Deutsches Spring- und Dressur-Derby Das schwierigste Springen der Welt

Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby in Klein Flottbek genießt weltweit großen Respekt und übt eine magnetische Anziehungskraft auf die Weltelite der Reiter aus. 2016 fand das Turnier vom 4. bis 8. Mai statt.

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Reitturnier Klein Flottbek

Das Derby 2017

Im kommenden Jahr findet die 88. Veranstaltung vom 24. bis zum 28. Mai statt, fast drei Wochen später als in diesem Jahr. Der Veranstalter hat mit der Global Champions Tour noch einen Vertrag 2018. Kern der Veranstaltung bleibt jedoch das deutsche Derby. Allerdings ist eines klar: Ein großes Zugpferd ist die Global Champions Tour und das dazu gehörige Preisgeld von 500 000 Euro.

Hamburg will sich übrigens für die Europameisterschaft 2019 bewerben. dafür muss die Anlage aber zeitgemäß renoviert werden. Innen- und Sportsenator Andy Grote steht dem positiv gegen über. „Der Senator hat bekräftigt, am Standort Klein Flottbek festzuhalten, sagte Turnierdirektor Volker Wulff.

Irischer Frühling beim Derby in Flottbek

Strahlender Sonnenschein, 24 Grad und 25 000 Zuschauer – ein perfekter Rahmen für das 87. Deutsche spring Derby in Klein Flottbek. An den fünf Turniertagen kamen über 90 000 Zuschauer, das ist ein Rekord. 32 Reiter waren am Sonntag, den 8. Mai 2016 angetreten, keiner kam fehlerfrei durch, der Ire Bill Twomey auf seinem Wallach Diaghilev gewann im Stechen gegen acht Mitstreiter, die alle einen Abwurf im normalen Durchgang zu verbuchen hatten. Zweiter wurde der Brite Nigel Coupe vor dem Mecklenburger André Thieme auf Quenschbob. Vierte wurde Janne Friederike Meyer (Schenefeld) Celagon Anna. Damit blieb es bei bisher 151 Nullfehlerritten.

Twomey ritt mit gebrochenem Daumen. „Den merke ich gerade nicht mehr“, meinte der 39-Jährige. „Ich bin glücklich, dass ich jetzt in der Liste der großen Namen beim Derby aufgenommen worden bin.“ Mit seinem Sieg beendete er die 19-jährige Siegeserie der deutschen Reiter.

Im Jahr 2016 trafen sich Ross und Reiter vom 4. bis zum 8. Mai zum 87. Spring-Derby in Hamburg-Klein Flottbek. Schon vor dem Springen gab es Positives zu vermelden: Die Hamburger Kaffeefirma J. J. Darboven bleibt für weitere drei Jahre Hauptsponsor des Deutschen Spring- und Dressur-Derbys.
Neu in diesem Jahr: Die Veranstaltung ging einen Tag länger. Der Mittwoch (Eintritt frei) wurde ab sofort in den offiziellen Wettbewerbs-Kalender aufgenommen.

Wie Derby-Chef Volker Wulff versprach, sollte es 2016 noch größer und spannender werden: „Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung gemacht. Wir können zum ersten Mal mehr als eine Million Euro Preisgeld ausschütten und haben einen Gesamt-Etat von fast drei Millionen Euro erreicht.“

Klein Flottbek ist der einzige deutsche Gastgeber für die prestigeträchtige und hoch dotierte Longines Global Champions Tour, bei der die Top 30 der Welt startberechtigt sind. In diesem Jahr gibt es eine Premiere, denn zur Longines Global Champions Tour gesellt sich die Global Champions League, eine ganz neu kreierte Mannschaftswertung.

Global Champions Tour

Einen Tag zuvor hatte Altmeister Ludger Beerbaum die Nase vorn. „Es war ein wenig wie Leicesters Gewinn der Premier League“, meinte der überraschte viermalige Olympiasieger und spielte auf den Sensationserfolg des neuen englischen Fußball-Meisters an.

Den Wallach Casello reitet er erst seit wenigen Monaten. „Die Kommunikation zwischen uns ist noch nicht perfekt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau“., Beerbaum kassierte für den Erfolg 99 000 Euro. es war zugleich der erste deutsche Sieg in der diesjährigen Global Champions Tour.

Eintrittskarten gibt es hier

Die Stars 2016

In Hamburg waren u. a. dabei: André Thieme mit Quonschbob. Mit dem Wallach wurde er 2015 in Hamburg Zweiter. Außerdem in Klein Flottbek: Der Weltranglistenerste Simon Delestre aus Frankreich, der Schwede Rolf Göran Bengtsson, Ludger Beerbaum (Riesenbohm) und die Lokalmatadorin Janne Friederike Meyer. Einer musste leider passen: Titelverteidiger und Amateur Christian Glienewinkel. Er musste sein Pferd wegen einer Verletzung von der Teilnehmerliste streichen lassen. Insgesamt waren 25 der 35 weltbesten Reiter am Start. 75 hatten für das Deutsche Derby am Sonntag gemeldet.

Das Deutsche Derby gewonnen hat der Ire Bill Twomey mit Pferd Diaghilev.

Am Freitag kam Steffi Graf!

Prominenter Besuch kam Freitag: Tennis-Star Steffi Graf (46, Olympiasiegerin 1988 in Seoul, 107 Turniersiege) besuchte die Anlage. Ludger Beerbaum (vier Olympische Goldmedaillen) zeigte  ihr die Anlage.

Das Dressur-Derby 2016

Im deutschen Dressur-Derby gab es erstmals einen spanischen Sieg. Im Finale der 58. Auflage setzte sich der in Krefeld lebende Borja Carrascosa gegen die Schwedin Michelle Hagman und die für Dänemark startende Nathalie zu Sayn Wittgenstein durch. Bei der Prüfung mussten die drei Teilnehmer jeweils auch mit den Pferden ihrer Konkurrenten reiten.

