Nekrogoblikon
- Datum
- Di, 11.06.2013
- Kategorie
- Rock & Pop
- Künstler
-
Nekrogoblikon
Der Bandname Nekrogoblikon mutet ebenso eigenwillig an wie die stilistische Mischung, die das kalifornische Sextett bietet: Inhaltlich basieren ihre Geschichten auf der Welt der Gnome und Trolle, während sie dazu einen brettharten, gleichwohl melodiösen Mix aus Melodic Death Metal, Symphonic Metal und Folk abliefern. Wer hinter der blutrünstigen, äußerst dunklen Ästhetik ihrer meist grafisch gehaltenen öffentlichen Erscheinung eine Truppe schwer tätowierter, langhaariger Heavy Metal-Musiker erwartet, sieht sich indes getäuscht. Nekrogoblikon ist das Projekt einiger überraschend fröhlich, ja fast hippiesk anmutender Studenten der University of California in Santa Barbara. Ihrem zweiten Album „Stench“ (2011) wurde in der Szene große Beachtung geschenkt, spielt es doch auf augenzwinkende Weise mit den Death Metal-Insignien und bietet obendrein äußerst kraftvolle Songs. In diesem Sommer kommen Nekrogoblikon erstmals nach Deutschland. Neben ihren Auftritten bei Rock am Ring und Rock im Park spielen sie am 11. Juni eine Clubshow in Hamburg.
Anfangs waren Nekrogoblikon nur ein Ferienprojekt: Zwei Studenten der UCSB wollten sich einmal als Death Metaller probieren. Mit einigen Songs, zahlreichen Instrumenten und einem mobilen Aufnahmestudio schlossen sich Nicholas Von Doom (Gesang, Keyboards) und Tim Lyakhovetskiy (Gitarre, Gesang) in Von Dooms Garage ein und nahmen während der Semesterferien 2006 im Alleingang das Debütalbum „Goblin Island“ auf. Inspiriert durch die Musik von Bands wie Finntroll, Children Of Bodom oder 3 Inches Of Blood erdachten sie eine hymnisch-orchestrale Version des Death Metal, der auch vor Folk-Einflüssen nicht zurückschreckt.
Inhaltlich knüpften sie spannende, düstere Geschichten um die Welt der fiesen Kobolde und entwickelten eine fiktive Biografie für die Band selbst. Der Legende nach existiert jene seit sechshundert Jahren, trifft sich stets nur in Vollmond-Nächten zum Proben und hat bereits auf so manchem Kobold-Fest der Zwischenwelt die Party gerockt. Das Konzept wie die Musik, die sie im Eigenvertrieb veröffentlichten, stieß auf derart großes Interesse, dass die beiden Musiker eine Live-Band zusammenstellten und innerhalb kürzester Zeit zu einer der meistdiskutierten Formationen in Kalifornien aufstiegen.
Der Projekt-Gedanke von Nekrogoblikon hatte zur Folge, dass sich das Line-Up in den folgenden Jahren fast kontinuierlich veränderte. Kommilitonen kamen und gingen. Erst seit 2011 ist die Besetzung konstant. Neben den beiden Gründern zählen nun Gitarrist Goldberg (Alex Alereza), Bassist Fingers (Brandon Frenzel), Keyboarder Raptor (Aaron Minich) und Drummer Bready (Eddie Trager) zur Band. In dieser Besetzung wurde auch das zweite Album „Stench“ aufgenommen, das im vergangenen Sommer erschien. Seither betreiben die Mitglieder Nekrogoblikon deutlich ehrgeiziger, was auch ihre erste große US-Tournee belegte.
Internationale Aufmerksamkeit erlangten sie mit dem Video zur letzten Single „No One Survives“. Für die Produktion konnten sie Special Effects-Experte Brandon Dermer von Monster Effects gewinnen, der einen derben, aber aufregenden und viel beachteten Kobold-Clip schuf. Nach nur drei Monaten erreichte das Video bei YouTube schon mehr als 1,5 Millionen Klicks. Nun kommen Nekrogoblikon erstmals nach Deutschland, um auch hierzulande ihre blutdurstigen Kobold-Legenden unter den Metal-Fans zu verbreiten.