Schmallenberg-Virus
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(Bild: ©Rainer Sturm/www.pixelio.de )
Es handelt sich um ein neu nach Europa eingeschlepptes Virus, das missgebildete Kälber und Lämmer sowie Aborte (Fehlgeburten) verursacht. Tierhalter sind aufgerufen, diese über ihren bestandsbetreuenden Tierarzt labordiagnostisch abklären zu lassen. Proben werden im Institut für Hygiene und Umwelt (HU) untersucht, einer Einrichtung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg.
Das Schmallenberg-Virus ist ein durch Insekten (Gnitzen, Stechmücken) übertragbares Orthobunyavirus, das im November 2011 erstmals in dem Ort Schmallenberg (Ostwestfalen) bei Rindern festgestellt worden ist und nach molekularbiologischen Kriterien der Simbu-Serogruppe zugeordnet werden kann. Es tritt mittlerweile in nahezu allen Bundesländern sowie in Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich bei Rindern, Schafen und Ziegen auf. In Hamburg erfolgte der erstmalige positive Befund aus missgebildeten Schaflämmern am 02. Februar 2012. Orthobunyaviren des Rindes haben ihre Verbreitung üblicherweise im afrikanischen, asiatischen und australischen Raum. Wie das Virus nach Mitteleuropa gelangt sein könnte und wie lange es bereits in der Tierpopulation zirkuliert, ist bislang unklar.
Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), das Robert-Koch-Institut (RKI), die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gehen nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen nicht davon aus, dass das Schmallenberg-Virus eine Erkrankung beim Menschen hervorrufen kann.
Bei erwachsenen empfänglichen Tieren kommt es nach der Infektion meist nur zu milden klinischen Symptomen, wie Milchrückgang, Fieber und Durchfall über wenige Tage. Eine besondere Rolle spielt aber die Infektion ungeborener Föten. Hierbei können zu einem späteren Zeitpunkt gehäuft Aborte sowie lebensschwache und missgebildete Kälber und Lämmer auftreten.
Bund und Länder haben zur Beobachtung der epidemiologischen Entwicklung die Meldepflicht für dieses Virus beschlossen. Die Hamburger Tierhalter sind bis auf Weiteres aufgerufen, auf Schmallenberg-Virus hinweisende Erkrankungen, insbesondere das erstmalige Vorkommen missgebildeter Kälber und Lämmer labordiagnostisch abklären zu lassen.
Spezifische Impfstoffe gegen das Virus befinden sich derzeit im Stadium der Entwicklung und sind kurz- und mittelfristig voraussichtlich nicht verfügbar.
Weitere Informationen zum Schmallenberg-Virus finden Sie hier:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit - Friedrich - Loeffler - Institut
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC)




