Der extrem nasse Mai und das reichhaltige Wasserangebot könnten einer starken und schnellen Ausbreitung von Stechmücken Vorschub leisten, vorausgesetzt das Wärmeangebot verbessert sich.
Viele Gebiete stehen derzeit unter Wasser, besonders von Sachsen über Thüringen bis nach Südostbayern haben sich Seenlandschaften entwickelt. Aber auch im Westen sind entlang des Rheins Polder geflutet worden oder tief gelegene Felder, Wiesen und Wälder stehen unter Wasser. Der enorm hohe Grundwasserspiegel spielt dabei eine wichtige Rolle.
Zunächst einmal soll an dieser Stelle mit einem weit verbreiteten Irrtum aufgeräumt werden. Kalte Winter lassen keinesfalls Schnaken und Co. sterben. Sie haben vielmehr eine Art Frostschutz im Körper, der sie gegenüber Kälte unempfindlich macht. Zudem ziehen sie sich oft in trockene und warme Höhlen oder in Häuser, Scheunen und Dachböden zurück. Allerdings können sie sich in frostigen Wintern zumindest nicht vermehren. Ohnehin überwintern die Spaßbremsen oft im Eistadium als Larve.
Allein entscheidend sind die Entwicklungsmöglichkeiten der Blutsauger im Frühjahr und Sommer. Ausreichend Wasser und Wärme sorgen für eine explosionsartige, millionenfache Vermehrung innerhalb von kurzer Zeit. Entlang der Auen hochwasserführender Flüsse und im Bereich von unter Wasser stehenden Wäldern finden diese nun die besten Voraussetzungen, zumal die Temperaturen in den nächsten Tagen langsam weiter steigen.
Zudem sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass jede Art offener Wasserflächen auf Balkon, Terrasse oder im Garten rasch zur Brutstätte stechwütiger Mücken werden kann. In diesem Fall züchten wir uns die Blutsauger massenweise selbst heran.
Fernhalten können wir diese nicht eingeladenen Gäste mit speziellen Gerüchen, so das Team von wetter.net. Hierfür eignen sich beispielsweise Weihrauch oder Tomatenpflanzen. Auch das Einreiben mit Zwiebelsaft soll gegen Stechmücken helfen, macht aber möglicherweise einsam. Und schließlich gibt es empfohlene oder getestete und als wirksam eingestufte Schutzmittel wie Autan Family oder Anti Brumm, mit denen man entsprechende Hautpartien einreiben kann.
Wie sehr das mit den Plagegeistern aus dem Ruder laufen kann, zeigt folgendes Beispiel: In extremen Jahren wurden in bestimmten Gebieten schon Anflugraten bis zu sage und schreibe 700 Stechmücken pro Minute registriert. Damit wird ein Aufenthalt im Freien unmöglich oder ist nur mit einem Ganzkörperschutz und Moskitonetz realisierbar. Bleibt zu hoffen, dass die Vermehrung der Stechmücken nicht zu heftig wird.