Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Arbeitsschutz Begaste Container

Begaste Container Begasungsmittel Hafenumschlag Phosphorwasserstoff Brommethan Formaldehyd Benzol Dichlorethan CO CO2 Ammoniak

vergrößern begaster Container (Bild: Amt für Arbeitsschutz) Beim Betreten von begasten Containern oder Importcontainern, ohne ausreichende vorherige Lüftung, können Personen gefährdet sein.

Begasen von Transporteinheiten 

Das Begasen von Transportcontainern und Fahrzeugen außerhalb ortsfester Begasungskammern müssen der Aufsichtsbehörde eine Woche vorher, bei Schiffs- und Containerbegasungen 24 Stunden vorher schriftlich angezeigt werden. Bei wiederholter gleichartiger Freigabe von Containern und Fahrzeugen an festgelegten Orten genügt eine einmalige Anzeige der durchführenden Firma.

Die Begasung und Lüftung von mobilen Transporteinheiten erfolgt auf einem immissionsschutzrechtlich genehmigten Begasungsplatz. Grundsätzlich sind alle Begasungsplätze, also auch die gelegentlich für die Begasung mobiler Container genutzten Plätze, nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigungsbedürftig.

Das Lüften von mobilen Importcontainern auf den dafür bestimmten Plätzen erfordert hingegen allein noch keine besondere Erlaubnis oder immissionsschutzrechtliche Genehmigung. Allerdings dürfen sich im Abstand von 10 Metern um den Stellplatz keine anderen Einrichtungen befinden.

Über die Freigabe ist eine Bescheinigung zu erteilen und den Frachtpapieren beizufügen. Damit soll der Empfänger Gewissheit über vorhergehende Maßnahmen erhalten, auf eventuelle Restmengen des Begasungsmittels hingewiesen und insbesondere von weiteren Verpflichtungen zur eigenen Veranlassung einer Freigabe entbunden werden. Während begaste Container im Seeverkehr als UN 3359, Klasse 9 und im nationalen Verkehr nach den Sondervorschriften des ADR zu kennzeichnen sind, entfällt diese spezielle Kennzeichnungspflicht bei "freigegebenen" Ladungseinheiten.

Die mit einer Begasung und anschließender Freigabe beauftragte Firma muss eine behördliche Erlaubnis, die durchführende Person einen gültigen Befähigungsschein haben. Der von der Behörde ausgestellte persönliche Befähigungsschein gilt sechs Jahre und kann bei nachgewiesener Fortbildung verlängert werden.

Begaste Importcontainer  

Der IMDG-Code nennt internationale Anforderungen für den Transport begaster Transporteinheiten. Container müssen zudem gemäß dem Containerhandbuch gekennzeichnet sein. Lieferanten und Importeure sind verpflichtet, begaste Container entsprechend anzumelden und zu deklarieren. Über die Freigabe von ehemals begasten Containern sollte eine Freigabebescheinigung den Frachtpapieren beigefügt sein.

Empfänger müssen nach Ergebnissen einer Hamburger Studie aus dem Jahr 2007 bei etwa zwei Prozent der Importcontainer damit rechnen, dass Container begast, Kennzeichnungen nicht angebracht oder frühzeitig entfernt wurden. In weiteren fünfzehn Prozent der Container befinden sich andere gesundheitsgefährdende Gasreste in der Ladung. Wegen der Schwierigkeit in der Beurteilung darf die Freigabe begaster Container nur durch besonders geschultes Personal erfolgen. 

Hinweise zum Umgang mit begasten Transporteinheiten

Arbeitgeber, deren Beschäftigte Container oder Fahrzeuge öffnen, prüfen oder entladen, sollen in ihrer Gefährdungsbeurteilung konkrete Maßnahmen beschreiben, wie verdächtige Container erkannt und welche Maßnahmen in diesen Fällen zu treffen sind (§§ 3-6 Arbeitsschutzgesetz). Über Frachtpapiere und Kennzeichnung der Container oder Fahrzeuge ist zu ermitteln, ob der Laderaum begast wurde und hierzu eine Freigabebescheinigung vorliegt. 

Potentiell begaste Transporteinheiten können als Alternative zu Kontrollmessungen vorsorglich bei einem Sicherheitsabstand von wenigstens 6 Metern von Gebäuden und Arbeitsbereichen entfernt mindestens eine halbe Stunde lang bei weit geöffneten Containertüren gelüftet werden. Als ebenso wirksame Maßnahme kann das Lüften einer Transporteinheit mit temperatur- oder witterungsempfindlichen Gütern auch an der Andockstation über eine ins Freie entlüftete Schleuse erfolgen. Dabei ist durch geeignete Luftführung sicherzustellen, dass angrenzende Arbeitsbereiche nicht belastet werden. Die Schutzmaßnahmen sind in einer Betriebsanweisung festzulegen. Die Beschäftigten sind zu unterweisen.

Für den Fall, dass beim Öffnen unerwartet Begasungsmittel (verdächtiger Geruch, Kennzeichnungsreste, Trägermaterialien, verklebte Lüftungsschlitze) festgestellt werden könnten, ist in die Betriebsanweisung der Text "Container nicht betreten beziehungsweise verlassen, verschließen und erforderlichenfalls sichern" aufzunehmen. Ist nicht sicher auszuschließen, dass der Laderaum frei von Begasungsmitteln ist, so ist ein Befähigungsscheininhaber hinzuzuziehen. Seit März 2007 genügt hierfür ein eingeschränkter Befähigungsschein (Lehrgangsdauer zwei Tage). 

Die Begasung von Waren zur Schädlingsbekämpfung in ortsfesten Anlagen oder an speziellen Stellplätzen wird in Deutschland speziell genehmigt und überwacht. Dabei werden auch Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer und der Umwelt getroffen.

Geeignete Firmen zur Freigabe begaster Container 

Suchen Sie in den lokalen `Gelben Seiten` unter dem Suchbegriff `Schädlingsbekämpfung`. Sie erhalten dort eine große Anzahl von Treffern, wobei die auf diese Weise aufgefundenen Firmen nicht alle für die Durchführung von Begasungen mit den zu erwartenden Begasungsmitteln qualifiziert sind. Fragen Sie beim Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband (Telefon: 0201 - 821850) nach. Dort sind circa 300 Firmen organisiert, die circa 70 Prozent des Marktes abdecken.

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