Wissenschaftliche Analyse im Landeskriminalamt Hamburg
Folgende Schwerpunkte der Forschung stehen aktuell im Vordergrund:
- Analyse von Kriminalitätsphänomenen
- Erfolgskontrollen laufender polizeilicher Maßnahmen (Begleitforschung)
- Analysen zur Weiterentwicklung polizeilicher Arbeitsmethoden (Grundsätze und Standards (kriminal)polizeilicher Arbeitsmethoden)
- Analysen zur Wirkung externer Erkenntnisse (wissenschaftlicher Einrichtungen) auf polizeiliche Ressourcenplanung und -einsatz (strategische Planung)
In der Vergangenheit wurden ausgewählte Forschungsergebnisse unter der Schriftenreihe "Kriminologische Forschung im Landeskriminalamt" publiziert, aktuell heißt diese Schriftenreihe "Wissenschaftliche Analyse im Landeskriminalamt".
Kontaktadresse: Polizeioeffentlichkeitsarbeit@polizei.hamburg.de
Aktuelle Forschungsprojekte:
"Dynamik von Eskalationsprozessen im Kontext von Beziehungsgewalt"
Die Untersuchung 'Dynamik von Eskalationsprozessen im Kontext von Beziehungsgewalt' komplettiert die Erkenntnisse über die Phänomenologie der Beziehungsgewalt für Hamburg um den Prozess von Beziehungsgewalt im Längsschnitt.
Die vorliegende Längsschnittanalyse trug den beiden entscheidenden Charakteristika von Beziehungsgewalt, der Prozesshaftigkeit und dem Eskalationspotenzial, Rechnung.
Die Dynamik von Beziehungsgewalt, also der Prozess der Anwendung verschiedener Gewaltformen, wurde bewusst gerade auch dann betrachtet, wenn es (noch) nicht zu einer Eskalation im Gewaltverlauf gekommen ist.
Im Ergebnis zeigten sich diverse Merkmale, die die vermeintlich homogene Gruppe der Beziehungsgewalttäter unterscheidbar machen und damit die Herausforderung an die polizeiliche Intervention in diesem Phänomenfeld unterstreicht.
„Phänomenologie der gefährlichen und schweren Körperverletzung im öffentlichen Raum“
Die PKS weist für Hamburg einen kontinuierlichen Anstieg der gefährlichen und schweren Körperverletzungen auf. Die vorliegende Analyse konzentriert sich auf die im öffentlichen Raum (KV SWP) begangenen Delikte, weil angenommen wird, dass gerade für diesen Bereich Erklärungen für den Anstieg der Fallzahlen gefunden werden können. Per Stichprobenziehung wurden 393 Fälle der KV SWP mit Tatjahr 2002 und 613 Fälle mit Tatjahr 2006 ausgewählt und in einer eingehenden Analyse der Ermittlungsakten ausgewertet.
Die Ergebnisse der Analyse lassen auf eine Aufhellung des Dunkelfeldes auf Grund polizeilicher Präsenz und zunehmende Sensibilisierung von Opfern bzw. Zeugen gegenüber Gewalttaten schließen. Es gibt Hinweise auf eine Veränderung des Freizeitverhaltens, insbesondere von Jungerwachsenen, in Richtung „Nachtzeit am Wochenende“ in Verbindung mit Alkohol und einem urbanen Freizeitangebot.
Insbesondere für die polizeiliche Maßnahmenplanung ist von Relevanz, dass die Begehung der KV SWP im Jahr 2006 weniger auf planerischem Vorsatz beruhte als noch im Jahr 2002. Darauf weisen u.a. die Veränderungen bei den mitgeführten und eingesetzten Tatmitteln und der Anstieg bei Taten hin, die auf zufälligen Begegnungen zwischen Täter und Opfer beruhen.
Diese Studie steht als Download (siehe unten) zur Verfügung.
"Optimierung von Interventionsstrategien im Vorfeld von Tötungsdelikten im sozialen Nahraum, insbesondere von Partnertötungen"
Im Verbund mit bundesweiten Projektpartnern untersucht Hamburg eine repräsentative Stichprobe von versuchten und vollendeten Tötungsdelikten. Ziel des Projektes ist es über die Erforschung von Eskalationsprozessen der Gewalt im sozialen Nahraum verbesserte Interventions- und Präventionsstrategien abzuleiten.
Nähere Informationen finden Sie unter:
http://www.dhpol.de/de/hochschule
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