Womit der Stadtbaum kämpft
Es gehört zum Kreislauf der Natur, dass Bäume sterben. In der Stadt gehen Bäume jedoch oft schon ein, bevor sie überhaupt richtig erwachsen sind. Manchmal müssen scheinbar gesunde alte Bäume gefällt werden. Woran liegt das?
(bsu)
Manchmal reicht schon ein trockener Sommer, und ein Baum mit schlechter Gesamtkonstitution stirbt ab. Oder ein auf den ersten Blick gesunder Baum ist durch Pilzbefall im Inneren seines Stammes komplett zerfressen. Wir stellen Ihnen hier wesentliche Probleme vor, mit denen der Stadtbaum in seinem Alltag kämpft.
Verletzungen
(bsu)
Bodenqualität
Stadtboden schmeckt Bäumen in den wenigsten Fällen. Er ist häufig arm an Mineralien, weil der natürliche Kreislauf gestört ist. Während in der Natur das Laub verrottet und so dem Baum wieder als Nährstoff dient, muss es von Straßen und Fußwegen entfernt werden. Auch die Verdichtung und Versiegelung des Bodenraumes plagt die Bäume: Das Wasser kann kaum noch im Boden versickern, und es gelangt nicht mehr genügend Sauerstoff an die Wurzeln. Vielfach schränken zudem unterirdische Versorgungsleitungen und Bauten den Wurzelraum ein. Die Bäume werden anfälliger für Schäden durch große Trockenheit und können sich auch deshalb schlechter mit Nährstoffen versorgen.
Streusalz
Eine häufige Ursache für Schäden an Stadtbäumen ist das im Winter eingesetzte Streusalz. Es schädigt die Bäume nicht nur durch direkten Kontakt an den Sprossteilen. Einmal in den Boden eingedrungen, erschwert es auch die Wasser und Nährstoffaufnahme über die Wurzeln und verschlämmt den Boden.
Gleichzeitig nehmen die betroffenen Bäume ungesund viel Chlorid auf. Die Folge: dürre Zweige, verzögertes Wachstum und im Extremfall das Absterben. Braune Verfärbungen an den Blatträndern sind häufig Ausdruck solcher Chlorid-Schäden.

Mister Wong
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