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Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Zocken und Daddeln um Geld – mit oft verhängnisvollen Folgen

Fortsetzung der Kampagne „Automatisch verloren“

Plakat Plakat "Automatisch verloren!"

(HLS)

  Für viele Menschen sind Glücksspiele ein unterhaltsamer Zeitvertreib, der Spannung und Vergnügen bedeutet. Wenn der Nervenkitzel und die Sehnsucht nach dem großen Gewinn aber zum alles beherrschenden Motiv werden und das Spielen exzessiven Charakter annimmt, besteht die Gefahr einer Abhängigkeit.

In Deutschland gelten 0,2 bis 0,6 Prozent der 18- bis 65jährigen als glücksspielsüchtig, davon leben nach Schätzungen allein rund 10.000 Menschen in Hamburg. Es ist notwendig das Thema von Tabus zu befreien, die Risiken rund um das „Zocken und Daddeln“ zu verdeutlichen und auf vorhandene Hilfen aufmerksam zu machen.

Krankhaftes Glücksspiel wird noch immer weniger wahrgenommen als beispielsweise die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen. Leider sind auch die Präventions- und Hilfeangebote weniger bekannt. Nur rund zehn Prozent der Betroffenen suchen sich, vielfach erst nach Jahren, professionelle Hilfe. Die Bereitschaft Hilfe anzunehmen, entsteht oftmals erst in akuten Krisensituationen oder nach massivem Druck von Angehörigen und Freunden. Vielfach sind die Betroffenen bereits hoch verschuldet.

Soweit muss es nicht kommen! In Hamburg gibt es Stellen, die schnell, kostenlos sowie unbürokratisch Hilfe bieten können.

Unter dem Motto „Hier können Sie gewinnen“ fand am 10. November 2010 in Hamburg eine Fachtagung der fünf norddeutschen Bundesländer (Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) statt, an der 80 Expertinnen und Experten aus dem gesamten Bundesgebiet teilgenommen haben. Hierbei ging es darum, Strategien auszutauschen, um das Thema mehr in die Öffentlichkeit zu rücken und mit dem Ziel Betroffene frühzeitig zu erreichen.

Mit der Veranstaltung in Hamburg wird die in 2009 gestartete Kampagne „Automatisch verloren“ fortgesetzt und erneut 40.000 auf Infocards klebende Coins für Einkaufswagen mit der Telefonnummer der Helpline Glückspielsucht 040 – 23 93 44 44 verteilt. Der Coin symbolisiert dabei den Spieleinsatz, das fehlende, ausgestanzte Drittel stellt den wahrscheinlichen Verlust dar.

Die Infocards werden ergänzt durch Plakate, verteilt über Behörden, Beratungsstellen und Gaststätten sowie über Seitenscheibenplakate in den Hamburger U- und S-Bahnen, die ebenfalls über die zentrale Helpline Glücksspielsucht informieren und auf das Internetangebot unter www.automatisch-verloren.de verweisen. Dort stehen darüber hinaus weitere Informationen zu wohnortnahen Beratungsangeboten.