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Oh du wunderschöne Alster... (2)

von Nina Klein

Außenalster und Binnenalster prägen das Bild der Hamburger Innenstadt. Aber seit wann gibt es die Alster eigentlich? Und wußten Sie, dass der 10. Meridian auf der Kennedybrücke gekennzeichnet ist? Das und noch viel mehr erfahren Sie hier. 

 

 

Die Geschichte
In Hamburg ist die Alster seit etwa 1190 aufgestaut, um eine Mühle zu betreiben.  1235 wurde sie auf Höhe des heutigen Jungfernstieges durch den "Oberdamm" aufgestaut, um Mühlen zu betreiben. Die Oberalster wurde im 15. Jahrhundert während des Baus des Alster-Beste-Kanals kanalisiert. Neben der Elbe war die Alster ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Badeanstalt in der Binnenalster Badeanstalt in der Binnenalster 1808. Blick auf das östliche Ufer, heute Ballindamm. Das Badeschiff wurde 1793 auf Anregung der Patriotischen Gesellschaft mit 12 Badekammern gebaut. 1845 wurde es an die Außenalster verlagert.

(historic-maps.de)

Reger Schiffsverkehr im 16. Jahrhundert brachte Wirtschaftsgüter von den umgebenden Ländereien zur Stadt. Die zum Schutz der Stadt 1615-26 errichteten Befestigungsanlagen führten in Höhe der Lombardsbrücke/Kennedybrücke zur Teilung in Binnen- und Außenalster.

Nach der Schleifung der Wälle und Bastionen zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Wallring nach Plänen des Bremer Kunstgärtners Isaak Hermann Altmann in eine öffentliche Grünanlage umgestaltet.

Der Große Brand von Hamburg 1842 zerstörte die Innenstadt fast vollständig und veränderte das Gesicht der Binnenalster. Brücken entstanden, und durch neue Schleusen senkte man den Wasserstand der Alster um einen Meter. Dadurch wurden die Alsterwiesen, besonders im Bereich Harvestehude, Eppendorf, Winterhude und Uhlenhorst vor den häufigen Überschwemmungen geschützt. Kleine Alsterzuläufe, wie z.B. Eilbek oder Osterbek, wurden kanalisiert, Bäche zugeschüttet und das umliegende Gebiet durch Aufschüttung zu Bauland umgewandelt.

Die Lombardsbrücke markiert den alten Verlauf der Stadtbefestigung, die die Außenalster von der Binnenalster trennt. Da die Brücke den Straßenverkehr nicht mehr bewältigen konnte, kam 1953 die Neue Lombardsbrücke nördlich der alten Konstruktion hinzu, die 1963 in Kennedybrücke umbenannt wurde. Auf der Kennedybrücke ist übrigens der 10. Meridian gekennzeichnet.

Entwicklung der Stadtteile
Die beiden Alsterseiten entwickelten sich unterschiedlich: An der östlichen Außenalster war bis Anfang des 19. Jahrhunderts nur das Ufer St. Georgs befestigt. 1820 entstand eine Uferpromenade mit geschnittener Lindenallee. Sie wurde 1875 unter Oberbauingenieur Franz Andreas Meyer "im bewussten Gegensatz zu dem städtischen Charakter der Binnenalster" mit landschaftlich gestalteten Grünanlagen ergänzt. Zur gleichen Zeit wurde eine Ringstraße um die Außenalster geplant und schrittweise verwirklicht. Sie sollte den öffentlichen Zugang zu den Ufern ermöglichen.

(H.-R. Kinkel)

Im Bereich Uhlenhorst und Winterhude lag zwischen Feenteich und Langem Zug ein Pachtgut der Hamburger Kämmerei. Zur Bewirtung der Ratsgäste wurde dort bereits 1711 ein Landhaus errichtet. An der Schönen Aussicht befindet sich noch heute das Gästehaus des Hamburger Senats. Zwischen 1885 und 1892 schuf F. A. Meyer hier die uferbegleitenden Grünanlagen von der Schönen Aussicht bis zur Fernsicht.

An der westlichen Alsterseite entwickelten sich die Gebiete Rotherbaum und Harvestehude nach Aufhebung der Torsperre 1860/61 zu einem bevorzugten Wohnort Hamburger Kaufleute. Das Klosterland Harvestehude, seit 1680 teilweise Pachtland der Gärtnerei Böckmann, wurde nach und nach verkauft.

Prunkvolle Stadthäuser und Villen - Zeugen hanseatischen Kaufmannsstolzes - entstanden am Harvestehuder Weg. Bauten bedeutender Architekten, wie Haller, Chateauneuf und Jolasse prägen noch heute das Gesicht dieser Gegend.

 

 
 
 
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