Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Bürgerschaftliches Engagement Haftpflichtversicherung für Ehrenamtliche

Ehrenamtlich Tätige leisten einen freiwilligen und gemeinnützigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Das ist un­verzichtbar und verdient eine hohe Anerkennung. Leider ist jede Form von selbstloser Hilfe auch mit Risi­ken verbunden.

Haftpflichtversicherung Ehrenamtliche Hamburg

Damit durch eine ehrenamtliche Tätigkeit keine Nachteile entstehen, hat die Freie und Hanse­stadt Hamburg einen Sammelhaftpflichtvertrag für ehrenamtlich Tätige abgeschlossen.

Dieser Sammelhaftpflichtvertrag entbindet Vereine, Verbände, Stiftungen, Organisationen oder andere Träger jedoch nicht von der Pflicht, den Haftpflichtversicherungsschutz ihrer ehrenamtlich Engagierten durch eine eigene Haftpflichtversicherung sicher zu stel­len.

Denn der Versicherungsschutz des Sammelhaftpflichtvertrages greift nur dann, wenn kein anderweitiger Haftpflichtversicherungsschutz über die Vereinigung bzw. Organisation oder eine Privathaftpflichtversicherung besteht. Es handelt sich um eine sogenannte Subsidiärhaftung.

Wer ist versichert?

Versichert sind ehrenamtlich Tätige in Ausübung der ehrenamtlichen Tätigkeit in rechtlich unselbständigen, aber auch in recht­lichen selbständigen Vereinigungen aller Art. Wenn der ehrenamtlich Tätige eine  eventuelle Aufwandsent­schädigung erhält, wird der Status nicht beeinflusst.

Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist, dass die versicherte Tätigkeit in Hamburg ausgeübt wird oder von Hamburg ausgeht, zum Beispiel bei Freizeit- und Ferienmaßnahmen, Exkursionen, die Landesgrenzen über­schreitende Veranstaltungen und Aktionen.

Welches Risiko ist versichert

Versichert ist ausschließlich die persönliche gesetzliche Haftpflicht privatrechtlichen Inhalts eines ehrenamtlich Tätigen, für den kein anderweitiger Haftpflichtversicherungsschutz über die Vereinigung oder im Rahmen einer Privathaftpflichtversicherung  besteht.

Im Sammelhaftpflichtvertrag nicht versichert ist die Haftpflicht der Organisation/Gemeinschaft, für die die Tätigkeit erbracht wird. Ebenso wenig ist die Haftpflicht von Betreuten oder Teilnehmern an Veranstaltungen versichert.

Wie sieht der Versicherungsumfang aus?

Eine Haftpflichtversicherung übernimmt im Rahmen der vereinbarten Deckungssummen die Ansprüche, die durch die Schädigung eines Dritten entstehen.

Der Haftpflichtversicherer übernimmt folgende Aufgaben:

  • Prüfung der Ansprüche des Geschädigten auf Rechtmäßigkeit,
  • Abwehr  eventuell unberechtigter Schadensersatzansprüche,
  • Freistellung des Versicherten von berechtigten Zahlungsansprüchen.

Der Sammelhaftpflichtversicherungsvertrag sieht folgende Deckungssummen vor:

  • Zwei Millionen Euro für Personenschäden je Versicherungsfall,
  • Zwei Millionen Euro für Sachschäden je Versicherungsfall,
  • 100.000 Euro für Vermögensschäden je Versicherungsfall,
  • 2000 Euro wegen Schäden aus Abhandenkommen und Beschädigung von eingebrachten Sachen pro Versi­cherungsfall.
  • Der detaillierte Versicherungsschutz ist in den Allgemeinen und Besonderen Versicherungsbedingun­gen des Sammelhaftpflichtvertrages geregelt.

Beantragung und Kostenübernahme der Versicherung

Die Versicherung ist  für die ehrenamtlich Tätigen antrags- und beitragsfrei. Die Kosten trägt die Freie und Hansestadt Hamburg.

Es ist nicht erforderlich, dass die ehrenamtliche Tätigkeit im Vorwege angemeldet wird. Die Meldung des Schadenfalls ist ausreichend. 

Der Versicherer ist HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG.

Verhalten im Schadenfall

Im Schadenfall wendet sich der oder die ehrenamtlich Tätige oder die betroffene Vereinigung bzw. Organisation unver­züglich (spätestens innerhalb von drei Werktagen) an das Versicherungsmanagement in der Finanzbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg:

Rufnummer: (040) 428 23 - 1464
Fax: (040) 428 23 -  2081
E-Mail: Versicherungsmanagement@fb.hamburg.de

Aufgrund der bereits erwähnten Subsidiärdeckung des Sammelhaftpflichtvertrages ist anzugeben, ob eine anderweitige Haftpflichtversicherung besteht. Insbesondere eine für den ehrenamtlich Tätigen oder über seine Familie abgeschlossene Privathaftpflichtversicherung oder eine sonstige Haftpflichtver­sicherung, die die Vereinigung bzw. Organisation o.a. abgeschlossen hat (Angabe des Versicherers und der Vertragsnummer).

Eine Meldung des Schadenfalls sollte auch erfolgen, wenn eine anderweitige Haftpflichtversicherung besteht. Nur so kann verhindert werden, dass im Laufe der Schadenbearbeitung eventuelle Obliegenheiten verletzt werden, die eine ggf. doch noch erforderliche Inanspruchnahme der Sammelhaftpflichtversicherung für Ehrenamtliche verhindert.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (siehe rechts oben).