Sportliche Aktion für alle Hamburg geht weiter

Das war das Ziel: In 60 Tagen die Metropolregion Hamburg virtuell umwandern und insgesamt 500 Kilometer zurücklegen. Dafür waren keine sportlichen Höchstleistungen nötig. Am 1. März 2016 ging es los: mit 10 000 Schritten pro Tag. 640 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren dabei.

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Hamburg geht weiter, virtuelles Wandern, 10 000 Schritte

Sieben Mal um die Erde

640 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben gezeigt: Hamburg bewegt sich. Beim Gehwettbewerb „HAMBURG GEHT WEITER“ haben sie in 60 Tagen fast 300 000 Kilometer zurückgelegt - mit mindestens 10 000 Schritten pro Tag. Sportsenator Andy Grote überreichte den Hauptpreis im Rahmen des Sportkonvents.
Jeder Schritt zählte. Für 640 Hamburgerinnen und Hamburger galt das in den vergangenen 60 Tagen im wahrsten Sinne des Wortes. Im März und April sind sie insgesamt 426 000 000 Schritte gegangen. Das sind knapp 300 000 Kilometer oder mehr als 7000 Marathons. Gemeinsam haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des von der Freien und Hansestadt Hamburg initiierten Wettbewerbs „HAMBURG GEHT WEITER“ die Erde fast siebeneinhalb Mal umrundet.
„10.000 Schritte am Tag waren das Ziel. 420 von 640 Teilnehmern haben das geschafft – meinen Glückwunsch! Die Aktion „Hamburg geht weiter“ hat gezeigt, dass wir mit kleinen Mitteln Bewegung in unseren Alltag bringen und etwas für unsere Gesundheit tun können“, sagte Hamburgs Sportsenator Andy Grote.
Im Rahmen des 4. Hamburger Sportkonvents übergab Sportsenator Andy Grote am 10. Mai den von Hapag-Lloyd Cruises zur Verfügung gestellten Hauptpreis an die glückliche Gewinnerin. Dieser Hauptpreis wurde unter allen Teilnehmern verlost, die im Schnitt 10 000 Schritte pro Tag gegangen sind. Die Gewinnerin und eine Begleitperson habeneinen Reise für eine Woche auf der „MS EUROPA 2“ von Zypern nach Piräus gewonnen (Gesamtwert von 10 000 €).

So funktionierte der virtuelle Weg

Am 1. März 2016 ging es los. 10 000 Schritte Pro Tag, am Ende sollten nach 60 Tagen 500 Kilometer geschafft sein. Der gedachte Weg ging von Hamburg über Stade, Glückstadt, Bad Segeberg, Lübeck, Schwerin, Lüneburg und Buchholz zurück in die Hansestadt. Mitmachen konnten alle Hamburger, ob allein oder im Team. Mit einem Schrittzähler wurden die Schritte erfasst und die zurückglegte virtulle Strecke durch die Metroploregion dann online in einem Teilnehmerprofil abgebildet.

Aktuelle Studien zum Bewegungsverhalten in Deutschland

(Stand August 2015)
1. DKV-Studie „Wie gesund lebt Deutschland“, 2015
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich weltweit ca. 3,2 Millionen Menschen vorzeitig aufgrund unzureichender Bewegung (1) Bewegungsmangel gilt als anerkannter modifizierter Risikofaktor für nicht übertragbare Krankheiten. Wir sprechen davon, wenn die allgemeinen körperlichen Aktivitätsempfehlungen (2) nicht erreicht werden.

Wer also viel körperlich aktiv ist, kann chronischen Erkrankungen (3) vorbeugen. So reduziert regelmäßige moderate bis intensive körperliche Aktivität zum Beispiel das Risiko der häufigsten chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes Typ II, Brust und Darmkrebs (4).

Die allgemeinen Aktivitätsempfehlungen liegen für Erwachsene bei mindestens 150 Minuten moderater bis intensiver körperlicher Aktivität pro Woche (DKV-Studie „Wie gesund lebt Deutschland“, 2015).
(1) World Health Organization: Global status report on noncommunicable diseases 2010. Geneva, Switzerland: World Health Organization; 2011.
(2) World Health Organization: Global recommendations on physical activity for health. 2010.
(3) Physical Activity Guidelines Advisory Committee: Physical Activity Guidelines Advisory Committee Report, 2008. Edited by Services USDoHaH. Washington, DC; 2008.
(4) Lee IM, Shiroma EJ, Lobelo F, Puska P, Blair SN, Katzmarzyk PT: Effect of physical inactivity on major non- communicable diseases worldwide: an analysis of burden of disease and life expectancy. Lancet 2012, 380(9838):219-229.

