Kulturbehörde

Staatsarchiv Hamburg 1710 - 2010

Staatsarchiv Hamburg 1710 - 2010

Das Staatsarchiv Hamburg feiert 2010 sein 300-jähriges Jubiläum. Erstmals erwähnt wurde es im Jahre 1293. Seit seiner Gründung ist es der Aufbewahrungsort der wichtigen Dokumente der Stadt. Doch erst seit dem 11. September 1710, dem Amtsantritt von Nicolaus Stampeel als wissenschaftlicher Archivar bei der Stadt Hamburg, werden die Dokumente systematisch ausgewählt, bewahrt und erschlossen. Seit etwa 150 Jahren sind die Dokumente auch öffentlich zugänglich.

Veranstaltungen im September/Oktober 2010
Gesamtprogramm (Flyer, PDF, 2 MB, 2 Seiten)

11. September 
bis 8. Oktober 2010              

Ausstellung im Foyer des Staatsarchivs Hamburg
Akta generalia betreffend ... Original Stadtgeschichte

Zum 300-jährigen Jubiläum präsentiert das Staatsarchiv Hamburg eine Auswahl seiner Archivalien zu Schlaglichtern der Hamburger Stadtgeschichte.
Die Ausstellung vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom umfassenden Spektrum des Archivgutes im Staatsarchiv. Zu sehen sind prunkvoll ausgestattete Urkunden, aber auch unscheinbare Dokumente, deren Wert sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Die ausgewählten Archivalien reichen von 1142 bis in die Gegenwart.

Sonnabend, 11. September 2010Festveranstaltung anlässlich des 300. Jahrestages der Wahl von Nicolaus Stampeel zum ersten Archivar der Stadt Hamburg
11 Uhr Dr. Udo Schäfer
(Direktor des Staatsarchivs Hamburg)
Einführung

Reinhard Stuth
(Senator der Behörde für Kultur, Sport und Medien)
Begrüßung

Prof. Dr. Rainer Postel
Das Gedächtnis der Stadt als Behörde

 

Die Aufgaben des Staatsarchivs Hamburg haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. 1710 entstand mit dem heutigen Staatsarchiv eine Behörde, die den Rat mit Akten- und Urkundenkenntnis versehen sollte. Sie war zwar längst gewünscht worden, kam aber erst auf Betreiben der Kaiserlichen Kommission zustande. Sie erhielt weder die komplette Überlieferung noch waren ihre Bestände öffentlich zugänglich. Bis sie öffentlich etwa durch die Forschung genutzt werden konnte verging noch über ein Jahrhundert. Das Archiv erlangte jedoch schon früh Bedeutung durch die Leistung seiner durchweg juristisch gebildeten Archivare, die sich damit auch für politische Karrieren empfahlen.

Im AnschlussEröffnung der Ausstellung „Akta generalia betreffend … - Original Stadtgeschichte.
Eine Ausstellung im Staatsarchiv Hamburg“
Kleiner Empfang

Die Festveranstaltung ist eine nicht-öffentliche Veranstaltung. Die nachfolgend genannte Lesung und die Führungen sind öffentlich.

14 bis 17 UhrÖffentliche Führungen durch das Staatsarchiv (Magazin, Restaurierungswerkstatt)
15 UhrRobert Brack liest aus seinem Roman 

„Und das Meer gab seine Toten wieder“

 Im Juli 1931 wurden die Leichen zweier Hamburger Kriminalbeamtinnen am Strand von Pellworm gefunden. Selbstmord oder Mord? Was passierte 1931 in Hamburg und auf Pellworm? Es ist die britische Polizistin Jennifer Stevenson, deren Ermittlungen alle bislang verborgenen Details über diesen Fall zu Tage fördern: die tragische persönliche Geschichte der Kriminalinspektorin Therese Dopfer und ihrer Kollegin Kriminalobersekretärin Maria Fischer sowie die politischen Hintergründe und polizeiinternen Intrigen um die damalige Leiterin der Weiblichen Kriminalpolizei Josephine Erkens. Neben Passagen seines Buches wird Robert Brack aus den von ihm genutzten Archivalien des Staatsarchivs lesen. Dem Zuhörer erschließt sich so Stück für Stück die Entstehung des Romans.

