Erreichbarkeit: Busse 3/35 Axel-Springer-Platz, U3/Busse 3/6/37 Rödingsmarkt, S1/S2/S3 Stadthausbrücke
Gutachten: Berechnung KFZ-bedingter Schadstoffemissionen und -immissionen für Hamburg
Um einen umfassenden Überblick zur Luftqualität in Hamburg zu bekommen, hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt im Jahr 2009 beim Ingeneurbüro Lohmeyer GmbH & Co. KG ein umfangreiches Gutachten zur Berechnung KFZ-Bedingter Schadstoffemissionen und -immissionen in Auftrag gegeben.
Das Gutachten liefert u.a. eine Abschätzung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Reduktion der Luftschadstoffbelastungen und zeigt Verursacheranteile auf. Darüber hinaus dient es als fachliche Grundlage für die Fortschreibung des Luftreinhalteplanes, die für das Jahr 2011 vorgesehen ist.
Berechnungsgrundlagen:
Auf der Grundlage der Verkehrsmengen des Hamburger Hauptverkehrsstraßennetzes wurden die von den Kraftfahrzeugen einer Fahrzeugkategorie (PKW, leichte und schwere Nutzfahrzeuge, Busse etc.) emittierten Schadstoffmengen mit Hilfe des „Handbuchs für Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs HBEFA“ Version 3.1 (UBA, 2010) ermittelt. Dabei wurden auch die Stickstoffdioxid-Direktemissionen berücksichtigt.
Für die Fahrzeugflottenzusammensetzung im Hamburger Untersuchungsgebiet wurde auf Autobahnstrecken ein Mix aus 50% HBEFA-Flotte und 50% Hamburg-spezifischer Flotte, auf Innerortsstraßen aus 33% HBEFA-Flotte und 67% Hamburg-spezifischer Flotte angenommen. Die Ermittlung der Hamburger Flotte erfolgte dabei auf der Basis der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für Hamburg aus dem Jahre 2009.
Die Berechnung der verkehrsbedingten Schadstoff-Zusatzbelastung erfolgte für das Hauptverkehrsstraßennetz auf einer Gesamtlänge von 1277km mit Randbebauung und durchschnittlicher Verkehrsstärke (DTV) von über 5.000 Kfz/Tag. An diesen Straßenabschnitten wurde die relevante Randbebauung typisiert aufgenommen. Eine Zuordnung zu den Bebauungstypen nach dem verwendeten Rechenmodell PROKAS_B erfolgte auf der Grundlage der zur Verfügung gestellten Gebäudedaten sowie von Luftbildern.
Für die betrachteten Fälle (Szenarien) wurden die Immissionen unter Berücksichtigung der örtlichen Hintergrundbelastung und der meteorologischen Daten mit Hilfe von PROKAS_V (Netzeintrag) und PROKAS_B (Abschnitte mit Randbebauung) ermittelt.
Die Schadstoffbelastung wurde berechnet für die Szenarien:
- Istzustand mit Bezugsjahr 2009
- Nullfall mit Bezugsjahr 2011, Prognose ohne Maßnahmen
- Umweltzone (Einfahrt nur mit nur grüner Plakette) im Bezugsjahr 2011
- PKW-Verkehrsreduzierung im Bereich der Umweltzone um 20% im Bezugsjahr 2011
Es wurden folgende Untersuchungen vorgenommen:
- Ermittlung der Kfz-Emissionen in Hamburg für die Schadstoffe PM10, PM 2,5, Stickoxide, Benzo[a]pyren, Benzol, Ruß und Kohlendioxid auf dem gesamten Hauptverkehrsstraßennetz
- Berechnung der verkehrsbedingten Schadstoffimmissionen (Stickstoffdioxid, PM 10, PM 2,5, Ruß) für das Hauptverkehrsstraßennetz für den „Istzustand 2009“ bei teilweise oder ganz geschlossener Randbebauung.
- Berechnung der verkehrsbedingten Schadstoffimmissionen (Stickstoffdioxid, PM 10, PM 2,5, Ruß) für das Hauptverkehrsstraßennetz für das Prognosejahr 2011 und das Szenario Umweltzone 2011 (Einführung eines Fahrverbotes für Fahrzeuge mit der Schadstoffgruppe 1, 2 und 3, nur 'grün').
- Ermittlung der Emissionen und Immissionen (Stickstoffdioxid, PM10, PM2,5) getrennt nach PKW und Nutzfahrzeugen.
- Berechnung der Stickoxidemissionen getrennt nach Otto- und Dieselfahrzeugen.
- Qualitative Abschätzung zu der Immissionsbelastung durch Ultrafeine Partikel (PM 0,1)
- Betroffenheitsanalyse der Anwohner und empfindlicher Bevölkerungsgruppen bei Stickstoffdioxid, PM 2,5, PM 10 und Ruß.
- Auswirkungen von Verkehrsreduzierungen auf die Luftqualität.
Zusammenfassung der Ergebnisse:
Die Ergebnisse des Gutachtens bestätigen die Messwerte des Hamburger Luftmessnetzes. Die Hamburger Luft weist im Moment vor allem eine zu hohe Stickstoffdioxidbelastung (NO2) auf. Somit werden die zum Schutz der menschlichen Gesundheit von der EU festgelegten Schadstoff-Grenzwerte in weiten Teilen des Hauptverkehrsstraßennetzes überschritten. Darüber hinaus besteht auch für den Schadstoff Feinstaub (PM10) die Gefahr der Überschreitung des zulässigen Grenzwertes.
Detaillierte Informationen zu allen Ergebnissen können Sie im Gutachten nachlesen, das Sie über unten stehenden link herunterladen können.
Ausblick
Wir überarbeiten derzeit den Luftreinhalteplan. BSU und Wirtschaftsbehörde denken gemeinsam über weitere Maßnahmen nach, um die NO2-Werte auch ohne UWZ und Citymaut zu mindern. Senatorin Blankau und Senator Horch werden die Kammern zu Gesprächen einladen, um gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten.

Mister Wong
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