Deutsches Spring- und Dressur-Derby Das schwierigste Springen der Welt

Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby in Klein Flottbek genießt weltweit große Anerkennung und übt eine magnetische Anziehungskraft auf die Weltelite der Reiter aus. Vom 24. bis zum 28. Mai 2017 ist es wieder soweit.

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Reitturnier Klein Flottbek

Deutsches Spring- und Dressurderby // Derby-Park Klein Flottbek

Adresse
Hemmingstedter Weg 2, 22607 Hamburg
Termin/e
24. bis 28. Mai 2017

Hamburger Traditionsturnier

Eleganz ist ein entscheidender Faktor beim Deutschen Spring- und Dressurderby – sowohl hoch zu Ross als auch auf den Zuschauerrängen. Das Turnier in Hamburg besitzt einen ganz eigenen Charme und eine große Tradition und ist daher bei Sportlern als auch bei Zuschauern gleichermaßen beliebt. Die diesjährige Ausgabe, die insgesamt 88. des Turniers, findet am langen Himmelfahrtswochenende vom 24. bis zum 28. Mai 2017 statt. 

Das Deutsche Spring- und Dressurderby ist die einzige Station der prestigeträchtigen Fünf-Sterne-Springsportserie Longines Global Champions Tour und schon allein deshalb Zuschauermagnet. Im vergangenen Jahr kamen über 90.000 Besucher in den Derby-Park, 1,11 Millionen Menschen verfolgten das Geschehen am Fernseher.

Springen und Dressur

Das Springen findet auf einem der schwierigsten Parcours der Welt statt. Das Turnier in Hamburg stellt auch für die Weltelite der Springreiter eine große Herausforderung dar. Neben dem Geschehen zwischen Steilsprung, Oxer und Wassergraben stehen auch das rasante Speed-Derby und der Youngster-Cup auf dem Programm.

Beim Dressurderby kämpfen die Teilnehmer um das begehrte Blaue Band, das den Sieger des Hamburger Derbys auszeichnet. In der Hansestadt gibt es mit der Prüfungsform „Pferdewechsel" eine Besonderheit. Dabei starten die Reiter auf Fremdpferden. Diese Prüfungsform ist auf internationalem Niveau eher selten. Dieser Herausforderung stellen sich auch die U25- und U16-Reiter in ihrer jeweiligen Altersklasse.

Das Spring- und Dressurderby 2016

Strahlender Sonnenschein, 24 Grad und 25.000 Zuschauer – ein perfekter Rahmen für das 87. Deutsche spring Derby in Klein Flottbek. An den fünf Turniertagen kamen über 90.000 Zuschauer, das ist ein Rekord. 32 Reiter waren am Sonntag, den 8. Mai 2016 angetreten, keiner kam fehlerfrei durch, der Ire Bill Twomey auf seinem Wallach Diaghilev gewann im Stechen gegen acht Mitstreiter, die alle einen Abwurf im normalen Durchgang zu verbuchen hatten. Zweiter wurde der Brite Nigel Coupe vor dem Mecklenburger André Thieme auf Quenschbob. Vierte wurde Janne Friederike Meyer (Schenefeld) Celagon Anna. Damit blieb es bei bisher 151 Nullfehlerritten.

Twomey ritt mit gebrochenem Daumen. „Den merke ich gerade nicht mehr“, meinte der 39-Jährige. „Ich bin glücklich, dass ich jetzt in der Liste der großen Namen beim Derby aufgenommen worden bin.“ Mit seinem Sieg beendete er die 19-jährige Siegeserie der deutschen Reiter.

Im Jahr 2016 trafen sich Ross und Reiter vom 4. bis zum 8. Mai zum 87. Spring-Derby in Hamburg-Klein Flottbek. Schon vor dem Springen gab es Positives zu vermelden: Die Hamburger Kaffeefirma J. J. Darboven bleibt für weitere drei Jahre Hauptsponsor des Deutschen Spring- und Dressur-Derbys.
Neu in diesem Jahr: Die Veranstaltung ging einen Tag länger. Der Mittwoch (Eintritt frei) wurde ab sofort in den offiziellen Wettbewerbs-Kalender aufgenommen.

Wie Derby-Chef Volker Wulff versprach, sollte es 2016 noch größer und spannender werden: „Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung gemacht. Wir können zum ersten Mal mehr als eine Million Euro Preisgeld ausschütten und haben einen Gesamt-Etat von fast drei Millionen Euro erreicht.“

Klein Flottbek ist der einzige deutsche Gastgeber für die prestigeträchtige und hoch dotierte Longines Global Champions Tour, bei der die Top 30 der Welt startberechtigt sind. In diesem Jahr gibt es eine Premiere, denn zur Longines Global Champions Tour gesellt sich die Global Champions League, eine ganz neu kreierte Mannschaftswertung.

Global Champions Tour

Einen Tag zuvor hatte Altmeister Ludger Beerbaum die Nase vorn. „Es war ein wenig wie Leicesters Gewinn der Premier League“, meinte der überraschte viermalige Olympiasieger und spielte auf den Sensationserfolg des neuen englischen Fußball-Meisters an.