 

Die Lesung ist öffentlich.
Der Eintritt ist frei.

Weitere Vorträge
Dienstag, 14. September 2010
18 Uhr (Foyer)

Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann
Nun ist es schon Geschichte: Die Rückkehr der hanseatischen Archivalien aus dem Osten vor zwanzig Jahren

 Mehr als eine Generation lang befürchteten Archivare und Geschichtsforscher das Schlimmste: den Verlust umfangreicher mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Quellen Lübecks, Bremens und Hamburgs. Sie waren im Zweiten Weltkrieg nach Sachsen-Anhalt ausgelagert worden. Obwohl sie die Kriegshandlungen unbeschadet überstanden hatten, begann eine lange Phase mühsamer Verhandlungen mit der DDR und der UdSSR, bis sie endlich wieder in ihre angestammten Archive zurückkehrten. Der Vortrag ruft die Geschehnisse vor 20 Jahren ins Gedächtnis zurück, als Archivalien zum Politikum wurden, und würdigt die abschließenden Erfolge.
Dienstag, 21. September 2010
18 Uhr
(Foyer)
Dr. Udo Schäfer
Die hamburgische Verfassung von 1860. Wegemarke des Verfassungswandels zwischen 1712 und 1921
 

150 Jahre lang bildete der Hauptrezess von 1712 die Grundlage der hamburgischen Verfassung. Erst mit der Verfassung des Jahres 1860, also vor 150 Jahren begannen sich die verfassungsrechtlichen Institutionen, deren Entstehung in das späte Mittelalter und die Zeit der Reformation zurückreichte, zu verändern. Die Entwicklung zur parlamentarischen Demokratie mit Gewaltenteilung sowie allgemeinem und gleichem Wahlrecht blieb jedoch der im Jahre 1921 in Kraft getretenen Verfassung vorbehalten.

Dienstag, 28. September 2010
18 Uhr
(Foyer)

Prof. Dr. Gerhard Ahrens
Bürgerstolz und Kaisertreue. Die Hanseaten im Deutschen Reich

 Lübeck, Bremen und Hamburg bilden als Stadtrepubliken einen Sonderfall im deutschen Kaisereich. Da sie keinem Fürsten Untertan sind, entwickeln Hanseaten zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg nicht selten einen ausgeprägten Bürgerstolz. Zugleich lassen sich aber auch vielfältige Zeugnisse für eine wachsende Verehrung der Hohenzollern und auch anderer Fürstenhäuser beobachten. In wohlhabenden Kreisen kann man sogar regelrechte Feudalisierungstendenzen beobachten, die darauf abzielen, den Bürger zugleich auch als Edelmann erscheinen zu lassen.
Dienstag, 05. Oktober 2010
18 Uhr
(Foyer)

Jürgen Sielemann
Das Staatsarchiv Hamburg und die Personenforschung in der NS-Zeit

Die Umsetzung der antisemitischen Politik der Nationalsozialisten wies den Archiven mit der Auskunftstätigkeit zur Erbringung des Ariernachweises eine bedeutende Rolle zu. Das Staatsarchiv Hamburg war für Hamburg die zentrale Stelle zur Erlangung dieses Abstammungsnachweises. Der Vortrag thematisiert die Umsetzung der Auskunftstätigkeit, die Verstrickung des Staatsarchivs mit dem nationalsozialistischen System und die Haltung der damals tätigen Archivare zur personenkundlichen Forschung, die von Opportunismus bis zur Überzeugung reichte.

Alle Vorträge sind öffentlich.
Der Eintritt ist frei.

Das Staatsarchiv freut sich auf Ihren Besuch.