Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Baukultur und Wirtschaftskraft Speicherstadt Hamburg

Die Speicherstadt ist mit ihrer spezifischen funktionalen, baulichen und städtebaulichen Struktur der Gebäude, Straßen und Fleete das größte zusammenhängende Denkmalensemble der Freien und Hansestadt Hamburg.

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Speicherstadt Hamburg

Mit dem Wegfall der Zollgrenzen und dem Bau der HafenCity wird dieses einmalige Ensemble zu einem Teil der Innenstadt Hamburgs. Die Speicherstadt ist das Bindeglied zwischen der historischen Innenstadt und der HafenCity an der Elbe.

Historie

Die Speicherstadt entstand ab Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Einbeziehung Hamburgs in das Zollinland des Deutschen Reiches. Die Begünstigungen des Hamburger Hafens und der Wirtschaft standen mit den zu entrichtenden Zöllen auf der Kippe. Als Kompromisslösung behielt Hamburg das Freihafenprivileg. Zur zollfreien Lagerung von Waren mussten in großer Zahl neue Speicher im Freihafen errichtet werden.

Für den Bau der Speicherstadt wurde das Kehrwieder- und Wandrahmviertel mit ca. 1.000 Häusern und über 20.000 Einwohnern ab 1883 geräumt und abgerissen. Bis 1927 entstanden hier 24 Speicherblöcke. Die Funktion der Speicher bestand im zollfreien Lagern und Veredeln von Waren. Üblicherweise wurden die Waren von den Frachtschiffen auf Schuten umgeladen und über Winden auf die Speicherböden gebracht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Speicherstadt zu über 50 Prozent zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus wurden die Speicher je nach Zerstörungsgrad sorgfältig rekonstruiert und teilweise um Neubauten wie z.B. das Hanseatic Trade Center ergänzt.

Seit den späten 1960er Jahren wird der Umschlag in Hamburg zunehmend von Containern dominiert. Dies veränderte die bis dahin gängige Lagerhaltung sowie logistische Abläufe und hatte erhebliche Auswirkungen auf die Speicherstadt.

Nutzungen

Ihre ursprüngliche Funktion als Warenumschlagplatz ist durch die veränderten Anforderungen von Umschlag und Logistik weitgehend verloren gegangen, zunehmend finden Dienstleistungsunternehmen und kulturelle Einrichtungen eine Bleibe in der Speicherstadt. Darüber hinaus gibt es ein steigendes Interesse am Wohnen in den historischen Speichern. Um die Fragen, die mit der Entwicklung der Speicherstadt zu einem Innenstadtteil verbunden sind, klären zu können, hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (heute: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen) verschiedene Gutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse werden in dem "Entwicklungskonzept Speicherstadt“ zusammengefasst.

Denkmalschutz und Weltkulturerbe

Seit 1991 steht die Gesamtanlage der Speicherstadt unter Denkmalschutz. Aufgrund der herausragenden Bedeutung hat sich die Freie und Hansestadt Hamburg um eine Aufnahme der Speicherstadt in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO bemüht. Das Welterbekomitee hat am 5. Juli 2015 auf seiner 39. Sitzung in Bonn dem Hamburger Antrag auf Aufnahme der „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“ in die UNESCO-Welterbeliste zugestimmt. Hamburg hat damit sein erstes Weltkulturerbe.

Kontakt

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Viola Habeck

Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg