Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Solarien Strahlenschutz für Minderjährige

Solarien sind seit dem 4. August 2009 für Jugendliche verboten.

Strahlenschutz für Minderjährige

Zur Vorbereitung auf den Urlaub, zum Erhalt ihrer Urlaubsbräune oder um ihren Sonnenhunger an regnerischen Tagen zu stillen zieht es viele Hamburgerinnen und Hamburger in Sonnenstudios. Darunter waren bis vor einigen Jahren auch viele Jugendliche, die sich der Gefahren durch die künstliche Bestrahlung meist nicht bewusst sind. Zu deren Schutz vor der so genannten nichtionisierenden Strahlung ist am 4. August 2009 ein Gesetz in Kraft getreten, das Solarienbetreiberinnen und –betreibern untersagt, Minderjährige ihre Sonnenbänke nutzen zu lassen. Wer als Betreiber gegen das Verbot verstößt, kann seit dem 1. März 2010 mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt werden. Weitere Anforderungen an die Qualität des Betriebs von Solarien sind in der UV-Schutz Verordnung konkretisiert worden, die seit dem 1. Januar 2012 in Kraft ist.

Der Besuch von Solarien kann zu akuten Hautschädigungen führen, die auch langfristige Folgen bis hin zum Hautkrebs nach sich ziehen können. Diesen Risiken beugen das Gesetz und die Verordnung im Kampf gegen die steigende Zahl von Neuerkrankungen an Hautkrebs vor.

Eine Umfrage bei den Hamburger Hautarztpraxen hatte 2007 ergeben, dass Hautverbrennungen in Sonnenstudios häufiger vorkommen als ursprünglich angenommen und dass auch vielfach Jugendliche betroffen sind. Deshalb hatte sich Hamburg auf Bundesebene für ein gesetzliches Nutzungsverbot von Solarien für Jugendliche eingesetzt. Allein in Hamburg erkrankten 2008 nach Angaben des Hamburgischen Krebsregisters schätzungsweise über 2200 Personen an den verschiedenen Hautkrebsarten. Deutschlandweit sterben pro Jahr etwa 2.300 Menschen am malignen Melanom, der gefährlichsten Hautkrebsart.

Der Gesetzgeber folgt mit dem Nutzungsverbot den Empfehlungen maßgeblicher internationaler und nationaler Institutionen. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hat 2009 die Nutzung von Solarien als für den Menschen eindeutig krebserzeugend eingestuft. Demnach steigt das Risiko für Melanome der Haut um 75 Prozent, wenn vor dem Alter von 30 Jahren mit einer regelmäßigen künstlichen Bräunung begonnen wird. Frauen als die häufigsten Nutzer von Solarien tragen hierbei ein besonderes Risiko.