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Harvestehude und Rotherbaum

von Birte Kaiser

Diese beiden mondänen Stadtteile Hamburgs liegen im Herzen der Metropole. Hier hat man die Alster direkt vor der Tür und mit ihr das Alstervorland am Harvestehuder Weg, das an Sonnentagen Massen an Spaziergängern und Joggern anlockt.

 

harvestehude rotherbaum Im Stadtteil Rotherbaum stehen wunderschöne Altbauten. (Bild: hamburg.de)

Um die Jahrhundertwende entstanden in diesen Vierteln prächtige Villenreihenhäuser. Hier wohnt, wer es sich leisten kann und will. Dementsprechend trifft man hier häufig Leute, die im Porsche zum Einkaufen fahren und auf gar keinen Fall ohne wertvolles Geschmeide aus dem Haus gehen. Aber wie überall gibt es auch hier solche und solche Zeitgenossen und man sollte sich hüten, zu verallgemeinern.

Repräsentative Lage

 

Rotherbaum im Stadtplan

Karte  / google maps
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Die kurze Entfernung zur Innenstadt mit der U1 oder auch mit dem Bus 109 führte dazu, dass sich viele Firmen, insbesondere Medienunternehmen, hier ansiedelten. Aber auch Konsulate, denen die repräsentative Lage wichtig ist, haben hier ihren Sitz. In Harvestehude, so lautete ein damaliger Beschluss, sollten nur große Wohnhäuser und kein Gewerbe entstehen, daher hat sich hier auch keine Kneipenszene entwickelt. In Rotherbaum hingegen sorgt allein schon das belebte und bunte Univiertel dafür, dass an allen Ecken Kneipen zu finden sind. Und auch viele Buchhandlungen und andere kleine Läden haben sich - auch in Erwartung akademischer Kundschaft - hier angesiedelt.

Univiertel mit beliebten Kinos
Besonders rund um den Grindelhof und am Allende-Platz herrscht quirliges Treiben. Hier findet man in unmittelbarer Nähe zum Campus der Universität auch das legendäre Programmkino Abaton, das 1970 gegründet wurde. Seinen Namen erhielt es übrigens, weil seine Gründer möglichst weit oben im Telefonbuch stehen wollten. Kinogänger kommen in dieser Gegend wirklich nicht zu kurz: Der Grindel Ufa-Palast zeigt immer die neuesten Kassenschlager sowie viele "OmUs" (Original mit Untertiteln) und sogar "OoUs" (Original ohne Untertitel). Noch gemütlicher gehts wenige hundert Meter weiter westlich im Holi-Kino zu, das seinen restaurierten und unter Denkmalschutz stehenden Vorhang nun schon seit 1953 für die Zuschauer öffnet.

Jede Menge Kultur
Die Hamburger Kammerspiele gehören zum festen Bestandteil des Kulturlebens in Rotherbaum. Schon oft von der Schließung bedroht, genießt das kleine Theater in der Hartungstraße besten Ruf auch über die Grenzen Hamburgs hinaus. Auch den spektakulären Wechsel der künstlerischen Leitung im Jahr 2004 scheinen das Theater und sein Publikum gut verkraftet zu haben.
Im Stadtteil Rotherbaum findet man neben den Institutsmuseen der Universität auch eines der sieben staatlichen Museen - das Museum für Völkerkunde an der Rothenbaumchaussee.

Gepflegter Luxus
Auch das idyllische, aber hier und da etwas snobistische Quartier Pöseldorf bietet mit seinen kleinen, fast dörflichen Gassen, mit der nahen Alster als zusätzlichem Anziehungspunkt  ideale Gelegenheit zum gepflegten Flanieren, Shoppen und Geldausgeben. Die Touristen zeiht es besonders in die Milchstraße. Zahlreiche Galerien, Antiquitätengeschäfte und Designerboutiquen locken die Hautevolee an. Luxusgefühl garantiert. Selbst beim Bummel über den Wochenmarkt an der Isestraße bemerkt man zum Teil deutlich höhere Preise. Der Isemarkt ist Hamburgs längster Wochenmarkt und vielleicht der schönste der Stadt, malerisch unter dem Hochbahnviadukt gelegen.

Tennis-Mekka
Da dürfen auch edle Sportarten wie Segeln, Rudern oder Tennis nicht fehlen. An der Alster gibt es zahlreiche Segel- und Ruderclubs. Und mindestens einmal im Jahr gibt es in dem neu umgebauten Stadion mit Membrandach in der Hallerstraße Weltklassetennis zu sehen. Hier richtet der Deutsche Tennisbund das Hamburg Tennis Masters am Rothenbaum aus.

Geschichtsträchtiges Grindelviertel
Im Grindelviertel nahe der Uni geht es naturgemäß
etwas bodenständiger zu, aber auch hier ist man um Erhaltung und verantwortliche städteplanerische Gestaltung bemüht. Vielen ein Dorn im Auge sind z.B. die seit 1979 denkmalgeschützten Grindelhochhäuser, die zwar einen wunderbaren Blick über die Stadt bieten, wie ihre Bewohner schwärmen, aber einen unübersehbar starken Kontrast zu den schönen Villen der Umgegend bilden.
Hier im Grindelviertel entstand um die Jahrhundertwende ein blühendes Zentrum jüdischen Lebens, an das zum Beispiel die erhaltene ehemalige Talmud-Tora-Schule erinnert, die heute von der FH Hamburg genutzt wird.

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Bunte lebendige Viertel
Traumhafte Villen, viel Grün und die Alster prägen diese Stadtteile. In Rotherbaum und Harvestehude regiert das Geld und damit haben die so genannten Besserverdiener die Nase vorn.  Das Univiertel aber macht Rotherbaum heterogener, sorgt dafür, dass die Reichen dann doch nicht ganz unter sich bleiben. Und es gibt durchaus auch noch bezahlbaren Wohnraum sowie genug normale gemütliche Kneipen und günstige Restaurants.

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