Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Vorläufige Bilanz 231 Obdachlose haben wieder ein Dach über dem Kopf

Winternotprogramm endet

Im vergangenen Winter konnten 231 Obdachlose direkt aus den beiden städtischen Standorten in das soziale Hilfesystem der Stadt integriert werden. Hierzu zählen Wohnunterkünfte, stationäre Pflege- oder Eingliederungseinrichtungen sowie Projekte für Betreutes Wohnen. Von den 231 Obdachlosen werden 74 zunächst im Pik As untergebracht und ziehen sukzessive in eine Wohnunterkunft um. Dies ist eine vorläufige Bilanz, da die Auswertung der Kirchengemeinden noch stattfindet.

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231 Obdachlose haben wieder ein Dach über dem Kopf: Winternotprogramm 2017/2018 endet

Seit 1992 gibt es das Hamburger Winternotprogramm. Es ergänzt nachts die Tagesaufenthaltsmöglichkeiten sowie das ganzjährige Angebot im Pik As (330 Plätze) und im Frauenzimmer (30 Plätze), sowie bei freien Trägern (250 Plätze). Im Winter 2017/2018 standen rund 870 Schlafplätze und die Wärmestube zur Verfügung. 

Der städtische Erfrierungsschutz (Friesenstraße, Schaarsteinweg, Wärmestube in der Hinrichsenstraße) wurde vom städtischen Sozialunternehmen f & w fördern und wohnen AöR betrieben. Weitere, dezentrale Standorte wurden von Kirchengemeinden, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, dem Rauhen Haus und dem Jakob Juncker Haus betreut.

"Unser Winternotprogramm ist mehr als eine Kältehilfe“, erklärt Sozialsenatorin Melanie Leonhard. „Wir ergänzen den Erfrierungsschutz durch Sozialberatung und helfen obdachlosen Menschen, eine Perspektive abseits des Lebens auf der Straße zu finden. Ich danke allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass wir wieder sehr viele Menschen davon überzeugen konnten, Hilfe anzunehmen. Mein Dank gilt auch den zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen und Projekten, die sich im Winter für Obdachlose engagiert haben. Sie sind wichtige Stützen unseres Hilfesystems und sorgen häufig dafür, dass notleidende Menschen den Weg in die Beratungsstellen finden.“ 

Im Vergleich zum Vorjahr wurden zwar weniger Menschen direkt erreicht. Allerdings wurden im Winternotprogramm 2016/2017 besonders viele, nämlich 278 Obdachlose ins soziale Hilfesystem integriert. 

Der Weg von der Straße in eine eigene Wohnung führt in der Regel über die städtischen Wohnunterkünfte. Einen Anspruch auf einen Platz in einer Wohnunterkunft haben grundsätzlich Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Auch EU-Bürgerinnen und Bürger, die in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren oder sind, haben ein Recht auf staatliche Leistungen. Wenn sie obdachlos sind, zählt hierzu auch die Unterbringung in Wohnunterkünften.

Hintergrundinformationen

Im Jahr 2017 haben die bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle erneut – und damit kontinuierlich seit 2011 – in über 80 Prozent aller Wohnungssicherungsfälle einen Verlust der Wohnung abgewendet. Dies betraf 5.435 Haushalte. Die Fachstellen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Obdachlosigkeit.

Die Wohnungsvermittlung durch die bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle nimmt zu. Wurden im Jahr 2014 1.179 Haushalte in neue Wohnungen vermittelt, waren es im Jahr 2017 bereits 2.146 Haushalte. Das entspricht einer Zunahme von fast 44 Prozent.

Die Zahl der Personen, die als Zwischenlösung in Hotels untergebracht werden, konnte weiter gesenkt werden: 2015 wurden insgesamt 1.610 Personen zwischenzeitlich in Hotels untergebracht. 2017 betraf dies nur noch 732 Personen. Am Stichtag 31.12.2017 waren nur 76 Personen in Hotels untergebracht.

Zurzeit leben rund 4.650 wohnungslose Personen in Wohnunterkünften. Fördern und wohnen AöR hat die Zahl der Plätze für Wohnungslose in Wohnunterkünften seit Juli 2015 (2.605 Wohnungslose) kontinuierlich gesteigert.