Behörde für Umwelt und Energie

4. UmweltPartner-Dialog "Die Umstellung war ein voller Erfolg"

Am 30. März findet im Personalrestaurant der Behörden für Umwelt und Energie sowie Stadtentwicklung und Wohnen der 4. UmweltPartner Dialog statt, bei dem sich alles um Vorteile und Herausforderungen von Mehrwegbechern für Betriebsbistros, Kantinen und Ladengeschäfte dreht. Jens Carstensen ist Betreiber der Kantine in Wilhelmsburg und hat als einer der ersten bereits auf Mehrwegbecher umgestellt. Die bisherigen Erfahrungen damit sind durchweg positiv.

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"Die Umstellung war ein voller Erfolg"

Herr Carstensen, Sie bieten im Bistro der beiden Behörden seit November letzten Jahres „Coffee to go“ ausschließlich im Mehrwegbecher an. Können Sie schon eine erste Zwischenbilanz ziehen? Wie wird das Angebot angenommen?

Jens Carstensen: Für eine echte Bilanz ist es eigentlich noch zu früh, da wir ja vor erst knapp drei Monaten umgestellt haben. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich aber schon sagen, dass die Verkaufszahlen für Kaffee und andere Heißgetränke „to go“ auch mit den Pfandbechern gleich geblieben sind.

Toll waren die Reaktionen unserer Gäste: In den ersten Tagen nach der Umstellung wurden wir immer wieder darauf angesprochen und für den Verzicht auf die Pappbecher gelobt. Die Leute finden es richtig gut, dass in „ihrer“ Kantine aktiv Umweltschutz betrieben wird. Und über die 2,50 Euro Pfand hat sich bislang meines Wissens niemand beklagt.

Wie kam es zu der Idee, jetzt auf ein Pfandsystem umzustellen?

Das geht auf den neuen Umweltleitfaden Hamburgs zurück, nach dem in der städtischen Verwaltung künftig auf Einweggeschirr verzichtet werden soll. Dass wir als Kantine der Umwelt- und Stadtentwicklungsbehörde hier zu den Vorreitern gehören, ist selbstverständlich. Außerdem ist es mir auch ein persönliches Anliegen, unnötigen Müll zu vermeiden, wo es geht. Deshalb war ich auch sofort dabei, als die Kolleginnen der Behörde für Umwelt und Energie mit dem Projekt auf mich zugekommen sind. 

Was musste im Vorfeld der Umstellung alles beachtet werden, damit das Pfandsystem reibungslos klappt?

Die größte Herausforderung war sicher, sich für den richtigen Becher zu entscheiden. Wir haben verschiedene Varianten getestet, bis wir mit dem jetzigen Porzellanbecher die richtige Lösung gefunden haben. Er verfärbt sich nicht, wie manche Kunststoffbecher nach einer gewissen Zeit, und lässt sich auch in unserer Gewerbespülmaschine gut reinigen. Diese spült einige Grad heißer als eine Haushaltsmaschine, wodurch die Anforderungen an das Material auch etwas höher sind. Außerdem schmeckt Kaffee im Porzellanbecher einfach am besten. Und gut aussehen tut er auch noch!

Daneben gab es natürlich noch ein paar andere Schritte, die wir umsetzen mussten, bevor es losging. Beispielsweise mussten die Kassen neu programmiert werden und wir brauchten etwas mehr Stellfläche. Ein anderer Punkt war auch die Kapazität der Spülmaschine, was in unserem Fall aber kein Problem war.

Stichwort Kapazität: von wie vielen Pfandbechern reden wir?

Insgesamt wurden 500 Becher und Deckel angeschafft, davon befindet sich etwa die Hälfte im Umlauf. Viele der Behördenmitarbeiter haben für ihren Becher einmal das Pfand bezahlt und kommen seitdem immer wieder zum „auffüllen“, natürlich immer mit einem frisch gereinigten Becher. Wenn Sie das mit den rund 15.000 Pappbechern vergleichen, die wir bislang jährlich ausgegeben haben, sehen Sie schnell, wie sinnvoll diese Umstellung war.

Haben Ihre Mitarbeiter dadurch einen großen Mehraufwand in den Abläufen?  

Der Mehraufwand für Rücknahme und Reinigung der Becher ist praktisch unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Natürlich haben wir den einen oder anderen Handgriff mehr, aber das ist kaum zu merken. Auch die Umstellung selbst ging ohne Komplikationen vonstatten. Kein Wunder, schließlich stehen  auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voll hinter der Idee des Verzichts auf Pappbecher. Es gab zwar zu Anfang ein paar der üblichen Vorbehalte, die haben sich aber eigentlich schon am zweiten Tag nach der Umstellung erübrigt.

Konnten Sie auf externe Erfahrungen setzen, als es um die Planung für die Umstellung ging?

Wir haben das Projekt in den 5 Monaten von der Idee bis zur Realisierung gemeinsam mit den Kolleginnen von der Präsidialabteilung vorangebracht. Da wir auf diesem Gebiet eine der ersten Kantinen in Hamburg sind, gab es auch kaum Erfahrungswerte, auf die wir zurückgreifen konnten. Insofern war das Ganze schon spannend.

Wenn Sie Ihre jetzigen Kosten mit denen für die Beschaffung von jährlich 15.000 Pappbechern mit Deckeln vergleichen: Lohnen sich die Mehrwegbecher „to go“ für Sie auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht?

Auf jeden Fall: Die Kosten für die Pappbecher liegen bei etwa 1.500 Euro im Jahr. Verglichen mit den Anschaffungskosten der Porzellanbecher würde sich diese Investition nach etwa drei Jahren amortisieren. In unserem Fall hat die Behörde als Eigentümer der Kantine die Kosten für die Umstellung komplett übernommen, daher war das Risiko für uns relativ gering.

Das heißt, wenn die Organisation, der die Kantine gehört, und der Betreiber an einem Strang ziehen, lohnt sich das für alle Seiten?

Sicher! Es muss eben eine Person dahinterstehen, die sagt „ich will das haben“. Das Unternehmen kann sich damit ja auch auf die Fahnen schreiben, umweltfreundlich zu sein, was auch ein wichtiges Zeichen für die eigenen Leute ist. Denn wer will schon irgendwo arbeiten, wo keinerlei Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird? Das kann ich mir heutzutage kaum mehr vorstellen! Und wenn ich mir unsere guten Erfahrungen mit der Umstellung und dem Mehrwegsystem ansehe, gibt es für andere Kantinen und Betriebsbistros eigentlich keinen triftigen Grund, das nicht auch zu tun!

Sie haben Interesse an der Vermeidung von Einwegbechern und wollen beim 4. UmweltPartner Dialog dabei sein? In unserem Einladungsflyer finden Sie alle wichtigen Informationen dazu.

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