Das 58. Deutsche Dressur-Derby das ebenfalls am Sonntag, den 8. Mai, ausgetragen wurde, war mit 30 000 Euro dotiert. Die Sieger in früheren Jahren hießen u. a. Herbert Rehbein oder Isabell Werth Im vergangenen Jahr gewann Anabel Balkenhol das Turnier. Zur internationalen Dressurtour auf Vier-Sterne-Niveau gehören außerdem der Grand Prix Special und die Grand Prix Kür. Ferner tragen die U25- und die Pony-Reiter ihr Nachwuchs-Derby aus.

Es gab viel Geld

Den Teilnehmern der 38 Prüfungen winkte ein Gesamtpreisgeld von 1,1 Millionen Euro. Den Löwenanteil gab es in der neugeschaffenen Global Champions League (Freitag) und der Global Champions Tour (Sonnabend). Das Gesamtpreisgeld von 500 000 lockte die Weltelite nach Hamburg. Das Deutsche Springderby am Sonntag war mit 120 000 Euro dotiert

Eintrittskarten gibt es hier

Großer Wall und Pulvermanns Grab 

Das Deutsche Spring-Derby - manchmal auch Hamburger Derby genannt - wird in Fachkreisen auch als schwierigste Derby weltweit bezeichnet. Traditionell ist es für das Publikum der Höhepunkt des gesamten Turniers.

Eine Besonderheit ist der aus Naturhindernissen bestehende Parcours, der zudem mit 1250 Metern für heutige Verhältnisse eine ungewöhnliche Länge aufweist. Die Prüfung fordert also neben Springvermögen in besonderem Maße Mut, Vertrauen und Kondition von Pferd und Reiter. Der Parcours wurde 1920 vom leidenschaftlichen Jagdreiter Eduard Pulvermann gestaltet, der die Naturhindernisse an die holsteinischen Landschaft anlehnte . Seitdem wurden weder die Linienführung noch die Hindernisse verändert. Lediglich die Höhe der Hindernisse wurde über die Jahrzehnte an das gestiegene Leistungsniveau angepasst.

Unter den weltberühmten Naturhindernissen ist der 3,50 Meter hohe „Große Wall“ die größte Attraktion. Es geht 80 Grad steil bergab. Der Wall wurde in diesem Jahr leicht abgeflacht, um beim Abrutschen etwas mehr Führung zu ermöglichen. Nur einen Galoppsprung hinter dem steilen Wallabhang steht schon die „Weiße Planke“. In der Geschichte des Derbys passierten hier die meisten Springfehler.

Ein weiteres berühmt-berüchtigtes Hindernis ist „Pulvermanns Grab“ - ein zwei Meter breiter Wassergraben mit je einem Steilsprung davor und dahinter. Als Springreiter überwand Eduard Pulvermann, der diese schwierige Sprungkombination entwickelte dieses Hindernis kein einziges Mal. Daher auch sein Name.

Eine dritte ungewöhnliche Herausforderung für Reiter und Ross sind die zwei „Irischen Wälle“. Zwei Naturhindernisse mit zwei aufeinanderfolgenden Wällen. Vor dem Absprung auf den ersten Wall und nach dem Absprung vom zweiten Wall müssen Pferd und Reiter einen kleinen Steilsprung bewältigen. Auch sie wurden in diesem Jahr etwas entschärft.
Insgesamt hat der Parcours 17 Hindernisse mit 26 Sprüngen.

Spaß für die ganze Familie

Neben Spitzensport zu Pferd, bietet die Veranstaltung Spaß für die ganze Familie: Hüpfburgen für die Kleinen, Bierstände und gehobene Gastronomie für die Erwachsenen. Dass sich die Reiter immer mal wieder unters Publikum mischen, verleiht dem Pferde-Event ein familiäres Flair. Jedenfalls lieben die Hamburger das Reitspektakel, 2014 kamen 84 700 Zuschauer nach Klein Flottbek – Rekord.

Zahlen zum Derby 2016

200 Springreiter aus 30 Nationen sind nach Klein Flottbek gekommen. Zusammen mit den Dressurreitern teilen sie sich 550 Pferdeboxen.

Zahlen zum Derby 2015

Beim Springderby nahmen im vergangenen Jahr 112 Reiter aus 23 Nationen mit 258 Pferden teil. Hinzu kamen 86 Amateure aus 15 Ländern mit 132 Pferden.Desweiteren hatten 38 Dressurreiter aus 15 Ländern mit 55 Pferden gemeldet. Insgesamt standen in den vier Turniertagen über 500 Pferde in mobilen Ställen auf der Anlange in Klein Flottbek.
Von 2002 bis 2010 war das Deutsche Spring-Derby die erste Station der Riders Tour. Seit 2011 bildet es die zweite Station der Turnierserie. Der Kooperationsvertrag mit der veranstaltenden EN GARDE Marketing GmbH läuft noch bis einschließlich 2024.
Der Veranstalter freute sich im Jahr 2015 über 87 000 Reitsportfans – sovie, wie nie zuvor. 40 Mitarbeiter der Agentur EN GARDE und 450 Helfer sorgten für eine Reibungslose Turnierwoche.

Weitere Informationen und Tickets

 

 

 

 

 

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Das schwierigste Springen der Welt
Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby in Klein Flottbek genießt weltweit großen Respekt und übt eine magnetische Anziehungskraft auf die Weltelite der Reiter aus. 2016 fand das Turnier vom 4. bis 8. Mai statt.
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20160509 13:04:53