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Wissenschaft und Forschung

Wir stehen für einen Neuanfang in der Hamburger Wissenschaftspolitik und werden gemeinsam mit den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Entwicklungsperspektiven erarbeiten.

 

Labor Hamburg stärkt Wissenschaft und Forschung (Bild: www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta)

Verbesserung der Studienbedingungen

Die Umstellung auf das Bachelor/Master (BA/MA)‐System (Bologna) hat vielfach gerade im Grundstudium zu einer deutlichen Verschlechterung der Studienqualität und Studienbedingungen geführt. Stichworte sind Überfrachtung der Inhalte, erhöhte Prüfungsdichte, Präsenzpflicht, aber auch Probleme bei der Anerkennung von an anderen Institutionen erworbenen Ausbildungsleistungen und Zertifikaten mit der Folge einer Behinderung der Mobilität der Studierenden. Genau das Gegenteil war durch das Bachelor‐System intendiert. Wir  wollen mit den Hochschulen in einen Dialog treten über eine Verlängerung der Regelstudienzeit zum Bachelor, die Eröffnung eines Master‐Studienplatzes für jeden Studierenden und die Qualität der Lehre.

Abschaffung der Studiengebühren

Die Studiengebühren werden zum Wintersemester 2012/2013 abgeschafft, insbesondere um Schulabsolventinnen und ‐absolventen aus sozial schwächeren Milieus nicht von der Aufnahme eines Hochschulstudiums abzuschrecken. Wir werden den Hochschulen das entgangene Geld zur Verfügung stellen.

Exzellenz in der Forschung

Wir werden die vorhandenen wissenschaftlichen Schwerpunkte, beispielsweise in der Klimaforschung und der Physik, stärken. Bereiche mit Potenzial auch in den Bereichen Geistes‐ und Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften, Ingenieurswissenschaften und den übrigen Naturwissenschaften werden wir gezielt unterstützen und neue Schwerpunkte entwickeln.

Im Bereich der Klimaforschung hat Hamburg mit CliSAP und dem KlimaCampus bereits eine nationale und internationale Spitzenstellung, die wir halten und ausbauen wollen.

In einem Kooperationsprojekt mit dem Bund, dem Land Niedersachsen, der Helmholtz‐ und der Leibniz‐Gemeinschaft wollen wir den Forschungscampus Bahrenfeld weiterentwickeln und dort das Zentrum für Struktur‐ und Systembiologie CSSB bauen.

Gemeinsam mit der Max‐Planck‐Gesellschaft planen wir, die bereits am DESY im Rahmen des CFEL aktiven MPG‐Forschergruppen zu einem eigenständigen Institut auszubauen. Das würde den internationalen Stellenwert des Forschungscampus Bahrenfeld weiter erhöhen und Hamburg als Standort für Spitzenforschung erheblich profilieren.

Mit der Innovationskontaktstelle zwischen Unternehmen und Hochschulen (siehe Abschnitt Wirtschaft und Innovationen) erleichtern und fördern wir die Umsetzung neuer Erkenntnisse und Technologien in neue Produkte und Dienstleistungen.

Stärkung der Wissenschaftsregion Norddeutschland

Die Wissenschaftsmetropole Hamburg kann gemeinsam mit ihren Partnern in Norddeutschland und Nordeuropa mehr erreichen. Zu diesem Zweck sollen in ausgewählten Forschungsfeldern die Zusammenarbeit im norddeutschen Raum und die gemeinsamen norddeutschen Aktivitäten gegenüber der EU verstärkt werden. Daneben soll in ausgewählten Bereichen der Lehre stärker kooperiert werden - etwa bei der Lehrerausbildung. Schließlich soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Ostseeraum, speziell mit Skandinavien, intensiviert werden.

Hochschulgesetz reformieren

Der den Hochschulen für Entscheidungsstrukturen und innere Organisation gesetzte Rechtsrahmen ist von entscheidender Bedeutung für ihren Erfolg. Ziel muss die Stärkung der Hochschulautonomie sein, begleitet von der Entwicklung eines Steuerungsinstrumentariums, das die politische Verantwortung für die Hochschulen sicherstellt. Auf Ebene der Hochschulen sollen die demokratischen Strukturen gestärkt, die Handlungsfähigkeiten der Fakultäten in Lehre und Forschung verbessert und zugleich die Entscheidungsverfahren schlank und effizient gestaltet werden.

Bauliche Modernisierung der Hochschulen

Für den Wissenschaftsstandort Hamburg ist es von entscheidender Bedeutung, eine exzellente wissenschaftliche Infrastruktur mit hervorragenden Lehr‐, Lern‐ und Forschungsbedingungen zu schaffen.

Der aktuelle bauliche Zustand vieler Hochschulgebäude entspricht diesen Anforderungen nicht. Das gilt in besonderem Maße für die Universität Hamburg mit ihren beiden zentralen Standorten Bundesstraße und von‐Melle‐Park. Aber auch bei anderen Hochschulen, namentlich der HAW und der TUHH, gibt es erhebliche bauliche Sanierungs‐ und Modernisierungsbedarfe. Wir werden das Gebäudemanagement auf eine neue Basis stellen (Mieter‐Vermieter‐Modell) und den Sanierungs- und Modernisierungsstau schrittweise abbauen.

Gute Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation

Durch eine Reihe von Maßnahmen sind die Arbeitsbedingungen für die Wissenschaft in Hamburg zu verbessern ‐ etwa durch gezielte Förderung von Forschungsprojekten, Nachwuchsförderung, Doktorandenausbildung, Spitzenforschungsförderung sowie Verbesserung der Kooperation zwischen Wissenschaft und in Hamburg ansässiger Wirtschaft. Dazu gehört auch die Einflussnahme auf die Entwicklung von EU‐Förderprogrammen für Forschung und Innovation. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Bereich der Hochschulen sollen eingeschränkt werden.

Durchlässigkeit der Bildungsbereiche verbessern

Mehr Durchlässigkeit in allen Bildungsbereichen ist eine zentrale Aufgabe, um den Herausforderungen der Wissens‐ und Informationsgesellschaft gerecht zu werden. Die Hochschulen müssen sich für neue Studierendengruppen öffnen und entsprechende Studienangebote vorhalten.

Das bedingt unter anderem die Anerkennung beruflicher Qualifikationen. Ziel ist es, dass bis zu zehn Prozent der Studierenden bereits einen Beruf erlernt haben.

Gleichstellung fördern

Gleichstellung von Frauen und Männern auch an den Hochschulen ist nicht nur eine gesellschaftliche Verpflichtung. Sie ist Voraussetzung, um die vorhandenen Potenziale auszuschöpfen und zu nutzen.

Wissenschaftsstiftung

Zur Profilierung der Wissenschaftsstadt Hamburg werden wir weiterhin eine gezielte Landesforschungsförderung betreiben, wie sie zurzeit in der Forschungs‐ und Wissenschaftsstiftung geschieht, dafür aber einen anderen Rahmen schaffen.

Stärkung der wissenschaftlichen Medizinforschung

Mit dem Klinikneubau hat sich das Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) klinisch und wirtschaftlich gut entwickelt. Wir werden gemeinsam mit dem UKE die Empfehlungen des Wissenschaftsrates umsetzen und so sowohl eine stärkere Profilierung in Lehre und Forschung unterstützen als auch eine bessere Vernetzung mit der Universität Hamburg erreichen. Das Universitätsklinikum soll sich als zentraler Standort für Spitzenforschung und Spitzenmedizin in Norddeutschland weiterentwickeln. Dazu zählt auch die Beteiligung an den Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung.