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Bezirk Hamburg-Mitte Bezirk Hamburg-Mitte

Weiterentwicklung des Bebauungskonzepts „Katharinenquartier“ findet breite Zustimmung!

Nach intensiven Gesprächen und Arbeitstreffen in den letzten Sommermonaten zu dem Bebauungskonzept des sogenannten „Katharinenquartiers“ konnte man nun zwischen den Hauptbeteiligten ein für alle Seiten tragfähiges Bebauungskonzept entwickeln. Dieses stellt eine Weiterentwicklung des Wettbewerbsergebnisses dar. Dem war bekanntermaßen eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit, die weit über die sonst üblichen Beteiligungsformen hinausging, vorausgegangen. Dem Oberbaudirektor, dem Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, dem Kirchenvorstand, der Interessengemeinschaft, dem Stadtplanungsausschuss und dem Vorhabenträger sowie den beauftragten Architekten wurde ein ausgesprochen großes Engagement abverlangt, um dieses Ziel zu erreichen.

Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Ich freue mich sehr, dass am Ende einer langen Diskussion nun ein vernünftiges Ergebnis erzielt wurde. Mit der Bebauung und der damit verbundenen Schaffung von etwa 125 Wohnungen wird eine Belebung des Umfelds der Katharinenkirche eintreten.

Michael Mathe, Leiter des Fachamts Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirks Hamburg-Mitte:  „Ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam nun ein von allen Teilen akzeptiertes Bebauungskonzept für das neue Katharinenquartier vorlegen können. Es ist gelungen, die Sichtachsen zur Hauptkirche weitgehend frei zu halten und dabei insgesamt die städtebauliche Situation zu optimieren. Aber auch die Übersetzung der Kleinteiligkeit in der Fassadenentwicklung hat eindeutig gewonnen. Wir werden nun zügig das B-Planverfahren zum Abschluss bringen.  

Hintergründe / Fakten

Von der Schulbehörde wurde entschieden, dass die Katharinenschule an der Straße Grimm in ein neues Gebäude in der HafenCity verlagert werden sollte. Daher konnte das Schulgelände einer neuen Nutzung zugeführt werden. Wegen der exponierten Lage und den damit verbundenen hohen städtebaulichen Ansprüchen an die Umnutzung des Schulgeländes wurde im Dezember 2007 ein städtebaulicher und hochbaulicher Realisierungswettbewerb durch Hochtief Projektentwicklung in Abstimmung mit dem Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamts Hamburg-Mitte ausgelobt. Dabei wurde insbesondere die Forderung der kommunalpolitischen Vertreter aufgenommen, einen Mindestanteil von 60 % - gemessem an dem Gesamtvolumen - für Wohnnutzungen aufzunehmen.

Die sechzehn an dem Realisierungswettbewerb teilnehmenden Architektur-/Planungsbüros sollten weiterhin ein Bebauungskonzept für eine Wohn- und Büronutzung entwickeln, das insbesondere die denkmalgeschützte St. Katharinenkirche sowie die verkehrslärmbelastete Innenstadtlage berücksichtigt.

Das vom Preisgericht einstimmig prämierte Bebauungskonzept des Züricher Architekturbüros Darlington/Meier bildete die Grundlage für den aufzustellenden Bebauungsplan. Bereits bei der Auslobung des Realisierungswettbewerbs wurde die Kirchengemeinde einbezogen, indem zwei Vertreter als Berater beteiligt wurden, die auch an der Preisgerichtssitzung teilnahmen.

Das Preisgericht hatte in seiner Sitzung im April 2008 den Entwurf insbesondere hinsichtlich der Anordnung der drei angewinkelten Gebäude, bei der die Starrheit eines geschlossenen Blocks vermieden wird, positiv bewertet. Weiterhin wurde die Herausbildung von zwei kleinen Plätzen vor der Katharinenkirche positiv gewürdigt. Im Rahmen der Weiterbearbeitung sollte vor allem überprüft werden, ob die Blickbeziehung zum Kirchenturm von der Willy-Brandt-Straße ausreichend ist; weiterhin sollten die Fassaden weiterentwickelt werden.

