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Vier- und Marschlande

von Birte Kaiser

Die Stadtteile im Bezirk Bergedorf werden auch Vier- und Marschlande genannt. Sie sind das traditionelle Hamburger Anbaugebiet für Obst und Gemüse, aber auch Industrieanlagen prägen die Gegend.

 

allermoehe Schafe auf dem Deich (Bild: hamburg.de)

Auch heute noch gibt es vor allem in Tatenberg, Spadenland und Moorfleet zahlreiche Gemüsebauern und Blumenzüchter. Sie verkaufen ihre Waren auf dem Hamburger Großmarkt oder betreiben nebenher Hofläden, die besonders am Wochenende recht einträglich sind, wenn Ausflügler hier noch schnell frisches Gemüse kaufen. Aber das Gewerbe ist rückläufig. In Moorfleet hat der Bau der A 25 dazu beigetragen, dass zahlreiche Bauern viel Land verloren haben und sich zum Teil andere Erwerbsquellen suchen mussten. So haben einige in den Aufbau von Reiterhöfen investiert.

 

Allermöhe im Stadtplan

Karte  / google maps
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Wohnen zwischen Bille und Pferdeweide
Ländlich geht es auch in Billwerder zu. Hier wohnt man mitten im Grünen zwischen Bille und Pferdeweiden. In Tatenberg beherrschen Kleingärten den Stadtteil. Deren Besitzer hatten einst Gärten im heutigen City Nord und Steilshoop und wurden im Zuge der Bautätigkeit von dort nach Tatenberg umgesiedelt.
Nur wenige Menschen leben im Stadtteil Spadenland. Das Leben am Deich an der Norderelbe erfordert ständige Umsicht. Für den Fall eines Hochwassers liegen gefüllte Sandsäcke bereit.

Viele Neubausiedlungen
In Moorfleet sorgte die Bille-Siedlung vor Jahren für einen Umweltskandal. Vor dem Bau wurde eine Schicht Hafenschlick aufgebracht. Nach dem Bau stellte sich heraus, dass weite Teile des Schlicks mit Schwermetallen belastet waren. Viele Häuser wurden wieder abgerissen, ihre Bewohner zogen weg. Heute befindet sich auf dem Gebiet ein Golfplatz. Einige hartnäckige Bewohner konnten nach diversen Auseinandersetzungen mit der Stadt ihre Häuser retten. Ländliche Strukturen findet man in den Stadtteilen Lohbrügge und Allermöhe kaum noch. Es gibt nur wenige alte Fachwerkhäuser und historische Landhäuser. Die Alteingesessenen wohnen in Allermöhe entlang des Deichs, ansonsten beherrschen Neubaugebiete (Neuallermöhe) bzw. Hochhäuser wie in Lohbrügge die Viertel.

Reizvolle Neubausiedlung: Neuallermöhe
Neuallermöhe ist von seinen Planern interessant gestaltet worden. In die Siedlung mit Einfamilienhäusern und höchstens viergeschossigen Wohnhäusern wurden uferbegrünte Fleete und zahlreiche Grachten integriert. Viele Grundstücke haben einen Zugang zum Wasser, und die Bewohner haben einen eigenen Bootsanleger. In Lohbrügge-Nord schlängelt sich der so genannte Lindwurm, bestehend aus drei- bis neunstöckigen Geschossbauten, durch den Stadtteil. Daneben dominieren fünf Hochhäuser mit 11 bis 17 Etagen das Viertel.

 

Allermöhe

Allermöhe / hamburg.de
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Naturschutzgebiete und Badeseen
Im Kontrast zum Beton steht die Natur im Stadtteil. Die Boberger Niederung ist ein vielfältiges Naturschutzgebiet. Beeindruckend ist die Große Boberger Düne. Bei so viel "Strandatmosphäre" ist ein Badesee nicht weit: der Boberger See. Einen hohen Freizeitwert hat die Dove-Elbe in fast allen Stadtteilen. Entweder lädt sie zum Baden ein oder an ihrem Ufer lassen sich schöne Spaziergänge machen. In Tatenberg gibt es sogar einen Motorbootclub. 

Bei Badewetter heiß begehrt: Der Eichbaumsee
In Allermöhe lockt der Eichbaumsee zahlreiche Wasserratten an. Die Nähe zur A 25, der so genannten Marschenautobahn, macht die Stadtteile beliebt bei zahlreichen Firmen: Gewerbeansiedlungen gibt es in Moorfleet, Lohbrügge, Billwerder und Allermöhe. Speditionen, Handwerksbetriebe und Werften haben sich hier niedergelassen. In Moorfleet hat Hamburgs zweites IKEA seine Tore für Einrichtungs-Junkies geöffnet. Die Fachhochschule Hamburg hat 2 ihrer 13 Fachbereiche in Lohbrügge untergebracht - mit dem irreführenden Namen Campus Bergedorf.

Etwas abseits gelegen
Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht optimal. Außer in Billwerder, wo es einen S-Bahn Anschluss mit drei S-Bahn Stationen gibt, von der eine Haltestelle auch für Anwohner in Allermöhe-West erreichbar ist, fahren die Busse oft nur sehr spärlich. Die meisten Bewohner haben ein Auto und möglichst nicht nur eines. Denn auch zum Einkauf ist man auf einen Wagen angewiesen. In Lohbrügge gibt es Geschäfte am Lohbrügger Markt oder im benachbarten Bergedorf. Die Vier- und Marschlande sind aber insgesamt eine deutlich ländlich geprägte Ecke Hamburgs. Die Neubaugebiete sind wegen ihrer Nähe zur Natur bei vielen Hamburgern beliebt.

Altengamme, Curslack, Kirchwerder, Neuengamme, Ochsenwerder und Reitbrook

In den Vier- und Marschlanden ist die Landwirtschaft prägend. Gemüseanbau und Blumenzucht, aber auch Milchhöfe und Getreideanbau bestimmen das Bild.

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