Pendlerstudie Zahl der Pendler nach Hamburg steigt

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat im Auftrag der Hamburger Sparkasse (Haspa) eine Studie zur Pendlerbewegung in Hamburg vorgestellt. Demnach pendelt jeder dritte in Hamburg Beschäftigte aus dem Umland zur Arbeit, das sind rund 321.000 Pendler. Diese Zahl soll laut Prognosen in den kommenden Jahren sogar noch steigen.

Pendlerstudie - Zahl der Pendler nach Hamburg steigt

Zahl der Pendler steigt

Die Zahl der sogenannten Einpendler mit Wohnsitz außerhalb und Arbeitsplatz innerhalb Hamburgs stieg laut Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts von 237.100 im Jahr 1989 auf 321.202 im Jahr 2012 an – ein Zuwachs von mehr als 35 Prozent. Bei den Auspendlern fiel der Anstieg mit einer Verdoppelung von 50.200 auf 102.349 noch stärker aus. Diese Entwicklung sei zum einen auf eine zunehmende Suburbanisierung der Bevölkerung und von Betrieben zurückzuführen. Zum anderen sei die günstige Beschäftigungsentwicklung und die Anziehungskraft der Stadt Hamburg ein ausschlaggebender Faktor. Prognosen deuten auf eine Zahl von 362.000 Einpendler im Jahr 2020 hin.

Viele Pendler aus angrenzenden Bundesländern

Laut Studie wohne zwar der größere Teil der Hamburger Beschäftigten auch in Hamburg (62,4 Prozent), jedoch hätten sehr viele ihren Wohnort in den beiden angrenzenden Bundesländern Schleswig-Holstein (18,7%) und Niedersachsen (10,9 Prozent). Ein Anteil von 79 Prozent der Pendler nach Hamburg überschreiten die Distanz von 100 Kilometern bei ihrem Weg zum Arbeitsplatz nicht. Die restlichen 21% der Einpendler verteilen sich auf weiter entfernte Regionen, wobei auch hier der Trend von abnehmenden Pendlerzahlen bei zunehmender Distanz erhalten bleibt.

Lange Pendelzeiten trotz geringer Distanz

In angrenzenden Kreisen, wie z.B. Stade oder dem Herzogtum Lauenburg müssen Beschäftigte deutlich längere Pendelzeiten nach Hamburg in Kauf nehmen. Dies schlägt sich auch auf die Pendlerzahlen nieder, die hier geringer ausfallen. Trotz der räumlichen Nähe, pendeln aus dem Kreis Stade nur 19.000 und aus dem Herzogtum Lauenburg etwa 21.000 Beschäftigte nach Hamburg. Aus Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Harburg sind es jeweils mehr als 31.000 Beschäftigte. Viele Kreise – wie auch Stade – haben mit einer vergleichsweise schlechten verkehrsinfrastrukturellen Anbindung an Hamburg zu kämpfen. Auch für Regionen westlich des Hamburger Stadtkerns und südlich der Elbe ergeben sich trotz der zum Teil geringen Distanz zur Hamburger Stadtmitte vergleichsweise hohe Pendelzeiten. Wohnorte in Autobahn-Nähe weisen hingegen häufig eine deutlich geringere Pendelzeit auf.

Ausblick

Ein wesentlicher Trend – auch den Pendlerverkehr betreffend – ist die demografische Entwicklung in Hamburg. Laut der 12. Bevölkerungsvorausberechnung wird die Bevölkerungszahl Hamburgs bis 2027/28 um etwa 50.000 Personen zunehmen und dann langsam zurückgehen. Um den derzeit wachsenden Pendlerströmen gerecht zu werden, fordert Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), einen Ausbau und eine Modernisierung der Infrastruktur und eine computergestützte Verkehrsführung. Im Jahr 2012 hat der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) rund 717 Millionen Fahrgäste transportiert.

Die vollständige Studie finden Sie auf den Seiten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts unter: Pendeln in Hamburg.

(Quelle: HWWI, Stand: 16. Dezember 2013)