Bramfeld und Steilshoop
von Birte Kaiser
Bramfeld ist in architektonischer Hinsicht sehr vielseitig. Hier stehen alte Villen neben neuen Einfamilienhäusern, Mietshäuser aus der Nachkriegszeit neben neueren Stadthäusern und ökologischen Wohnprojekten. Die in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts entstandene Siedlung Hohnerkamp etwa wurde als Gartenstadt mit aufgelockerter Bebauung geplant. Hier wurde eine Siedlung alter Einfamilienhäuser durch neuere Bauten ergänzt. Die Palette reichte von Reihenhäusern bis zu Miets- und Hochhäusern. Nach seiner Sanierung in neuerer Zeit wurde die Siedlung unter Milieuschutz gestellt. So wurde eine Verdrängung der ansässigen Bewohner verhindert.
Kontrastreich: Steilshoop
Ebenso kontrastreich kann Architektur in Steilshoop sein: die Villa aus dem 19. Jahrhundert neben der Großsiedlung Neu-Steilshoop, die in den siebziger Jahren auf dem Gebiet von Tausenden von Kleingärten entstand. Um den so genannten Affenfelsen, das 14-stöckige Hochhaus, gruppieren sich niedrigere Mietshäuser in Form von Ringen mit großen, grünen Innenhöfen. Zwischen der Großsiedlung und dem Bramfelder See trifft man dann auf Einfamilienhäuser, dieses Viertel wird auch das "Blankenese von Steilshoop" genannt.
Günstige Mieten, aber nicht sehr zentral
Die Mieten sind in beiden Stadtteilen günstig, nicht zuletzt wegen der weniger zentralen Lage. Allerdings lässt die Verkehrsanbindung an Steilshoop und Bramfeld zu wünschen übrig. Es gibt weder einen S- noch einen U-Bahn-Anschluss. Nur Busse fahren die angrenzenden Stadtteile an. Um in die Innenstadt zu kommen, muss man umsteigen, man ist dann etwa eine Dreiviertelstunde unterwegs. Der Ausländeranteil ist in Steilshoop mit fast 18 Prozent recht hoch. Hier leben mehr als 30 Nationalitäten, die meisten davon in der Großsiedlung Neu-Steilshoop. An der Bramfelder Chaussee kann man seinen Einkauf erledigen, wenn auch in weniger Geschäften als früher. Der Steilshooper kauft im City Center Steilshoop. Viele fahren aber auch mit dem Auto ins Quarree nach Wandsbek oder in die Hamburger Straße, die nicht weit entfernt ist.
Überraschend grün
Der Außenstehende will es zunächst nicht recht glauben, aber beide Stadtteile sind sehr grün. Der Bramfelder See in Steilshoop hat auch über seinen Stadtteil hinaus Bekanntheit erlangt. Ein gern angesteuertes Naturziel der Hamburger, natürlich besonders im Sommer. Kleingärten haben rings um Steilshoop einen grünen Gürtel gebildet. Abseits der Bramfelder Chaussee, der "434", findet der Erholungssuchende den Grootmoorteich, den Appelhoffweiher und kann an einigen Stellen sogar Pferde entdecken.
Wenig Nachtleben
Größter Arbeitgeber in Bramfeld ist der Otto Versand mit einigen Tausend Beschäftigten. Steilshoop ist kein großer Wirtschaftsstandort. Hier gibt es nur einige mittelständische Betriebe. Der Ausgehfreudige wird wohl in beiden Stadtteilen nicht so recht zufrieden gestellt. Es gibt zwar einige Restaurants - den Italiener oder Griechen um die Ecke -, aber wer nach Mitternacht noch losziehen will, hat es schwer. Auch kulturell gibt es wenig Auswahl: Ein Kino fehlt, aber der Bramfelder Kulturladen "Brakula" bietet Theater, Konzerte und Kabarett.
AUCH INTERESSANT
Lecker essen in Steilshoop
Übernachten in Steilshoop
Ausgehen in Steilshoop
In diesen Stadtteilen ist derjenige gut aufgehoben, der möglichst wenig Geld für Wohnen ausgeben möchte oder muss, aber dennoch auf Wohnkomfort nicht verzichten will. Denn in der Regel gibt es hier mehr fürs Geld, mehr Quadratmeter, bessere Ausstattung, ruhigere Gegenden, reichlich Parkplätze. Wer nicht auf Citynähe angewiesen ist, kann sich hier so manchen Luxus erlauben, der in den zentralen Stadtteilen nicht zu bezahlen wäre.
Zurück zur Übersicht Wandsbek
Zurück zur Übersicht der Bezirke & Stadtteile
Trackback URI für diesen Artikel


Mister Wong
Webnews
Yigg
Del.icio.us
