Behörde für Umwelt und Energie

Umweltwirtschaftsgipfel 2015 Fruchtbares Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft

Beim diesjährigen Umweltwirtschaftsgipfel in der Handwerkskammer gab es guten Grund zu feiern: Begrüßt wurde unter anderem der 1.000 UmweltPartner, der mit einem mutigen Projekt gezeigt hat, wie wirtschaftlicher Nutzen und ökologisches Engagement voneinander profitieren können. Daran ließen auch die Praxisbeispiele weiterer UmweltPartner keinen Zweifel. 

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Fruchtbares Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft

Die positiven Effekte auf Wettbewerbsfähigkeit und Betriebskosten, die durch den Einsatz klima- und umweltschonender Technik erzielt werden, sind weithin bekannt und werden von immer mehr Unternehmen genutzt. Das kontinuierliche Wachstum der UmweltPartnerschaft ist hier nur ein Beleg unter vielen. Eine zentrale Feststellung von Umweltstaatsrat Wolfgang Michael Pollmann in seiner Rede zu Beginn der Veranstaltung war in dem Zusammenhang, dass sich das Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft zunehmend positiv und fruchtbar entwickle.

Im internationalen Vergleich, so Pollmann, sei der praktizierte Umweltschutz in Deutschland und Europa geradezu ein Schatz, den man weiter pflegen und entwickeln müsse. In Hamburg ist dafür die UmweltPartnerschaft mit ihren inzwischen über 1.000 Mitgliedern ein wichtiger Ansprechpartner, der sich auch für die Zukunft ambitionierte Ziele gesetzt hat: Bis 2018 soll nicht nur die Zahl der UmweltPartner weiter wachsen, sondern auch die Intensität des Engagements.

Umweltengagement - keine Frage der Unternehmensgröße

Wie dieses Engagement aussehen kann, haben die vier Unternehmen, die aus der Praxis berichtet haben, deutlich gemacht:

Den Beginn machte die Sasol Wax GmbH, UmweltPartner seit dem Gründungsjahr 2003 und kontinuierlich dabei, die Energie- und Ressourceneffizienz in der Produktion zu steigern. Dass dies bei einem Großunternehmen am besten mit einem ganzheitlichen Ansatz funktioniert, zeigte die Präsentation von Martin Lohse. In diesem Rahmen wurde beispielsweise die Installation eines Blockheizkraftwerkes umgesetzt, mit dem der Strom- und vor allem der große Wärmebedarf des Unternehmens optimal bedient werden kann. Dazu gehören aber auch Investitionen in einen energieeffizienten Gebäudebestand, wie beispielsweise durch eine umfassende Wärmedämmung des Verwaltungsgebäudes gezeigt wurde.

Im Gegensatz zum hohen Wärmebedarf des vorangegangenen Beispiels war bei der zweiten Präsentation der Kältebedarf das zentrale Thema: Dr. Eckard Jantzen, Geschäftsführer der GALAB Laboraties, zeigte, welche Umwelteffekte der Einsatz einer innovativen Großtechnik erreichen kann: Beim Neubau des auf 200 Mitarbeiter ausgelegten Laborgebäudes in Bergedorf wurde ein Eisspeicher installiert, der als Energiespeicher für Wärme und Kälte dient. Im Winter wird die Energie dem Wasser über eine Wärmepumpe zum Heizen der klimatisierten Laborluft entzogen und der Eisspeicher friert langsam zu. Im Sommer wird die Laborluft des Gebäudes mit der gespeicherten Kälte gekühlt und der Eisspeicher taut langsam wieder auf.

Der Eisspeicher kann zeitgleich Wärme wie Kälte abgeben und reduziert langfristig die Energiekosten des Unternehmens um 59%.. Dabei werden jährlich rund 70 Tonnen CO2 eingespart. Unmittelbar vor dem Umweltwirtschaftsgipfel hatte Umweltsenator Jens Kerstan auf einer Pressekonferenz im Rathaus das Unternehmen als 1.000. UmweltPartner präsentiert. Er würdigte das  von „Unternehmen für Ressourcenschutz“ geförderte Projekt als beispielhaft.

Innovative Technik ist auch der Ansatz der beiden Praxisbeispiele, die im Anschluss daran präsentiert wurden: Thomas Großer, Geschäftsführer der Oehlmann Tischlereiwerkstätten GmbH stellte dabei verschiedene Maßnahmen vor, unter anderem einen modernen Holzvergaserofen, der aus der werkstatteigenen Spänepresse mit Brennstoff versorgt wird und nur an extrem kalten Tagen durch einen Gasbrenner ergänzt werden muss. Der Geschäftsführer nutzt zudem ein Elektroauto für Kundenbesuche. Durch den Einsatz einer hochmodernen CNC-Fräse spart die Tischlerei darüber hinaus nicht nur Produktionszeit, sondern auch viel Energie und Material.   

Prozessoptimierung, Energie- und Materialeffizienz stehen auch bei der Tischlerei Willy Curdt & Co. GmbH im Vordergrund, wie Juniorchef Eike Curdt zeigte: das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren rund eine Million Euro in moderne Maschinen investiert, unter anderem eine neue Lackieranlage mit Temperaturregelung, eine Hebeanlage für die schweren Platten, aus denen feuerfeste Türen hergestellt werden oder eine sehr exakt arbeitende Plattensäge, mit der sich der Materialverlust beim Zusägen auf ein Minimum reduziert. Auch diese Maßnahmen sparen dem Unternehmen gleichzeitig Energie, Material und Zeit.

Alle Praxisbeispiele haben gezeigt, wie wirtschaftlicher Nutzen und umweltfreundliche Technik optimal miteinander verknüpft werden können und damit die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Erfolg nur mit Beteiligung aller Unternehmen

Dass gerade kleinere Unternehmen und nicht zuletzt das Handwerk als „Exklusivausstatter der Energiewende“ einen wichtigen Beitrag zu deren Gelingen leisten, war eine Botschaft von Handwerkskammerpräsident Josef Katzer in seinem Schlusswort. Denn nur wenn alle Betriebe sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten engagieren, könne ein solches Mammutprojekt erfolgreich sein. Dabei mache gerade das Engagement der unterschiedlichsten Unternehmen Mut, die in der UmweltPartnerschaft dabei seien und sich auf freiwilliger Basis für Klima- und Umweltschutz einsetzten, so Katzer. 

Die UmweltPartnerschaft nimmt dafür mit ihren Angeboten für Unternehmen jeder Größe einen wichtigen Stellenwert ein. Sie lebt vom Engagement Ihrer Mitglieder und ihr Erfolg basiert auf dieser Vielfalt – davon konnten sich die rund 150 Teilnehmer des Umweltwirtschaftsgipfels 2015 eingehend überzeugen.