Nach einer dementsprechenden Überarbeitung fand am 28. April 2009 die öffentliche Plandiskussion als erste Form der Bürgerbeteiligung im Bebauungsplan-Verfahren statt. Dabei wurde deutlich, dass die Planungen insbesondere im Hinblick auf die Sichtbeziehungen zum Kirchturm der Katharinenkirche auf Kritik stießen. Dieser Aspekt und andere Zielvorstellungen wie z.B. eine differenzierte Fassadengestaltung an den Straßen Grimm und Neue Gröningerstraße  wurden im weiteren Planverfahren intensiv diskutiert. So fanden weitere öffentliche Diskussionen außerhalb des sonst üblichen Verfahrens im Bezirksamt und der Kirchengemeinde statt, bei dem alle Beteiligten mit großem Engagement die Planung begleiteten.

Der Oberbaudirektor und das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung führten im Auftrag der kommunalpolitischen Vertreter parallel zu den öffentlich geführten Diskussionen Gespräche mit Hochtief Projektentwicklung, um die Planungen in städtebaulicher und gestalterischer Hinsicht auf der Basis des Wettbewerbsergebnisses zu optimieren.

Im Ergebnis wurde bis zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs, die im April/Mai 2010 stattfand, eine deutliche Reduzierung der Gebäudehöhe des Gewerberiegels an der Willy-Brandt-Straße um etwa ein- bis eineinhalb Geschosse (von sieben/siebeneinhalb auf sechs Geschosse) und eine differenziertere Fassadengestaltung für die Wohnbebauung exemplarisch an der Straße Grimm vorgelegt.  Durch die Änderungen war nicht nur das Ziffernblatt des Kirchenturms vom Standort Zollenbrücke aus sichtbar; auch vom Standpunkt vor dem Fußgängerüberweg nördlich Willy-Brandt-Straße war die Kirchturmspitze noch deutlich zu sehen.

Da alle Beteiligten an einem Bebauungskonzept interessiert waren, das von einer breiten Öffentlichkeit getragen wird, wurden nach der öffentlichen Auslegung weitere Gespräche zwischen dem Oberbaudirektor, dem Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, je einem Vertreter des Kirchenvorstands sowie der Interessengemeinschaft und dem beauftragten Architekten geführt. Im Ergebnis wurde in enger Abstimmung mit den kommunalpolitischen Vertretern ein Konzept erzielt, das eine Weiterentwicklung des aus dem Realisierungswettbewerb hervorgegangenen Preisträgers darstellt. Einzelheiten sind den nachfolgend dargestellten Visualisierungen zu entnehmen.

Im Vergleich zu den Planungen, die der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans zugrunde lagen, wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  • Verringerung der Gebäudehöhe des Büroriegels an der Willy-Brandt-Straße auf etwa zwei Drittel der Gebäudelänge im Westen von 6 auf 5 Geschosse. Dadurch ist die Blickbeziehung zum Kirchenturm der Katharinenkirche vom Norden wesentlich verbessert. Im Osten bleibt die Höhe bei 6 Geschossen. Insofern entspricht die Bebauung den Festsetzungen des Bebauungsplan-Entwurfs in der öffentlich ausgelegten Fassung
  • Die ursprünglich vorgesehenen schrägen Traufkanten des Büroriegels werden nun horizontal ausgebildet.
  • Eine klare differenzierte Fassadengestaltung der Wohnbebauung bildet eine dem Ort angemessene Kleinteiligkeit ab. Die schrägen Traufkanten werden hier durch Einschnitte wie z.B. Loggien gebrochen, um diese Zielsetzung zu unterstützen.
  • Die noch während der öffentlichen Auslegung vorgesehene Glasfuge im Büroriegel entfällt.
  • Um durch die Bautätigkeiten nicht den Gründungsbereich der Katharinenkirche zu beeinträchtigen, wird bei der neu zu errichtenden Tiefgarage ein Sicherheitsabstand von 12 m eingehalten.

Der Bebauungsplan-Entwurf soll dem Stadtplanungsausschuss voraussichtlich in der Sitzung am 26. Oktober 2010 in der entsprechend geänderten Fassung zur Beratung vorgelegt werden. Am 18. November 2010 könnte dann die Bezirksversammlung abschließend entscheiden.

 Folgende Visualisierungen werden Ihnen in dieser Bildgalerie zur Verfügung gestellt.