Gängeviertel Alternative Stadtentwicklung

"Komm in die Gänge!", fordern plakative rote Aufkleber am Valentinskamp in der Neustadt kurz und bündig. Wer dem Aufruf folgt, betritt das Gängeviertel: historischer Teil der Innenstadt, Kunstobjekt und Sozialprojekt. 2016 feierte es sein siebenjähriges Bestehen. 

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Gängeviertel

Adresse
Valentinskamp 40, 20355 Hamburg
Feier zum achtjährigen Bestehen
Der Termin für 2017 steht noch nicht fest.

Über die Feier zum achtjährigen Geburtstag des Gängeviertels berichten wir rechtzeitig an dieser Stelle. 

Das waren Sieben Jahre Gängeviertel

Der 7. Geburtstag des Gängeviertels wird vom 26. bis 28. August gefeiert. Das Gängeviertel ist selbstverständlich wesentlich älter, die Ursprünge des ehemaligen Arbeiterviertels liegen im 18. Jahrhundert. Doch sieben Jahre sind nun vergangen, seit eine Gruppe aus Kunstschaffenden und politisch Aktiven die Gebäude am Valentinskamp besetzt und damit vor dem Abriss bewahrt hat. Jedes Jahr aufs Neue ein Grund zum Feiern. 

Das will das Gängeviertel mit einem reichhaltigen Programm aus Musik, Kunst, Kinderprogramm und Information tun. Zwei Programmhöhepunkte sind die Aufführung von "A Lovely Piece Of Shit" am Samstag und der Faltenrock-Tanzabend am Sonntag. Dazu kommen zahlreiche Ausstellungen und Installationen der Künstler aus dem Gängeviertel. Anton Koch eröffnet bereits am Donnerstagabend um 19 Uhr in der Fabrique seine neue Ausstellung. Punk Disco, Cumbia Party, Konzerte - musikalisch wird am Wochenende viel los sein im Gängeviertel. 

Das vollständige und ständig aktualisierte Programm gibt es auf der Facebook-Seite des Gängeviertels

Statt Geld Stadt

Neben aller Unterhaltung geht es aber auch darum, die Sinne für alternative Stadtentwicklung zu schärfen. Gleich am Freitag um 19 Uhr findet eine Podiumsdiskussion zum Thema "STATT GELD STADT" statt, bei der mit befreundeten Projekten ausgelotet werden soll, welche Erfahrungen in Hamburg bisher mit der Sicherung, aber auch Zerstörung von alternativen Frei- und Möglichkeitsräumen gemacht worden sind. Um gesellschaftliche Ein- und Ausschlüsse geht es auch in der partizipativen Ausstellung von Nils Kasiske. Die Ausstellung feiert am Freitag Vernissage. 


Quelle: Hamburg 1

Geschichte des Viertels

Die Anfänge reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Ursprünglich zog sich das enge Arbeiterviertel vom Hafen über die Neustadt bis zur Innenstadt. Über die Zeit verschwanden durch Abriss oder Zerstörung jedoch immer mehr der historischen Gebäude. Am 22. August 2009 besetzte eine Gruppe Kunstschaffender und Aktivisten die zum Abriss geplanten Häuser am Valentinskamp. Was anfangs verfallener Raum im schlechten Zustand war, entwickelte sich über die Monate zu Wohnungen, Ateliers, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen. Heute präsentiert sich das Gängeviertel als außergewöhnliches Viertel in der Neustadt, in dem Raum für Kunst und soziale Projekte geschaffen wurde.

Mit der Initiative "Komm in die Gänge" und der Genossenschaft Gängeviertel eG gibt es zwei Träger, die sich für die Belange des Viertels im Dialog mit der Stadt Hamburg einsetzen. Derzeit läuft eine großangelegte Sanierung der Gebäude und mit dem Kupferdiebhaus war im Februar 2015 bereits das erste Objekt bezugsfertig. Im Herbst 2015 wird mit dem Jupihaus das zweite Gebäude fertiggestellt und Ende 2015 soll dann auch die Fabrique, das kulturelle Zentrum des Viertels, in neuem Glanz erstrahlen. Das Bild im Gängeviertel prägt seit kurzem ein riesiges Wandgemälde am Kupferdiebhaus, das vom Berliner Künstlerduo Low Bros, das eine Vergangenheit im Gängeviertel hat, verwirklicht wurde.

Mehr als nur ein Viertel

Zum dreijährigen Bestehen des Gängeviertels erschien mit der Veröffentlichung "Mehr als ein Viertel" ein autobiografisches Buch über das Viertel. Das Buch illustriert den Werdegang eines ehemaligen Arbeiterviertels, in dem 1833 der Komponist Johannes Brahms zur Welt kam. Ein Viertel, das sich ursprünglich vom Hafen bis zur Innenstadt erstreckte, das nach der Cholera-Epedemie 1892 fast komplett abgerissen sowie im Zweiten Weltkrieg zerbombt wurde und im Zuge des Wiederaufbaus und späterer Modernisierung größtenteils neuen Bürogebäuden weichen musste. Übrig sind nun eine Handvoll Häuser zwischen Bäckerbreitergang, Caffamacherreihe, Valentinskamp und Speckstraße. Wer mehr über die Geschichte des Gängeviertels und die Hintergründe zum Projekt lesen möchte, kann das Buch bei Amazon bestellen.

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