Steuern und Recht Steuererklärung - alle Jahre wieder

Steuererklärung 2017: Bei steuerrechtlichen Belangen sollten Sie unbedingt einen Steuerberater aufsuchen. Denn auch in diesem Jahr gibt es wieder ein paar wichtige Neuerungen und Anpassungen. Bei anderen rechtlichen Fragen wie zum Beispiel Arbeitsrecht, Familienrecht oder Erbrecht hilft ein Rechtsanwalt weiter. 

Anwälte Steuerberater

Der Mai naht und Ihre Steuererklärung ist immer noch nicht in trockenen Tüchern? Eine juristische Streitigkeit raubt Ihnen den dringend benötigten Schlaf? Grämen Sie sich nicht. Denn wer kennt sich schon mit dem aktuellen Steuerrecht aus oder ist im Erbrecht firm? Ziehen Sie am besten zu einem möglichst frühen Zeitpunkt einen Steuerberater oder einen Rechtsanwalt hinzu. Dieser Schachzug schont nicht nur die Nerven, sondern zahlt sich in vielen Fällen auch finanziell zu Ihrem Vorteil aus.

Steuererklärung 2017 - Was ist neu

Neues Jahr – neue Steuererklärung, auch wenn das Prozedere jedes Jahr ansteht, gibt es immer wieder neue Regeln und Steueranpassungen. Wir zeigen Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Änderungen und wie sich diese auf den endgültigen Steuerbescheid auswirken.

  • Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag für Alleinstehende ist 2017 von 8652 auf 8820 Euro und für Verheiratete von 17.304 auf 17.640 Euro erhöht worden. Außerdem wird ein höherer Steuersatz erst bei einem höheren Einkommen fällig.
  • Renten: Neurentner, die 2017 in den Ruhestand gegangen sind, müssen 74 Prozent ihrer Renten versteuern. Dabei ist es egal, ob es sich um eine gesetzliche Rente, eine Rürup-Rente oder um Geld aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen geht. Der steuerpflichtige Anteil wird in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen - Rentnerjahrgänge ab 2040 müssen sogar 100 Prozent ihrer Rente versteuern. 
  • Altersvorsorge: Wer 2017 in die Altersvorsorge investiert hat, wird vom Staat belohnt! Eingezahltes Geld in die gesetzliche Rentenversicherung, in eine Rürup-Rente, berufsständische Versorgungswerke oder in landwirtschaftliche Alterskassen, kann vom Steuerzahler als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Bei Alleinstehenden sind das immerhin 23.362 Euro, bei Verheirateten 46.724 Euro.
  • Unterhaltshöchstbetrag: Wer bedürftigen Personen wie zum Beispiel Kinder, die kein Kindergeld mehr bekommen oder dem Ex-Partner finanziell zur Seite steht, der kann bis zu 8820 Euro steuerlich geltend machen. Dazu gehört auch die Übernahme der Kosten bei der Kranken- und Pflegeversicherung. Die Einkünfte der bedürftigen Person dürfen dabei jedoch nicht über 624 Euro im Jahr liegen, sonst werden die 8820 Euro gekürzt.
  • Umzug: Die Umzugskostenpauschale wurde seit dem 1. Februar auf 764 Euro (2016: 746 Euro) für Einzelpersonen und 1528 Euro (2016: 1493 Euro) für Paare erhöht. Pro Kind gibt es 337 Euro (2016: 329 Euro). Bei berufsbedingten Umzügen kann das Finanzamt an den Kosten für die doppelte Miete oder das Transportauto beteiligt werden.

Achten Sie auf jeden Fall darauf, die Abgebafrist für Ihre Steuererklärung einzuhalten. Seit 2018 gibt es eine neue Regelung, die dem Steuerzahler mehr Zeit einräumt, besonders, wenn Sie einen Steuerberater beauftragt haben. Verspätungen werden dafür konsequenter geahndet. 

Hilfe beim Finanzamt-Stress

Wenn Sie die vom Gesetzgeber vorgesehenen Steuervorteile zu nutzen wissen, können Sie unter Umständen mit einer Rückzahlung in beachtlicher Höhe rechnen. Mit einem Steuerberater an Ihrer Seite ersparen Sie sich die Mühe, sich auf den neuesten Stand des Steuerrechts zu bringen und diesen bestmöglich in Ihrer Steuererklärung zu berücksichtigen. Vielmehr können Sie sicher sein, dass Ihr Steuerberater seine Fachkenntnisse zu Ihrem wirtschaftlichen Vorteil einsetzt. Zudem unterliegt das Mandantenverhältnis der gesetzlichen Verschwiegenheit: was Sie zu Ihrem Steuerberater sagen, dringt nicht nach außen. Sollte es zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen, vertritt der Steuerberater Sie vor dem Finanzgericht oder dem Bundesgerichtshof.

Steuerberater und ihre Aufgaben

Neben Fragen zur Steuererklärung berät ein Steuerberater zu anderen steuerrechtlichen Fragen – zum Beispiel bei einer Unternehmensgründung oder bei einer Nachfolgeregelung – und vielen wirtschaftlichen Fragen. So übernimmt ein Steuerberater u. a. die Buchhaltung und Aufzeichnung von gewerblichen und freiberuflichen Mandanten oder erstellt einen Jahresabschluss. Die Kosten für die Leistungen eines Steuerberaters werden über die Steuerberater-Vergütungsordnung  (StBVV) bestimmt. Grundlage der Vergütung ist der Gegenstandswert oder Zeitfaktor. Besprechen Sie Einzelheiten am besten zu Beginn des Mandantenverhältnisses mit Ihrem Steuerberater.

Angestellte, Auszubildende, Beamte, Zeitsoldaten, Pensionäre und Rentner können ihre Steuererklärung auch von einem Lohnsteuerhilfeverein anfertigen lassen. Selbständige oder Freiberufler steht diese Möglichkeit nicht offen. Sie müssen sich mit steuerrechtlichen Fragen an einen Steuerberater – oder einen Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt für Steuerrecht – wenden.

Die richtige Hilfe beim Rechtsstreit

Sollten Sie in eine Zwistigkeit oder einen Rechtsstreit verwickelt sein, lohnt es sich, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen oder einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Wenn Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, ist die juristische Beratung in den meisten Fällen kostenlos. Aber auch ohne Rechtsschutzversicherung zahlt es sich in vielen Fällen aus, einen Rechtsanwalt zu engagieren. Der juristische Beistand erspart Ihnen viel Ärger, eine Menge Nerven und unter Umständen erhebliche Gerichtskosten!

Neben Steuerberatern sind übrigens auch Rechtsanwälte, speziell Fachanwälte für Steuerrecht, zu steuerlichen Beratungen bzw. Durchführung von Teilaufgaben befugt. Sehen Sie sich zum Beispiel mit einer erbrechtlichen Auseinandersetzung konfrontiert, kann Sie ein Rechtsanwalt ggf. auch steuerrechtlich beraten. Das Mandantenverhältnis unterliegt auch hier der gesetzlichen Verschwiegenheit.

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