Den Wallach Casello reitet er erst seit wenigen Monaten. „Die Kommunikation zwischen uns ist noch nicht perfekt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau“., Beerbaum kassierte für den Erfolg 99 000 Euro. es war zugleich der erste deutsche Sieg in der diesjährigen Global Champions Tour.

Die Stars 2016

In Hamburg waren u. a. dabei: André Thieme mit Quonschbob. Mit dem Wallach wurde er 2015 in Hamburg Zweiter. Außerdem in Klein Flottbek: Der Weltranglistenerste Simon Delestre aus Frankreich, der Schwede Rolf Göran Bengtsson, Ludger Beerbaum (Riesenbohm) und die Lokalmatadorin Janne Friederike Meyer. Einer musste leider passen: Titelverteidiger und Amateur Christian Glienewinkel. Er musste sein Pferd wegen einer Verletzung von der Teilnehmerliste streichen lassen. Insgesamt waren 25 der 35 weltbesten Reiter am Start. 75 hatten für das Deutsche Derby am Sonntag gemeldet.

Das Deutsche Derby gewonnen hat der Ire Bill Twomey mit Pferd Diaghilev.

Am Freitag kam Steffi Graf!

Prominenter Besuch kam Freitag: Tennis-Star Steffi Graf (46, Olympiasiegerin 1988 in Seoul, 107 Turniersiege) besuchte die Anlage. Ludger Beerbaum (vier Olympische Goldmedaillen) zeigte  ihr die Anlage.

Das Dressur-Derby 2016

Im deutschen Dressur-Derby gab es erstmals einen spanischen Sieg. Im Finale der 58. Auflage setzte sich der in Krefeld lebende Borja Carrascosa gegen die Schwedin Michelle Hagman und die für Dänemark startende Nathalie zu Sayn Wittgenstein durch. Bei der Prüfung mussten die drei Teilnehmer jeweils auch mit den Pferden ihrer Konkurrenten reiten.

Das 58. Deutsche Dressur-Derby das ebenfalls am Sonntag, den 8. Mai, ausgetragen wurde, war mit 30 000 Euro dotiert. Die Sieger in früheren Jahren hießen u. a. Herbert Rehbein oder Isabell Werth Im vergangenen Jahr gewann Anabel Balkenhol das Turnier. Zur internationalen Dressurtour auf Vier-Sterne-Niveau gehören außerdem der Grand Prix Special und die Grand Prix Kür. Ferner tragen die U25- und die Pony-Reiter ihr Nachwuchs-Derby aus.

Es gab viel Geld

Den Teilnehmern der 38 Prüfungen winkte ein Gesamtpreisgeld von 1,1 Millionen Euro. Den Löwenanteil gab es in der neugeschaffenen Global Champions League (Freitag) und der Global Champions Tour (Sonnabend). Das Gesamtpreisgeld von 500 000 lockte die Weltelite nach Hamburg. Das Deutsche Springderby am Sonntag war mit 120 000 Euro dotiert

Großer Wall und Pulvermanns Grab 

Das Deutsche Spring-Derby - manchmal auch Hamburger Derby genannt - wird in Fachkreisen auch als schwierigste Derby weltweit bezeichnet. Traditionell ist es für das Publikum der Höhepunkt des gesamten Turniers.

Eine Besonderheit ist der aus Naturhindernissen bestehende Parcours, der zudem mit 1250 Metern für heutige Verhältnisse eine ungewöhnliche Länge aufweist. Die Prüfung fordert also neben Springvermögen in besonderem Maße Mut, Vertrauen und Kondition von Pferd und Reiter. Der Parcours wurde 1920 vom leidenschaftlichen Jagdreiter Eduard Pulvermann gestaltet, der die Naturhindernisse an die holsteinischen Landschaft anlehnte . Seitdem wurden weder die Linienführung noch die Hindernisse verändert. Lediglich die Höhe der Hindernisse wurde über die Jahrzehnte an das gestiegene Leistungsniveau angepasst.

Unter den weltberühmten Naturhindernissen ist der 3,50 Meter hohe „Große Wall“ die größte Attraktion. Es geht 80 Grad steil bergab. Der Wall wurde in diesem Jahr leicht abgeflacht, um beim Abrutschen etwas mehr Führung zu ermöglichen. Nur einen Galoppsprung hinter dem steilen Wallabhang steht schon die „Weiße Planke“. In der Geschichte des Derbys passierten hier die meisten Springfehler.

Ein weiteres berühmt-berüchtigtes Hindernis ist „Pulvermanns Grab“ - ein zwei Meter breiter Wassergraben mit je einem Steilsprung davor und dahinter. Als Springreiter überwand Eduard Pulvermann, der diese schwierige Sprungkombination entwickelte dieses Hindernis kein einziges Mal. Daher auch sein Name.

Eine dritte ungewöhnliche Herausforderung für Reiter und Ross sind die zwei „Irischen Wälle“. Zwei Naturhindernisse mit zwei aufeinanderfolgenden Wällen. Vor dem Absprung auf den ersten Wall und nach dem Absprung vom zweiten Wall müssen Pferd und Reiter einen kleinen Steilsprung bewältigen. Auch sie wurden in diesem Jahr etwas entschärft.
Insgesamt hat der Parcours 17 Hindernisse mit 26 Sprüngen.

Weitere Informationen und Tickets unter: Deutsches Spring- und Dressurderby