Nach BID jetzt HID: Wohnen durch eigene Initiative verbessern

Nach BID jetzt HID: Wohnen durch eigene Initiative verbessern

Hamburg hat die ersten Eckpunkte für ein Gesetz festgelegt, mit dem zukünftig Housing Improvement Districts (HID) eingerichtet werden können. Private Initiativen aus Grundstückseigentümern schließen sich zusammen, um gemeinsam ihr Quartier zu verschönern. Das Gesetz ist die Grundlage, auf der eine finanzielle Abgabe von allen Eigentümern eingezogen werden kann. Diese Mittel werden für die vorher festgelegten Maßnahmen im Quartier eingesetzt. Pilotprojekt in Hamburg ist die Großwohnsiedlung Steilshoop. Das HID Steilshoop ist ein Projekt im Rahmen der Lebenswerten Stadt Hamburg.

 

Stadtentwicklungssenator Axel Gedaschko: „Mit den HIDs schaffen wir ein wichtiges Instrument, das Eigentümer bei ihrer Eigeninitiative unterstützt und begleitet. Ein Ziel ist es, dass Eigentümer und Mieter ihr direktes Umfeld attraktiver gestalten und sich mit ihrem Stadtteil identifizieren. Die Lebensqualität steigt und in einigen Gebieten – wie z.B. Steilshoop - erhoffen wir uns ein sichtbar verbessertes Lebensumfeld.“

 

Das Gesetz soll Anfang 2008 in Kraft treten. Zuvor hatte Hamburg sich für die Ergänzung des Baugesetzbuches eingesetzt. Durch die Ergänzung des § 171f BauGB haben Landesgesetzgeber jetzt die Kompetenz, eine gesetzliche Grundlage für die Errichtung von privaten Initiativen zur Stadtentwicklung zu schaffen. HIDs sollen in allen Arten von Wohnquartieren eingerichtet werden können. Das heißt auch in Quartieren, in denen neben Wohnungen Geschäfte und Dienstleistungen sind.

 

Wichtig ist, dass nur solche Maßnahmen umgesetzt werden können, die nicht Aufgabe der Stadt sind. Es muss sich immer um zusätzliche, ergänzende Maßnahmen handeln.

 

In Steilshoop geht es in erster Linie um die Pflege des öffentlichen Raums: Die zentrale Mittelachse, die alle Häuser verbindet, soll umgestaltet werden. Hier läuft bereits ein Wettbewerb, der aus den Mitteln der Lebenswerten Stadt finanziert wird. Die Reinigung der Fassaden, der Wege und der Grünflächen sind weitere mögliche HID-Maßnahmen. Auch das Umfeld und das Angebot des Einkaufszentrums sollen verbessert werden.

 

Das HID in Steilshoop wird von Vertretern der Hamburger Wohnungswirtschaft (SAGA/GWG, Gagfah, Genossenschaften), dem Bezirksamt Wandsbek, der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) vorbereitet. In der jetzigen Phase werden die Maßnahmen ausgewählt, abgestimmt und kalkuliert. Ziel ist, dass der Antrag zur Einrichtung eines HID Anfang 2008 gestellt wird. Die HafenCity Universität (HCU) wird das Pilotprojekt bis Mitte 2008 wissenschaftlich begleiten.

 

In einem Experten-Workshop hat die BSU am 13. Juni 2007  rechtliche, stadtplanerische und strukturelle Aspekte von HIDs behandelt. Damit wurden auch Auffassungen, Anregungen, Stellungnahmen von Vertretern einzelner Kammern, Verbände, der Wohnungswirtschaft, Hamburgischer Behörden und Bezirke sowie anderer Landesverwaltungen aufgenommen und diskutiert.

Nach BID jetzt HID: Wohnen durch eigene Initiative verbessern
20100219 04:15:22