Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Obdachlosigkeit Beratung von Unionsbürgern im Winternotprogramm

Das Winternotprogramm kann anonym in Anspruch genommen werden. Alle Menschen werden aufgenommen, niemand wird abgewiesen. Das Winternotprogramm richtet sich aber an Menschen, die ohne Obdach sind.

Beratung von Unionsbürgern im Hamburger Winternotprogramm für Obdachlose

Wer nutzt das Winternotprogramm?

Im Winter 2016/2017 stammten allein 44 Prozent der Übernachtenden aus Polen, Rumänien oder Bulgarien (Quelle: Auswertung des Winternotprogramms 2016/2017). Auch sie erhalten eine Beratung, um ihre Perspektive in Hamburg zu klären.

Das Aufenthaltsrecht in Deutschland für Unionsbürger ist an einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz geknüpft. Wer keinen Job hat, kann sich zwar in Deutschland aufhalten, um einen Job zu suchen – die Kosten für den Aufenthalt müssen dann aber selbst getragen werden. Ist die Jobsuche erfolglos, verliert man sein Aufenthaltsrecht und muss zurückreisen. 

Einen Anspruch auf Sozialleistungen gibt es nicht, eine Unterbringung auf Kosten der Allgemeinheit ist nicht möglich.

Hilfen für obdachlose EU-Bürger

Hamburg finanziert mehrere Anlaufstellen zur Prüfung der individuellen Perspektive von obdachlosen Unionsbürgern in Hamburg. Bei Plata, Sansa (PDF, 425 KB), Social Bridge und beim Jobcenter können auch Ansprüche auf Sozialleistungen geprüft werden. Während dieses gesamten Prozesses kann jemand im Winternotprogramm oder in der Notunterkunft Pik As übernachten. 

Im diesjährigen Winternotprogramm werden so genannte „Laufzettel“ eingesetzt, die den Menschen dabei helfen, die richtige Anlaufstelle zu finden.

Weitere Hilfsangebote

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Rahmen der Personen- und Arbeitnehmerfreizügigkeit aus anderen EU-Mitgliedstaaten und insbesondere aus den ost- und südosteuropäischen Mitgliedstaaten nach Hamburg kommen, stehen in Hamburg die Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit zur Verfügung. Die Servicestelle berät und unterstützt beispielsweise auch, wenn prekäre Arbeitsverhältnisse bestehen und nur ein so geringer Lohn gezahlt wird, dass eine Unterkunft nicht finanziert werden kann.  

Zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung werden darüber hinaus mit Mitteln des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) weitere Beratungsangebote gefördert, die sich speziell an zugewanderte Personen aus osteuropäischen EU-Ländern richten. Hierzu zählen

  • BulRom (CASA blanca), Information und Orientierung für marginalisierte Migrantinnen und Migranten aus Bulgarien und Rumänien,
  • ABB-SERVICE-Team – Aufsuchende Beratung und Begleitung für besonders benachteiligte EU-Zuwanderer (GM Jugendhilfe GmbH),
  • Perspektiven in Europa schaffen – Ein Modellprojekt für neuzugewanderte Unionsbürger/-innen in prekären Lebenssituationen in Hamburg (Diakonisches Werk Hamburg),
  • Step.in - beratung mobil (verikom, IKB, BI Wilhelmsburg).

Freiwillige Rückkehr ins Heimatland

Wenn final festgestellt wird, dass es keine Ansprüche auf Sozialleistungen und es auch keine Perspektive auf einen Job in Hamburg gibt, kommt nur noch die freiwillige Rückkehr ins Heimatland infrage. Dies betrifft insbesondere die Menschen, die eigenen Wohnraum im Heimatland haben. 

Falls die Rückreise nicht selbst bezahlt werden kann, gibt es finanzielle Rückkehrhilfen – auch hierüber informieren wir im Winternotprogramm.

Niemand muss auf der Straße schlafen

Nach wie vor gilt, dass niemand in Hamburg nachts in frostigen Nächten auf der Straße schlafen muss. 

Ein vorübergehender Aufenthalt ist auch in der Einrichtung in der Hinrichsenstraße 4 möglich, in der man sich bei Bedarf auch nachts aufhalten kann.

Eine gute Sozialberatung klärt die Menschen über alle Optionen und entsprechende Anlaufstellen auf, die bei der Lösung schwerer Lebenslagen behilflich sind. Das tun die Beraterinnen und Berater im Winternotprogramm. Sie wecken keine nicht erfüllbaren Hoffnungen.