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Wie sieht die Zukunft der Osterstraße aus?
Die Parks als besondere Qualität der Osterstraße, neue Müllentsorgungssysteme, Sitzbänke, Infotafeln und Bepflanzung, Fahrradwege auf der Straße, die Vielfalt an Menschen und Geschäften als Plus nutzen...
Es gibt viele Ideen zur Entwicklung der Osterstraße. Doch wie geht es weiter?
Befragungen haben ergeben, dass die Osterstraße aufgrund ihrer Vielfältigkeit und Lebendigkeit ein durchaus positives Image hat. Allerdings sind in den letzten Jahren zwei gegenläufige Trends zu beobachten: Zum einen haben sich im nordwestlichen Teil der Osterstraße erhebliche Veränderungen und ein deutlicher Attraktivitätsgewinn durch Ansiedlungen neuer Gastronomie ergeben, zum anderen gibt es Anzeichen schwächer werdenden Einzelhandels im zentralen Bereich. Aus Sicht des Bezirks Eimsbüttel, für den die Osterstraße nach wie vor eine hohe Bedeutung als Zentrum hat, besteht daher die Notwendigkeit, frühzeitig allen Abwärtstendenzen entgegen zu wirken.
Gemeinsam mit Anwohnern, Einzelhändlern und Gewerbetreibenden, Grundeigentümern und lokalpolitischen Akteuren sind viele Ideen und Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung der Osterstraße entwickelt worden und in ein Maßnahmenkonzept zur zukunftsorientierten Entwicklung und Attraktivitätssteigerung der Osterstraße als Einkaufsstraße aber auch als Wohnstandort eingeflossen.
Die Themenschwerpunkte dieses Konzeptes:
- Branchenmix/Angebotsvielfalt: Wohin soll sich der Standort Osterstraße mit Blick auf das Einzelhandels- und Gastronomieangebot entwickeln?
- Veranstaltungen/Events: Welche weiteren Formate, neben dem bereits sehr erfolgreichen Osterstraßenfest, passen in das Profil der Osterstraße als lebendiges und vielfältiges Quartier?
- Qualifizierung des öffentlichen Raums: Ist der öffentliche Raum, sind Straßen und Plätze mit Blick auf Ausstattung und Gestaltung ausreichend attraktiv? Wo sind Ansätze für eine Verbesserung zu sehen?
- Image / Marketing / Kommunikation: Wie positioniert sich die Osterstraße mit Blick auf andere Einkaufsstraßen in Hamburg? Wie soll sie sich in Zukunft darstellen? Welche Medien und Kommunikationsstrategien sind dafür erforderlich?
- Kooperationen / Netzwerke: Wie kann das bereits vorhandene Netzwerk im Rahmen der Aktionsgemeinschaft Quartier Osterstraße e.V. weiter ausgebaut werden? Welche Chancen bieten Kooperationen zum Beispiel mit der im Bezirk ansässigen Universität Hamburg und den Medien?
- Sicherheit / Sauberkeit: Für das Wohlfühlen von Kunden, Besuchern und Anwohnern spielen Sicherheit und Sauberkeit von Straßen und öffentlichen Plätzen eine wichtige Rolle. Wo bestehen ggf. räumliche Bereiche mit Handlungsbedarf?
Das Maßnahmenkonzept ist sowohl in einer öffentlichen Veranstaltung im Hamburg-Haus im Juli 2008 als auch im November 2008 im Kerngebietsausschuss der Bezirksversammlung vorgestellt und diskutiert worden.
Aber auch „in der Osterstraße“ ist das Maßnahmenkonzept lebhaft diskutiert worden - insbesondere deshalb, weil es bereits seit einigen Jahren Bestrebungen engagierter Akteure vor Ort gibt, im Rahmen eines BID-Prozesses, das heißt der Entwicklung eines geschäftlichen Innovationsbereiches (Business Improvement District – BID*), die Osterstraße aufzuwerten und attraktiver zu gestalten. Die seit 2007 bestehende so genannte BID-Steuergruppe hat sich daher aktiv an der Gestaltung des Maßnahmenkonzeptes beteiligt und im April 2009 ihr BID-Konzept – basierend auf den Ergebnissen des bisherigen Diskussionsprozesses - im Kerngebietsausschuss vorgestellt. Die Resonanz war durchweg positiv, Ende 2009 sollte der Antrag für die Einrichtung eines „BID-Osterstraße“ eingereicht werden.
Dazu ist es nicht gekommen, die Antragstellung ist durch den Prüfauftrag des Vorgängersenates zum Thema "Gemeinschaftsstraße/ Shared Space“*² zunächst gestoppt worden.
Dieser Auftrag beinhaltete zu prüfen, welche Straßen der Bezirke sich ggf. als Gemeinschaftsstraße eignen und diese Vorschläge dann an die zuständigen Fachbehörde, die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, weiterzuleiten. Neben zwei weiteren Straßen ist vom Bezirksamt Eimsbüttel die Osterstraße als mögliche Gemeinschaftsstraße benannt worden. Bei dieser Diskussion spielte auch der Beschluss der Eimsbütteler Bezirkspolitiker aus dem Januar 2008 eine Rolle, der bereits damals beinhaltet zu prüfen, ob sich die Osterstraße für die Einführung eines Shared Space – Bereiches eignet.
Das Thema hat nicht nur die Akteure vor Ort, sondern auch die politischen Gremien sowie Behördenvertreter intensiv beschäftigt. Nicht nur die Umsetzung an sich sondern auch die Finanzierbarkeit der einzelnen Maßnahmen und deren Kompatibilität mit den geplanten BID-Maßnahmen haben dabei einen breiten Diskussionsraum eingenommen.
Bevor es zur konkreten Umsetzung kommen konnte, ist durch den jetzigen Senat das Modellvorhaben „Gemeinschaftsstraße“ zugunsten der „Straßenunterhaltung“ eingestellt worden. Die BID-Steuerungsgruppe hat daher ihre Arbeit wieder aufgenommen. Voraussichtlich im Frühjahr 2012 sollen die Unterlagen für ein BID-Osterstraße beim Bezirksamt Eimsbüttel eingereicht werden.
Kontaktadresse für die BID-Steuerungsgruppe: info@bid-osterstrasse.de
(* Am 1. Januar 2005 hat die Freie und Hansestadt Hamburg das Modell der BID mit dem Gesetz zur „Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren“ (GSED) eingeführt. Ein Instrument, das es ermöglicht, privates Kapital zu aktivieren, um in einem abgegrenzten Bereich, dem so genannten Innovationsbereich oder Business Improvement District, Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung insbesondere von Geschäftsstraßen oder Geschäftsbereichen, durchzuführen. Siehe hierzu auch www.hamburg.de/bid-projekte.)
(*² Shared Space, übersetzt etwa „gemeinsam genutzter Raum“, bezeichnet eine Verkehrphilosophie, nach der vom Verkehr dominierter öffentlicher Straßenraum lebenswerter, sicherer sowie im Verkehrsfluss verbessert werden soll. Charakteristisch sind dabei das Fehlen von Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen und die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer, während unter anderem die Vorfahrtsregel weiterhin Gültigkeit besitzt. Shared Space wurde federführend vom Niederländer Hans Monderman in den 1990er Jahren entwickelt und findet heute weltweit Anwendung. In Hamburg ist statt der Bezeichnung „Shared Space“ der Arbeitstitel „Gemeinschaftsstraße“ eingeführt worden.)
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