Amateur-Boxen Kubaner dominieren in Hamburg

Zum ersten Mal seit 1995 (Berlin) fand in Deutschland wieder eine Amateur-Box-Weltmeisterschaft statt. Vom 25. August bis zum 2. September flogen die Fäuste in der Sporthalle Hamburg. Die Weltmeisterschaft ist nach den Olympischen Spielen das größte und wichtigste Ereignis im Amateur-Boxen.

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Amateur-Box-WM in Hamburg

AIBA Box-WM // Sporthalle Hamburg

Adresse
Krochmannstraße 55, 22297 Hamburg
Termin/e
25. August bis 2. September 2017
Eintritt
ab 10 Euro
Tickets
AIBA Box-WM

280 Boxer in Hamburg

Es war eine der größten Sportveranstaltungen des Jahres: Die 19. Amateur-Box-WM (offiziell AIBA World Boxing Championships 2017) in der Hamburger Sporthalle (25. August bis 2. September 2017). 280 Boxer aus über 80 Nationen waren am Start. Die Wettkämpfe wurden dominiert von den kubanischen Boxern, die fünf der in zehn Gewichtsklassen zu vergebenen Titel einheimsten. Die weiteren Titel gingen nach Frankreich, Kasachstan, Usbekistan, Aserbaidschan und die Ukraine.

Die deutschen Boxer waren in den Finals nicht vertreten. Eine Medaille gab es aber doch für das deutsche Team: Abass Barraou aus Oberhausen holte im Weltergewicht Bronze. Er war der einzige deutsche Teilnehmer, der es in ein Halbfinale geschafft hatte. Der Hamburger Artem Harutyunyan schied bei seinem Heimspiel bereits im Viertelfinale gescheitert.

Die Weltmeister im Überblick

Halbfliegengewicht (46-49 kg): Joahnys Argilagos (Kuba; 3:2 im Finale gegen Hasanboy Dusmatov, Usbekistan)
Fliegengewicht (-52 kg): Yosbany Veitia (Kuba; 5:0 im Finale gegen Jasurbek Latipov, Usbekistan)
Bantamgewicht (-56 kg): Kairat Yeraliyev (Kasachstan; 5:0 im Finale gegen Duke Ragan, USA)
Leichtgewicht (-60 kg): Sofiane Oumiha (Frankreich; 5:0 im Finale gegen Lazaro Alvarez Estrada, Kuba)
Halbweltergewicht (-64 kg): Andy Cruz Gomez (Kuba; 5:0 im Finale gegen Ikboljon Kholdarov, Usbekistan)
Weltergewicht (-69 kg): Shakhram Giyasov (Usbekistan; 5:0 im Finale gegen Roniel Iglesias, Kuba)
Mittelgewicht (-75 kg): Oleksandr Khyzhniak (Ukraine; 5:0 im Finale gegen Abilkhan Amankul, Kasachstan)
Halbschwergewicht (-81 kg): Julio La Cruz (Kuba, 5:0 im Finale gegen Joseph Ward, Irland)
Schwergewicht (-91 kg): Erislandy Savon (Kuba; 3:2 im Finale gegen Evgeny Tishchenko, Russland)
Superschwergewicht (+91 kg): Mahammadrasul Majidov (Aserbaidschan, 4:1 im Finale gegen Kamshybek Kunkabayev, Kasachstan)

Veranstaltet wurde der Höhepunkt des Boxjahres vom Weltverband AIBA (International Boxing Association). Die Weltmeisterschaft ist nach den Olympischen Spielen das größte Ereignis im Amateurboxen. Erstmals seit 1995 fand damit wieder eine Box-WM in Deutschland statt. Die Hansestadt wurde 2015 in Doha als Austragungsort beschlossen. In der Abstimmung setzte sich Hamburg gegen die Mitbewerberstädte Sotschi (Russland) und Taschkent (Usbekistan) durch.

Aktuelle Ansetzungen und Ergebnisse zu den kämpfen finden Sie unter: AIBA Boxing

Live im Internet

Alle kämpfe der Box-WM werden live auf sportddeuscthland.tv übertragen. Viel schöner ist es natürlich in der Halle, direkt am Ring, aber für die, die es nicht schaffen, ist der Live-Stream wohl die perfekte Alternative, um die Kämpfe zu verfolgen. 