Fast jede zweite befragte Person ist ein Bewegungsmuffel. 54 Prozent der Befragten sind körperlich aktiv und erreichen damit die Mindestempfehlung der WHO. Allerdings bedeutet dieses Ergebnis auch, dass die andere Hälfte der Menschen bewegungsfaul ist und sich nicht ausreichend aktiv betätigt. Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, geben 62 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer ähnlich oft an, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Frauen tun dies jedoch öfter. Sie bewegen sich mehrheitlich an sieben Tagen in der Woche (34,9 Prozent) zu Fuß oder mit dem Fahrrad, während die meisten Männer dies nur an 5 Tagen in der Woche schaffen (21,3 Prozent, DKV-Studie „Wie gesund lebt Deutschland“, 2015).

Insgesamt gehen mehr als die Hälfte der Befragten keiner intensiven Freizeitaktivität nach und sogar mehr als 30 Prozent bewegen sich in der Freizeit gar nicht (DKV-Studie „Wie gesund lebt Deutschland“, 2015).
Die Deutschen sind weniger körperlich aktiv als in den Jahren zuvor. 2014 erreichen wieder 54 Prozent der Befragten die Mindestempfehlung zur körperlichen Aktivität. Dieser Anteil bleibt somit gegenüber 2012 unverändert. Er war allerdings von 2010 bis 2012 von 60 auf 54 Prozent gesunken.
Politik, Ärzte und Arbeitgeber stehen gleichermaßen in der Verantwortung (DKV-Studie „Wie gesund lebt Deutschland“, 2015).

Wichtig in diesem Zuge ist auch das Bewusstsein einer gesundheitlichen Verantwortung von Arbeitgebern gegenüber ihren Mitarbeitern. Der vorliegende DKV-Report „Wie gesund lebt Deutschland?“ 2015 zeigt, dass Arbeit der zweithäufigste Grund für langes Sitzen ist. Daher sollte über innovative und gesundheitsfördernde Arbeitsplatzkonzepte nachgedacht werden, wie zum Beispiel das Bereitstellen von Steh-Arbeitsplätzen, die Integration von unternehmenseigenen Bewegungsangeboten, die zum Beispiel in der Pause genutzt werden könnten, regelmäßig stattfindende Veranstaltungen, die Mitarbeitern zeigen, wie sie sich auch in ihrem Arbeitsalltag ausreichend bewegen können. Derzeit wird empfohlen, die Sitz-Zeiten am Tag alle 30 Minuten zu unterbrechen (1) und dann leichte bis intensive Bewegungsformen auszuüben (DKV-Studie „Wie gesund lebt Deutschland“, 2015).

2. TK-Studie „Beweg Dich, Deutschland“, 2013
Jeder Zweite nimmt das Auto, den Bus oder die Bahn, um seine täglichen Ziele zu erreichen. Das ist nicht nur Bequemlichkeit. Hier geht es vor allem um Effizienz, denn oft geht es tatsächlich schneller mit dem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel. Das bedeutet aber auch: Wer sich zielorientiert bewegt, bewegt sich weniger. Jeder Dritte Deutsche bewegt sich weniger als eine halbe Stunde am Tag zu Fuß oder mit dem Rad fort. Und jeder Dritte verbringt den Feierabend auf dem Sofa. Nur etwa über die Hälfte derjenigen, die im Sitzen arbeiten, treiben regelmäßig Sport. Knapp jeder zweite Deutsche hat das Gefühl, sich im Alltag zu wenig zu bewegen! Genauso viele haben ein schlechtes Gewissen, weil sie sich zu wenig bewegen. Jeder Zweite, der keinen Sport treibt, sagt, dass er sich einfach nicht dazu aufraffen kann (TK-Studie „Beweg Dich, Deutschland“, 2013).

Rund 20 Prozent wünschen sich von Ihren Vorgesetzten mehr Unterstützung und Akzeptanz für sportliche Aktivitäten sowie von den Kollegen gegenseitige Motivation und Unterstützung zum Sporttreiben. Nur jeder Achte fühlt sich von seinen Vorgesetzten und seinen Kollegen in Sachen sportlicher Aktivität unterstützt und motiviert (TK-Studie „Beweg Dich, Deutschland“, 2013).

<Für eine gute Gesundheit ist Bewegung unerlässlich. Je mehr sich ein Mensch im Alltag bewegt – zu Fuß oder per Rad -, desto besser geht es ihm gesundheitlich. Von denen, die sich eine halbe Stunde und mehr am Tag draußen bewegen, bezeichnen etwa sechs von zehn ihre Verfassung als gut oder sehr gut.> TK-Studie „Beweg Dich, Deutschland“, 2013

3. Gesundheitsbericht: Gesundheit im jüngeren und mittleren Lebensalter in Hamburg (basiert auf Umfrage im Sommer 2011 in Hamburg)
Jeder zweite Hamburger achtet nach eigener Auskunft stark oder sehr stark auf ausreichend Bewegung. Jeder Vierte bewegt sich pro Woche jedoch weniger als 150 Minuten und entspricht damit nicht der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO („Gesundheit im jüngeren und mittleren Lebensalter in Hamburg“, 2014).