: Weniger ist oft mehr. Und 3-4 Künstler weniger wären gut gewesen. Auch wenn der Kolbenhof groß ist, gingen einige Kunstwerke in der Menge unter.

An mich selbst: Janka, plane nächstes Jahr mehr Zeit für das Festival ein. Und geh auf eine der anschließenden Partys im Club!

Bilder: mit freundlicher Genehmigung der affenfaust Galerie.

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Ink&Ride Convention Ink&Ride 2014 - Tattoos, Bikes und Streetart im Museum für Arbeit

Lust auf Tattoos, Bikes, Skateboards und Streetart? Dann ist die Ink&Ride Convention vom 30.08. bis 31.08. genau das richtige. Über zwei Tage erwarten euch jede Menge Events rund um die Themen „Tattoos/Art“ und „Bikes/Skateboarding“. Die Convention findet im Rahmen der Ausstellung “Das Fahrrad” auf dem Gelände des Museum der Arbeit statt.

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Ink&Ride 2014 - Tattoos, Bikes und Streetart im Museum für ArbeitInk&Ride 2014 - Tattoos, Bikes und Streetart im Museum für Arbeit

Wie ihr sicherlich wisst, bin ich tattoo- und bikeverliebt. Genau deswegen freue ich mich, dass auch in diesem Jahr die Ink&Ride Convention am Wochenende des 30.08. und 31.08.2014 stattfindet. Über zwei Tage wird sich alles um Streetart, Fixed Gear, Tattoos, BMX und Skateboarden drehen.

Ink&Ride meets Museum der Arbeit

Die Ink&Ride findet das zweite Mal in Hamburg statt und hatte 2013 ihr Debüt. Meine Eindrücke vom letzten Jahr könnt ihr hier nachlesen. Das Grundkonzept der Convention hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht geändert, die Location jedoch ist grundlegend anders. Fand letztes Jahr die Ink&Ride auf dem Oberhafengelände in einem recht abgeschiedenen und leerstehenden, alten Speditionslager statt, ist sie dieses Jahr im Museum der Arbeit (Samstag 10 - 20 Uhr, Sonntag: 10 - 18 Uhr) zu finden. Persönlich fand ich die Location im Oberhafen sehr authentisch und passend zum "Image" der Ink&Ride. Das ehemalige Lager bot den gemütlichen und trashigen Charme, den man für diese Art von Event benötigt hat.

Dass die Wahl dieses Jahr auf das Museum der Arbeit gefallen ist, hat mich zunächst ein wenig verwundert, ist man dort doch alles andere als abgeschieden und "unter sich", sondern mitten in einem Wohngebiet. Doch wenn man ein wenig über die Wahl nachdenkt, ist diese nicht mehr ganz so überraschend: Aktuell findet die Sonderausstellung "Das Fahrrad" in dem Museum statt, welche perfekt zum Thema "Ride" passt. Die Veranstalter treten somit der nicht unberechtigten Kritik entgegen, dass letztes Jahr das Thema "Bike" zu wenig stattgefunden habe. Auch bietet die über 1.000 qm Indoor-Ausstellungsfläche viel mehr Platz für die Tattoo-Künstler, Tradeshow und Art Exhibition. Zugegebenermaßen war letztes Jahr das Gebäude im Oberhafen ein wenig beengt für so viele Künstler und Besucher. Ich bin gespannt, ob die neue Location für Aussteller und Besucher gleichermaßen gut "funktionieren" wird. Die Veranstalter selbst waren leider (auch auf mehrfache Bitte hin) nicht dazu bereit, mir meine Fragen zur Convention und zum Locationwechsel zu beantworten.

Programm Ink&Ride

Als perfekte Einstimmung findet am Freitagabend schon vor dem eigentlichen Start der Ink&Ride eine Gruppenausstellung statt. Mit dabei sind unter anderem John Reaktor, S-Fly, Julia Benz und Marshal Arts. Wie es sich für eine Vernissage gehört, gibt es natürlich Drinks und chillige Musik. Einlass ist ab 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

Am Samstag und Sonntag könnt ihr ab 12 Uhr auf der Convention euer Wochenende verbringen. Neben jeder Menge Contests könnt ihr Tätowierern unterschiedlicher Stilrichtungen bei ihrem "Hack"-Werk zusehen. Wer nicht auf bloßes Zusehen steht, kann sich auch selbst tätowieren lassen. Um einen Termin auf der Messe zu bekommen, solltet ihr euch einfach beim gewünschten Tätowierer melden. Unter anderem dabei sind: Pengi, Minerva´s Linda, Saint&Sinners, Dead Romanoff Tattoo und natürlich Tattoo Freestyle. Alle Künstler findet ihr auf der Ink&Ride-Seite.

Programm Ink&Ride 2014 (Stand 19.08.)

Samstag:

  • 12.00 Opening tattoos, Bike park, Silkprint, Shop Area &, Art Exhibition
  • 12.30 Crazy bike parkour
  • 13:00 Goldsprint/Qualifying
  • 14.00 Live Art, Decks, Bike Art, Graffiti
  • 15.00 Trickbike
  • 16.30 BMX Contest
  • 17.30 Art Battle
  • 18.00 Bike Rush Hour
  • 20.00 Tattoo of the Day
  • 23.00 Aftershow Party - HipHop @ Mojo Club

Sonntag:

  • 11.00 Openingtattoos, Bike park, Silkprint, Shop Area & Art Exhibition
  • 12.00 Bike Polo Workshop
  • 13.00 Live Art, Graffiti
  • 14.00 Goldsprint/Finals
  • 14.00 Bike Polo
  • 16.30 Art battle & Auction for "Fallen anker"
  • 17.00 Tattoo of the Day

Wie heißt es so schön: "My legs are my gears." In diesem Sinne rauf auf das Rad und rein ins Museum der Arbeit zur Ink&Ride. Ich kann dieses Jahr leider nicht selbst dabei sein, aber der ein oder andere von euch wird mir hoffentlich berichten, wie es war - gerne hier über Kommentare oder per Mail.

P.S.: Wem der Artikel hier nicht gereicht hat: Mehr von mir zu lesen gibt es auf dem Gemeinschaftsblog Elbmelancholie oder in meinem ganz privaten kleinen Blog Stern des Nordens.

Meinen ganz persönlichen Dank an Björn Lexius für das zur Verfügungstellen der Bilder.

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