Start Up: Neues Magazin "Gute Leute" in Hamburg

Sie kam aus Madrid, studierte in London und zog wegen der Liebe zu einem Italiener nach Hamburg. Jetzt veröffentlicht sie das neue englischsprachige Magazin „Gute Leute“. Wir haben mit Sabela gesprochen.

Gute Leute, Hamburg

Vor vier Jahren kam Sabela nach Hamburg – und das nicht ganz freiwillig. Ihr Freund hatte eine Anstellung in der Stadt angenommen. Sie selbst zog es eigentlich nach Berlin. Und Deutsch war ihr komplett fremd. Doch der erste Job bei einem StartUp, ein Sprachkurs und die netten Hamburger (ahem) halten sie noch heute in der Hansestadt. Jetzt startet sie sogar ein Magazin für Hamburger - und international Zugereiste. Der Titel: „Gute Leute“. 

Crowdfunding "Gute Leute"

gute leute magazinUm die erste Nummer an den Start zu bekommen, sucht die Crew um Sabela eine Anfangsfinanzierung über Crowdfunding. Wer mehr über das Projekt erfahren und es unterstützen möchte, sollte sich beeilen: Der Förderzeitraum endet am 7. Oktober 2015.

Sabela, bevor wir uns über Euer Magazin unterhalten, Du hast auch schon vorher eher ungewöhnliche Ideen gehabt - zum Beispiel mit dem Appmotion-Burger. 
"Ich habe mich immer für Arbeitskultur interessiert, wie man glücklich und zufrieden bei der Arbeit bleibt.  Ich würde niemals einen Job annehmen, bei dem das nicht so ist. Und bei dem Start-Up, bei dem ich damals war, hatte ich die Idee: Wir müssen zeigen, wie unser Unternehmen "schmeckt", Dann haben wir die Zutaten für einen eigenen Burger gesucht. Das hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch das Team näher zusammengebracht. Und ihn schließlich auch beim BurgerLab für eine Woche verkauft.

Wie kamst Du auf "Gute Leute"

Ich habe für Appmotion bei Networking-Events mitgemacht und dabei viele Leute getroffen, die gesagt haben "Hamburg ist aber nicht so international - richtig international ist Berlin!". Dann habe ich immer geantwortet, dass es eine große Community von Spaniern, Engländern und anderen gibt, die hier leben und arbeiten - laut Statistik sind das 244.000! Nur: man sieht sie nicht. Denn sie bleiben oft unter sich und finden nicht so schnell Anschluss mit Hamburgern. Also habe ich mir gedacht: Ich muss diese zwei Welten zusammen bringen.

Dabei habe ich gemerkt, dass die vielen Zuwanderer eigene tolle Geschichten zu erzählen hatten. Und ich fühlte mich irgendwann in der Rolle des "Connectors", der die vielen Einzelfäden zusammenbringt. Nur irgendwann waren es einfach zu viele Leute, also stellen wir die Menschen in Hamburg jetzt einfach in einem Magazin vor. Und dann können sie sich selbstständig verknüpfen.

Ist das jetzt ein Magazin nur für Zugereiste?

Nein, mittlerweile ist der Ansatz etwas weiter gefasst: Es gibt einen Teil über Personen, da werden Internationale genauso vorgestellt wie Hamburger, wenn sie z.B. etwas Interessantes machen. Denn wir interessieren uns alle für tolle Cafés oder Events, nur wissen wir selten, wer dahinter steckt. Diese Leute möchte ich auch in meinem Magazin präsentieren. Und dann gibt es noch den Bereich, in dem wir Geheimtipps und neue Entdeckungen zeigen, also z.B. auch StartUps. 

Schreibst Du die Texte selbst?

Nein, dazu ist mein Englisch zu schlecht, wir haben eine Lektorin, die das dann umsetzt. Aber es ist unsere Auswahl und künftig wollen wir auch nur eigenen Fotos benutzen, weil uns die Bildsprache sehr wichtig ist.

Die erste Ausgabe erscheint im November - die ist dann noch nicht ganz so perfekt, wie wir uns das wünschen. Die nächste soll dann im Frühjahr erscheinen und danach alle drei Monate. Das Heft soll es nur in ca. 10 Orten in Hamburg geben - und man kann es online bestellen.

Ist das jetzt ein Lieblingsprojekt oder steckt da ein Geschäftsmodell hinter?

Wir würden uns freuen, wenn wir Geld verdienen würden, aber im Moment machen wir das, weil wir es machen wollen, weil es uns Spaß macht. Wenn wir bald ein paar Anzeigen verkaufen könnten, wäre das aber toll. 

Wer gehört zum Team?

Irene Broer und ich planen redaktionell, überlegen uns die Inhalte für das Heft und den Blog. Theresa Grotendorst hat die Website gemacht, sonst sind noch Sarah Lee und Tobi Haier für das Layout dabei.

Der Titel "Gute Leute"

Ich habe vor vier Jahren Gonzales getroffen, der auch aus Spanien stammte und kein Deutsch konnte. Und immer wenn er in schwierige Situation kam oder nicht genau verstanden hat, um was es gerade geht, hat er geantwortet: "Kein Problem, ich gute Leute". Und das war damals das Einzige, das er sagen konnte. Und in Spanien sagen wir das sogar sehr oft "buena persona". Bald haben alle im Umfeld immer wieder "gute Leute" gesagt. 

Für mein Magazin war das natürlich ein passender Name - und Gonzales kommt natürlich auf das Titelbild der ersten Ausgabe.

Letzte Frage: Warum ausgerechnet ein Printmagazin?

Ich gehe oft "gegen den Strom" und: Ich liebe einfach Print. Ich will etwas anfassen, etwas haben, etwas behalten. Es wird auf jeden Fall auch eine Digital-Version geben aber erstmal Print. Denn ich im Moment habe ich wenig Lust auf Digital - davon habe ich im Moment genug. 


Weitere Infos zum Magazin: Gute Leute