Der Livestream ist verfügbar unter: AIBA Box-WM Live | Boxing 2017

Fakten

Teilnehmer
Das Teilnehmerfeld ist komplett. Vom 26. bis 29. Juni 2017 wurden als letzte Qualifikationsmöglichkeit für die Weltmeisterschaft die Ozeanien-Meisterschaften ausgetragen. Für die WM in Hamburg qualifiziert sind Boxer aus 82 Nationen. Das größte Team stellt wenig überraschend die Boxer-Nation Kuba, die zehn Kämpfer in die Hansestadt entsendet.

Deutscher Kader
Der Kader des deutschen Teams steht bereits fest. Mit dem Adler auf der Brust werden folgende Boxer im Ring stehen:

Als Ersatz stehen mit Peter Kadiru (über 91 kg) und Robert Harutyunyan (bis 60 kg) noch zwei Hamburger bereit. Kadiru boxte in der vergangenen Saison für die Hamburg Giants in der Bundesliga, Robert Harutyunyan ist der ältere Bruder von Artem Harutyunyan, der 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio Bronze holte.

Medaillen
MedaillenIn einem Wettbewerb wurde über das Design der WM-Medaillen abgestimmt. Das Sieger-Design wurde von Lucas Loritz aus Darmstadt eingereicht. Der rund Medaillenkorpus wird durchbrochen von der Silhouette eines Boxhandschuhs – ein gelungener Entwurf, den sich mit Sicherheit jeder Boxer gerne um den Hals hängen würde. Die Medaillen gehen in Kürze in die Produktion, damit sie pünktlich zum 25. August, dem Auftakt der Box-WM in Hamburg, bereit liegen. Dort werden sie dann nach acht Tagen Wettkampfgeschehen den besten Boxern in zehn Gewichtsklassen verliehen.

Gewichtsklassen
Geboxt wird in zehn Gewichtsklassen: Halbfliegengewicht (bis 49 kg), Fliegengewicht (bis 52 kg), Bantamgewicht (bis 56), Leichtgewicht (bis 60), Halbweltergewicht (bis 64), Weltergewicht (bis 69), Mittelgewicht (bis 75), Halbschwergewicht (bis 81), Schwergewicht (bis 91), Superschwergewicht (über 91).

Optimale Bedingungen
Gleich neben der Sporthalle Hamburg, in der die Wettkämpfe stattfinden, steht die Leichtathletikhalle. Dort können die Boxer unter optimalen Bedingungen trainieren. Zudem fungiert die Leichtathletikhalle als Pressezentrum. Es wird also eine Box-WM der kurzen Wege. Weitere Trainingsmöglichkeiten finden die Boxer in der Verbandshalle des Hamburger Amateurbox-Verbands am Braamkamp.

WM-Historie
Die WM wird seit 1974 (Kuba) ausgetragen. Bis 1986 alle vier Jahre, ab 1989 alle zwei Jahre. Zuletzt fand sie 2015 in Doha (Katar) statt. Erfolgreichste Nation war dabei die Boxernation Kuba mit vier Gold-Medaillen, Deutschland ging leer aus. Die letzten Medaillen für Deutschland holten Eric Pfeifer (über 95 kg) und Araik Marutjan (bis 69 kg) 2013 in Almaty (Kasachstan). Beide erkämpften sich Bronze.

Deutsche Weltmeister
Insgesamt gab es bisher fünf deutsche Weltmeister. Und alle wechselten später mehr oder weniger erfolgreich ins Profilager. Der erste deutsche Weltmeister war 1989 in Moskau Henry Maske (bis 81 kg). Von 1993 von 1996 war er Profiweltmeister im Halbschwergewicht. Weitere deutsche Amateur-Weltmeister: Torsten May (bis 81 kg) und Marco Rudolph (bis 60 kg) 1991 in Sydney, Zoltan Lunka (bis 51 kg) 1995 in Berlin und Jack Culcay (bis 69 kg) 2009 in Mailand. Culcay ist aktueller Interims-Weltmeister der WBA im Halbmittelgewicht.


Weitere Informationen und Tickets unter: AIBA World Boxing Championships

Kubaner dominieren in Hamburg
Zum ersten Mal seit 1995 (Berlin) fand in Deutschland wieder eine Amateur-Box-Weltmeisterschaft statt. Vom 25. August bis zum 2. September flogen die Fäuste in der Sporthalle Hamburg. Die Weltmeisterschaft ist nach den Olympischen Spielen das größte und wichtigste Ereignis im Amateur-Boxen.
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