Merlin oder Das wüste Land - Thalia Theater Hamburg Eventim.
Woyzeck - Thalia Theater Hamburg
- Datum
- Mo, 13.05.2013
- Kategorie
- Theater
- Künstler
-
Thalia Theater Hamburg
Nach Georg Büchner - von Tom Waits, Kathleen Brennan und Robert Wilson , Songs und Liedtexte Tom Waits/Kathleen Brennan, Textfassung Ann-Christin Rommen/Wolfgang Wiens
God’s away on business. Woyzeck liebt Marie, aber was kann er ihr schon bieten? Als einfacher Soldat lebt er am unteren Ende der Gesellschaft, schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch – rasiert seinen Hauptmann, schneidet Stöcke, mit denen Leute wie er geprügelt werden, ruiniert seinen Körper und seinen Verstand mit den Experimenten des Doktors. Als Marie sich dem Tambourmajor zuwendet, wird es Woyzeck zu viel.
Bei seinem frühen Tod 1837 hinterließ Georg Büchner „Woyzeck“ als Fragment, offen für Aneignungen. Der amerikanische Musiker Tom Waits befasst sich seit den Siebziger Jahren mit den Abgründen der menschlichen Seele und diagnostiziert in kleinen Songs große Katastrophen. In Zusammenarbeit mit Robert Wilson entstand eine musikalische Bearbeitung von „Woyzeck“ (uraufgeführt 2000 in Kopenhagen), die Waits als Album „Blood Money“ veröffentlichte. Waits’ Songs lassen ins Innere der Figuren blicken, seine Musik fügt dem zwischen Fiebertraum und Sozialdrama stehenden Text Büchners eine Dimension hinzu, leistet Widerstand gegen die Zumutungen der Existenz, gegen die Bilder einer kranken Welt.
Regie:
Jette Steckel
Bühne:
Florian Lösche
Mit
Julian Greis (Karl, ein Idiot),
Philipp Hochmair (Hauptmann),
Felix Knopp (Franz Woyzeck),
Josef Ostendorf (Tambourmajor),
Jörg Pohl (Andres),
Gabriela Maria Schmeide (Margreth),
Maja Schöne (Marie) und
Tilo Werner (Doctor)
Pressestimmen:
"Genau betrachtet bietet Steckels ,Woyzeck' wenig Aussichten auf Glück. Und doch ist ihr das seltene Kunststück eines beglückenden Theaterabends gelungen Und auch das würdige Vorspiel, eine Art Paukenschlag-Prolog zu den Lessingtagen 2010. Denn die Begegnung der beiden Amerikaner Waits und Wilson mit dem deutschen Klassiker ergibt ein gelungenes Beispiel für ein kosmopolitisches, verschiedene Kulturen überspannendes Projekt." (Hamburger Abendblatt)
"Die Bilderdramaturgie führte immer wieder zu grandiosen Einzelleistungen, zum Beispiel von Julian Greis, der dem ,Idioten' Karl viele poetische und packende Momente bescherte: bittere Komik am tiefen Abgrund, das ist ein wichtiger, wiederkehrender Akzent des Abends. […]
Sämtliche Darsteller beherrschten ihren Waits bravourös - und interpretierten ihre Nummern mit Hingabe. Die sechsköpfige Band unter dem Wilson-erfahrenen Multiinstrumentalisten Gerd Bessler spielte dazu perfekt und nuanciert, ein kleines Wunder an Klangvielfalt. […]
Frenetischer Schlussapplaus für alle Beteiligten - ein weiterer künftiger Thalia-Renner mit seiner erfolgreichen Premiere." (Spiegel online)