Das Pfingstfest wurde in einigen Regionen der Mitte und des Westens zur Wasserschlacht. Davon waren besonders die Region zwischen Hunsrück und Saar betroffen. Örtlich kamen Mengen um 60 Liter in 24 Stunden zusammen.
Ursache für die großen Regenmengen durch anhaltenden Dauerregen war, wie schon in vorhergehenden Wetternews erwähnt, ein Höhentief, also höhenkalte Luft, die über der Mitte und dem Westen unseres Landes ein Eigenleben begann und einen Wirbel auch am Boden entstehen ließ. Um diesen kreisten gegen den Uhrzeigersinn die sich bildenden regenschweren Wolken, wobei das Zentrum des Wirbels langsam nordwestwärts wanderte und über die Eifel nach Ostfrankreich zog.
Mit diesem intensiven Wirbel waren von den Morgenstunden des Pfingstsonntags bis zu den Morgenstunden des Montags Wassermengen von mehr als 35 bis 40 Litern pro Quadratmeter im Taunus, von 25 bis 30 Litern im Rhein-Main-Gebiet und von 25 bis 60 Litern pro Quadratmetern zwischen Hunsrück und Saar verbunden.
Da darf es nicht verwundern, dass während der Pfingstfeiertage die Pegel von Mosel, Sauer, Saar und Glan sowie anderen kleineren Flüssen und Bächen im Einzugsgebiet des starken Dauerregens in Rheinland-Pfalz und dem Saarland in die Höhe schnellten und für überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller sorgten. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, örtlich gesellten sich sogar Hangrutschungen hinzu. Straßen mussten gesperrt werden.
Das sich noch am Pfingstsonntag abzeichnende Szenario mit weiterem Starkregen auch am Montag und mit einem zweiten Wirbel über Thüringen erfüllte sich glücklicherweise nicht. Die eigenbrötlerischen Höhentiefs sind unberechenbar und ändern oft kurzfristig Zugbahn und Intensität. Das macht eine räumlich exakte Vorwarnung zur Dauer und zum Ausmaß eines solchen Starkregenereignisses äußerst schwierig, zuweilen sogar unmöglich.
Auch in nächster Zeit ist immer wieder mit heftigen Regenfällen besonders über dem Westen, Südwesten und Norden unseres Landes zu rechnen, denn aus Richtung Grönland naht neues Ungemach. Für die Jahreszeit ungewöhnlich kalte Winterluft bahnt sich in größeren Höhen unbeirrt und in ungeheuerem Tempo zur Wochenmitte ihren Weg bis ins nordwestliche Mitteleuropa, wird dort in der zweiten Wochenhälfte ihr Eigenleben starten und für viel Wirbel und viel Regen sorgen. Weitere Unwetter sind also vorprogrammiert, betont das Team von wetter.net.