Behörde für Schule und Berufsbildung

Mobiles Lernen Start in die nächste Generation

Start in die nächste Generation

Projektbeschreibung

vergrößern Logo des Projekts (Bild: Michael Vallendor) Im Januar 2014 wurde das Pilotprojekt „Start in die nächste Generation“ von der Behörde für Schule und Berufsbildung ausgeschrieben. Wichtige Voraussetzung für die Bewerbung an diesem Pilotprojekt war die Zustimmung der schulischen Gremien und damit der Eltern-, Schüler- und Lehrervertretung der Schule. Aus vielen Bewerbungen wurden 6 Schulen ausgewählt. vergrößern P6-Schulen (Bild: BSB) Das Pilotprojekt hat eine Laufzeit von zwei Schuljahren. Das zentrale Ziel dieses Projektes ist es, die Chancen der digitalen Medien durch entsprechende Unterrichtskonzepte für eine Optimierung des Lernens zu nutzen und so den Lernerfolg der Schülerinnen  und Schüler zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen die Lernenden, die ihr privates, mobiles Gerät (Notebook, Tablet, Smartphone) mit in die Schule bringen und dieses Gerät im schulischen Unterricht und auch zuhause zum Lernen nutzen.

Mit dem Pilotprojekt werden Voraussetzungen geschaffen, die die Nutzung der digitalen Medien im Unterricht jederzeit ermöglichen, wenn es unterrichtlich und für das Lernen der Schülerinnen und Schüler sinnvoll und hilfreich ist. Dafür wird ein abgesichertes, schuleigenes, drahtloses Netzwerk in der Schule genutzt. Damit wird „mobiles“ Lernen an nahezu jedem Ort – egal ob im Klassenzimmer, Fachraum, Aula, Praktikum, Exkursion oder zuhause – möglich. Gerade die Tatsache, dass die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Gerät, mit dem sie sicher umgehen können, auch für ihr Lernen nutzen, lässt viele positive Effekte erwarten.

Wenn es gelingt, die privaten Geräte auch als „Lerngeräte“ zu nutzen, dann sind digitale Lern-, Übungs- und Fördermedien und Materialien jederzeit zugänglich, nicht nur in der Schule, sondern an jedem Ort, auch zuhause. Damit verändert sich der Blick auf die Nutzungsmöglichkeiten des eigenen Gerätes. Die Lebenswelt der Jugendlichen und ihre schulische Lernwelt wachsen zusammen. Das hilft ihnen während ihrer Schulzeit und noch lange darüber hinaus.

Für die Nutzung des  privaten Gerätes sind die Schülerinnen und Schüler selbst verantwortlich. Die Lehrkräfte werden im Rahmen des Unterrichts darauf achten, dass die Geräte verantwortungsvoll und zur Förderung der Erreichung der Lernziele eingesetzt werden. In der Schule sind zudem die geeigneten technischen Rahmenbedingungen geschaffen worden, damit eine sichere Einwahl in das drahtlose Netz erfolgen kann. Man muss davon ausgehen, dass in einer Schulklasse die Schülerinnen und Schüler ganz verschiedene Geräte und Gerätetypen mitbringen und damit lernen. Und die Schülerinnen und Schüler benutzen auch die auf ihren Geräten installierten Programme oder Apps.

Natürlich ist es trotzdem ein „gemeinsamer“ Unterricht, denn das Projekt stellt den Klassen die Lernplattform „itslearning“ zur Verfügung. Diese Lernplattform ist ein Klassenraum im Internet und wie im realen Klassenraum gibt es dort Fächer und Kurse. Es stehen viele digitale Materialien bereit, interaktive Modelle, Videos, Bilder, Texte und hier kann sich die Klasse austauschen, Hausaufgaben können abgegeben und kleine Selbsttests als Übung durchgeführt  werden, u.v.m. Die Nutzung dieser Lernplattform ist unabhängig vom jeweiligen Gerät, d.h. alle Schülerinnen und Schüler können diese Lernplattform nutzen. Hier hat auch jede Schülerin und jeder Schüler einen persönlichen Bereich, der per Passwort geschützt ist. Damit ist auch geregelt, zu welcher Klasse und welchen Kursen ein Zutritt möglich ist.

Dasselbe gilt für die Nutzung von Übungs-, Nachhilfe- und Förderangeboten und für digitale Schulbücher. Im Rahmen des Pilotprojektes werden ausgewählte „Lern-Portale“ zur Verfügung gestellt, die selbstständig und auch in unterrichtlichem Zusammenhang genutzt  werden können. Die Nutzung ist personalisiert und es werden die datenschutzrechtlichen Bestimmungen berücksichtigt, damit nur die oder der Angemeldete ihren bzw. seinen Leistungsstand, Fortschritte,  Notizen und  Lernplanung einsehen kann. Derzeit stehen folgende „Lernportale“ zur Verfügung: „Sofatutor“, „Scoyo“, „Bettermarks“, „Lerneo“, „Scook“ mit den digitalen Schulbüchern der Cornelsen Schulbuchverlage und die digitalen Schulbücher des Klettverlags.

Informationen und Aufgabenstellungen gibt es dann häufiger digital und die Schülerinnen und Schüler recherchieren gezielt in unterschiedlichen Materialsammlungen und auch im Internet nach den erforderlichen Inhalten. Sie stellen sie unter einem bestimmten Schwerpunkt in einem selbst gewählten Medienformat (Bild, Text, Audio, Film) zu ihrem Produkt zusammen. In den bereitgestellten Materialsammlungen sind u.a. auch Lernvideos enthalten, die man sooft anschauen kann, wie man will oder bis man den Stoff verstanden hat. Passende Übungsaufgaben ermöglichen jederzeit Selbsttests, die durch die sofortige Rückmeldung angeben, ob die Lösung richtig oder falsch war. Passende Hilfestellungen und Erklärungen gibt es dann auch.

Neben dem Recherchieren, Produzieren und Üben, bieten die digitalen Geräte auch die Möglichkeit, das eigene Lernen besser zu organisieren. Im digitalen Kalender der Geräte  sind alle Aktivitäten der Schule sichtbar, Klassenarbeiten, Abgabetermine für Hausaufgaben und Projektarbeiten, usw. Die aktive Nutzung eines Kalenders ermöglicht die Planung und die Kontrolle des eigenen Lernweges und  damit auch die Übernahme von Verantwortung für das eigene Lernen.

Der Unterricht wird verändert.  Für die Schülerinnen und Schüler wird es mehr und neue Möglichkeiten geben, sich differenzierter mit den Lerninhalten auseinanderzusetzen und  bei Bedarf kann jederzeit auf eine „digitale“ Unterstützung zurückgegriffen werden. Es ist zu erwarten, dass die Motivation zum Lernen steigen wird und die Lernergebnisse verbessert werden können.

Wie die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler das Projekt entwickeln und den Unterricht verändern und wie sie mit dieser neuen Lernumgebung zurechtkommen und sie akzeptieren, das beobachtet und erforscht die Universität Hamburg mit dem Fachbereich Erziehungswissenschaft. Über den Stand des Projektes und die Ergebnisse wird regelmäßig informiert.