Dantons Tod - Thalia Theater Hamburg

Merlin oder Das wüste Land - Thalia Theater Hamburg Eventim.

Dantons Tod - Thalia Theater Hamburg

Datum
So, 19.05.2013
Kategorie
Theater
Künstler
Thalia Theater Hamburg
ab 7.00 € Tickets

Karte

Von Georg Büchner

Was gilt es heute noch zu stürzen? Die Herrschaft des Geldes und der Märkte? Ist soziale Gerechtigkeit noch ein Ziel der Politik? „Seit etwa drei Jahren habe ich keinen Artikel mehr geschrieben, denn ich weiß nicht mehr, was ich noch schreiben soll“, so der Schriftsteller Ingo Schulze im Januar 2012. „Es ist alles so offensichtlich: die Abschaffung der Demokratie, die zunehmende soziale und ökonomische Polarisation in Arm und Reich, der Ruin des Sozialstaates, die Privatisierung und damit Ökonomisierung aller Lebensbereiche, die Blindheit für den Rechtsextremismus und, und, und…“

Kann der Einzelne den Verlauf der Geschichte beeinflussen? Der 22-jährige Büchner, als Verfasser der politischen Flugschrift „Der Hessische Landbote“ nur knapp einer Verhaftung entgangen, beschäftigt sich 1834/35 im reaktionären Deutschland literarisch mit den Möglichkeiten der Revolution. Sein Stück „Dantons Tod“ lässt Büchner fünf Jahre nach dem Sturm auf die Bastille einsetzen. Der euphorische Beginn der Französischen Revolution ist lange vorbei, eine neue Klasse der Profiteure hat sich etabliert, das Volk hungert weiter. Danton plädiert für ein Ende der Schreckensherrschaft, scheint aber an der Veränderbarkeit der Verhältnisse zu zweifeln und kokettiert mit dem Tod. Robespierre dagegen radikalisiert die Verbindung von Tugend und Terror und so verkehrt sich Brüderlichkeit in Brudermord.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche

Mit Mirco Kreibich (Camille), Marie Löcker (Lucile), Daniel Lommatzsch (Robespierre), Karin Neuhäuser (Marion), Thomas Niehaus (Legendre), Axel Olsson (Herman), Jörg Pohl (Danton), Maja Schöne (Julie) und André Szymanski (Lacroix)

Pressestimmen:

"Auf der Thalia-Bühne geht es weniger darum, was aus Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit wird - nämlich wirtschaftliche Ungleichheit zugunsten des Stärkeren - es geht um Tempo und die revolutionären Träume, die eine Gruppe in der Jugend zusammenschweißen, die nun aber ausgefranst sind, so sehr, dass man einander zu hassen beginnt. Jette Steckel spart sich die politisch-ideologische Deutung, sie zeigt raffinierte Bilder, die von ,sex and politics' erzählen, junge Menschen von heute: Nicht sehr diskursstark, aber auf persönliche Freiheiten bedacht." (Hamburger Abendblatt)

"Am Ende hängen Danton und seine drahtigen Männer an Ketten, schweben langsam gen Bühnenhimmel, bewegt sich der eiserne Vorhang bimmelnd nach unten. Davor sitzt Lucile, nun Witwe Camilles und erste Schmerzensfrau des Stücks. In der Hand das Messer. Sie wird sich richten. Und ihr Kind. Obwohl es nichts ändert. Weil die Welt sich immer weiter dreht da draußen. Und in den besten Momenten auch im Theater. Dies ist einer. Jubel!" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Termine Dantons Tod - Thalia Theater Hamburg

Dantons Tod

So, 19.05.2013 17:00 Uhr

ab 7.00 € Tickets