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Herbstlaub richtig verwerten

Morgennebel über bunten Wäldern - noch zeigt sich der Herbst von seiner malerischen Seite. Doch kühle Nächte und kräftiger Wind lassen bald die letzten Blätter fallen.  Wer muss jetzt das Laub beseitigen, was kann liegen bleiben und  wie kann das gewaltige Bioabfallvolumen entsorgt werden?

 

Igel im Herbstlaub
(Bild: R.-K. Schack - pixelio.de)

Grundsätzlich ist jeder Besitzer / jede Besitzerin eines Grundstücks auch für die Beseitigung des Laubs zuständig, das darauf fällt. Es ist nicht zulässig, z.B. Laub von Straßenbäumen auf die öffentlichen Flächen zurück zu bringen. Wer als Anlieger für die Gehwegreinigung selbst zuständig ist, ist auch verpflichtet, das Laub der Straßenbäume von den öffentlichen Gehwegen zu entfernen.

Das Laub kann im eigenen Garten verwertet oder der  Stadtreinigung - vorzugsweise über die Biotonne - zur Entsorgung überlassen werden. Die Stadtreinigung bietet jetzt zur Laubsaison zusätzlich Laubsäcke an, die für 50 Cent bei den Recyclinghöfen und bei den Budni-Filialen erhältlich sind. Die gefüllten Säcke können während des Aktionszeitraums bis zum 30. Dezember der Restmüllabfuhr beigestellt oder auch ganzjährig  kostenfrei beim Recyclinghof abgegeben werden.

  • Tipp: Laubblasgeräte mit Benzinmotor erzeugen viel Lärm und Abgase. Bitte überlegen Sie, ob Sie solche Geräte für Ihr Privatgrundstück wirklich brauchen - leise (und günstige) Alternativen sind elektrisch betriebene Saughäcksler oder der gute alte Laubbesen.
  • Tipp: Laub mit dem Rasenmäher aufgesammelt ist schon zerkleinert  und mit Grüngut vermischt, es kompostiert dadurch schneller!

Laub kann auch mal liegenbleiben.

Der Garten muss vor dem Winter nicht blank gefegt werden. Laub, das nicht gerade auf Wegen, Pflaster- oder Asphaltflächen liegt, sollte sogar liegenbleiben; denn es schützt den Boden vor Frost und Erosion und dient außerdem Kleinstlebewesen und Bakterien als Nahrung. Diese bauen die Laubdecke im Verlauf der Wintermonaten ab und bereiten die Nährstoffe für die Pflanzen auf. Was  nicht verrottet ist, kann im Vorfrühling zusammen geharkt und kompostiert werden.

  • Tipp: Das Laub der weiß blühenden Rosskastanie sollte aus dem Garten entfernt werden, damit dort nicht die Eier und Larven der schädlichen Miniermotte überwintern und im kommenden Jahr erneut die Kastanienbäume befallen. Sie können dieses Laub aber bedenkenlos in Biotonne  oder Laubsäcke geben.  Die konstant hohe Wärmeentwicklung im Kompostwerk tötet die Larven ab. Im heimischen Komposthaufen werden solche Temperaturen nicht erreicht.

Laub ergibt wertvollen Kompost.

Laubkompost wird von Gärtnern gerne z.B. für Azaleen oder Rhododendren eingesetzt. Zum Kompostieren  sollten unter das stickstoffarme  Laub andere Gartenabfälle, Kleintiermist, Hornspäne und Pflanzengülle gemischt werden.
Man kann auch einen Laubhaufen neben dem vorhandenen Komposthaufen anlegen und das Laub dann portionsweise  zwischen das frische Grüngut oder die Küchenabfälle einbauen. Durch Zugabe von Kompost-Beschleuniger zersetzt sich das Laub bis zum Frühjahr.

  • Tipp: Laub von Eiche, Walnuss, Platane und Kastanie  setzt während der Rotte Gerbstoffe frei. Dieser Kompost darf deshalb nicht zu früh („unreif“) ausgebracht werden, denn die Gerbsäure kann Keimung und Wachstum auf Saatbeeten  beeinträchtigen.

Laub ist eine warme Decke für den Garten.

Mit Hilfe der Flächenkompostierung im Herbst verschwinden nicht nur die Laubberge, sondern der Boden wird auch mit Humus angereichert, das Substrat wird dadurch locker und nährstoffreich. Laub kann ebenso wie Rasenschnitt in den Beeten zum Mulchen verwendet werden. Unbegrünte Zierrabatten, abgeerntete Gemüsebeete, Baumscheiben oder Boden unter Sträuchern deckt man mit einer 3 bis 10 cm dicken Laubschicht ab. Damit trockenes Laub nicht vom Wind weggeblasen wird, sollte man es mit etwas Erde bestreuen bzw. einarbeiten. Das Laub isoliert und schützt den Boden sowohl vor Austrocknung als auch vor Verschlämmung.  Regenwürmer fühlen sich unter einer Laubschicht besonders wohl. Auch Marienkäfer und andere nützliche Insekten können dort hervorragend überwintern. Ein Laubhaufen in einer ungestörten Ecke des Gartens ist ein gemütliches und sicheres Winterversteck für den Igel.

Wenn Sie mehr wissen wollen: Die Umweltberatung des Bezirks Harburg hält ein nützliches Faltblatt zum Umgang mit Herbstlaub bereit.
Weitere Tipps zum Kompostieren finden Sie hier. 
Und natürlich: Wenn Sie noch schnell eine Biotonne bestellen wollen, klicken Sie hier !