Eiszeitliche Landschaft Wandern im Naturschutzgebiet Höltigbaum

Das Naturschutzgebiet Höltigbaum hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die mit der Weichseleiszeit begann, die die halboffene Weidelandschaft geprägt hat. Auch der Mensch hatte durch landwirtschaftliche und militärische Nutzung seinen Einfluss auf die Pflanzen- und Tierwelt.

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Wanderung im Höltigbaum

Dreigeteiltes Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet Höltigbaum setzt sich aus den Gebieten Höltigbaum, Stellmoorer Tunneltal und Ahrensburger Tunneltal zusammen. Der sogenannte Naturraum Hamburger Ring hat eine Gesamtflächen von 1000 Hektar und ist damit eines der größten Naturschutzgebiete der Hansestadt. Die Eismassen, die vor zirka 15.000 Jahren auf dem Gebiet lagen, haben ihr Möglichstes getan, um eine wunderschöne Landschaft zu hinterlassen. Neben den weiten, halboffenen Weideflächen wandert man über Drumlins – lang gestreckte Hügel, die die Eiszeit hinterlassen hat – und durch Tunneltäler, die sich durch abfließendes Tauwasser unter den Eismassen gebildet haben.

Mit der Zeit nahm auch der Mensch durch landwirtschaftliche Nutzung Einfluss auf das Gebiet. Über viele Jahrzehnte dauerte die extensive Bewirtschaftung an. Weil dabei jedoch auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichtet wurde, findet sich heute ein weitestgehend unbeeinflusster Naturraum, in dem seltene Arten überlebt haben. 

Beispielsweise fühlt sich der Neuntöter sehr wohl im Höltigbaum. Der brachiale Name gehört zu einem mittelgroßen Singvogel, der seine Beute – Insekten, Eidechsen oder auch mal eine Maus – auf den Dornen eines Baumes aufspießt. Daneben finden sich Waldlerche und Goldammer, verschiedene Amphibienarten wie Zauneidechse oder Kammmolch und mit Iltis und Zwergspitzmaus zwei gefährdete Arten. Bei einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet trifft man zudem auf Galloway-Rinder, Schafe oder Ziegen, die auf den wilden Wiesen grasen. 

Die Pflanzenwelt wurde durch die militärische Nutzung des Gebietes Mitte des 20. Jahrhunderts stark beeinflusst. Immer wieder zerstörten die schweren Fahrzeuge die Vegetationsdecke, so dass sich viele Pionierpflanzen ansiedelten, die resistenter gegen die schwierigen Bedingungen waren. Auffällig sind auch die Krattwälder mit ihren vielstämmigen Eichen und die Wildapfel- und Wildbirnbäume.

Wandertipp
(2:30 Std. / 9 km)
Der Weg beginnt an der Straße Eichberg, an der sich gute Parkmöglichkeiten befinden. Zunächst geht man in Richtung Haus der Wilden Weiden und biegt davor rechts ab. Auf dem Weg lässt man die erste Gabelung links liegen und marschiert geradeaus weiter und schlägt an der zweiten Kreuzung dann links auf den sandigen Pfad ein. Zwischendurch gibt es immer wieder schöne Aussichten auf die weite Landschaft. 

Nachdem einen der Weg nach einem Linksknick in nördliche Richtung führt, biegt man alsbald nach links ab und taucht komplett ein in die Wälder und wilden Wiesen des Höltigbaumes. Der Weg schlängelt sich durch den Wald und verläuft am Ende parallel zum Lauf der Dänenbek. Am Ende geht es nach links auf den Hagenweg und man folgt dem asphaltierten Weg zunächst. Hat man die zweite größere Kreuzung passiert, geht es nach etwa 200 Metern halblinks zurück auf einen sandigen Pfad.

Dieser führt direkt auf das große Rückhaltebecken in der Mitte des Naturschutzgebietes zu. Hinter dem Gewässer geht es nach rechts in den Fattsbarg, dann links in den Grotmannskrog, rechts in den Bullenbarg und gleich wieder nach links zurück auf den Hagenweg. Dieser führt schließlich über in den Herdenpfad und wenn man der Verlängerung des Weges folgt und die Wandse überquert hat, landet man bald wieder am Ausgangspunkt der Wanderung. 

Anfahrt in das Naturschutzgebiet Höltigbaum

Mit dem PKW:
Aus südlicher Richtung kommend über Ahrensburger Straße, Stein-Hardenberg-Straße und Bargteheider Straße. Dann an der großen Kreuzung rechts in Oldenfelder Steg und weiter in Höltigbaum. Schließlich links in Eichberg. Aus nördlicher Richtung über Meiendorfer Mühlenweg, Beim Farenland, Fasanenweg und Berner Straße geradeaus über die Kreuzung in Höltigbaum und dann links in Eichberg.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der U-Bahnlinie U1 bis Meiendorfer Weg, dann mit der Buslinie M24 bis Bargteheider Straße und schließlich in zirka zehn Gehminuten über Oldenfelder Stieg und Höltigbaum bis Eichberg. Oder vom Bahnhof Rahlstedt mit der Buslinie 462 bis zur Haltestelle Naturschutzgebiet Höltigbaum. Dann noch fünf Minuten Fußweg über den Weg hinter der Wendekehre, hinter dem Graben rechts abbiegen, geradeaus bis zur Schranke und hinter der Schranke links zum Haus der Wilden Weiden.

Karte

Wandern im Naturschutzgebiet Höltigbaum
Das Naturschutzgebiet Höltigbaum hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die mit der Weichseleiszeit begann, die die halboffene Weidelandschaft geprägt hat. Auch der Mensch hatte durch landwirtschaftliche und militärische Nutzung seinen Einfluss auf die Pflanzen- und Tierwelt.
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