Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Das Räumliche Leitbild formuliert fünf zentrale Ziele:

Mehr Stadt in der Stadt

„Mehr Stadt in der Stadt" bedeutet, die Qualitäten des Lebensraums Stadt zu identifizieren, auszubauen und die noch ungenutzten Chancen im Stadtraum für den Wohnungsbau, für neue Arbeitsstätten und Erholungsangebote zu mobilisieren. Mit diesem Ziel sollen in Hamburg künftig neue Quartiere zum Wohnen und Arbeiten vor allem auf Brachflächen und auf nicht optimal genutzten Flächen innerhalb der Stadt errichtet werden. Dazu zählen auch die ehemals vom Hafen sowie von Bahn, Post, Bundeswehr, Krankenhäusern und Kirchen sowie Industrie und Gewerbe genutzten Flächen, die nun für neue Nutzungen offen stehen. Die Vorteile: Die vorhandene Infrastruktur der Stadt – vom öffentlichen Nahverkehr bis zu Kultur- und Bildungseinrichtungen – wird besser genutzt, in gewachsenen Stadtteilen entstehen neue Arbeitsplätze sowie öffentliche Räume von hoher Qualität – nicht zuletzt wird die Bebauung von Grün- und Landschaftsflächen minimiert. Mit einer „Qualitätsoffensive Freiraum" sollen parallel zu neuen Bauvorhaben die Grün- und Freiflächen der dicht besiedelten Quartiere aufgewertet und ergänzt werden, so dass auch die heutigen Bewohner von diesen Maßnahmen in ihren Quartieren profitieren.

Auf Qualitäten bauen – Familienfreundliche Wohnstatt Hamburg

Wohnen in der Stadt liegt wieder im Trend. Familien sollen in Hamburg eine attraktive Wohnstatt finden können, die ihren Ansprüchen gerecht wird. Derzeit leben in Hamburg 1,7 Millionen Menschen. Nach der aktuellen Bevölkerungsprognose hat Hamburg die Chance, bis 2020 um circa 80.000 Menschen zu wachsen. Dies entspricht rund 60.000 Haushalten. Voraussetzung hierfür ist der Bau von jährlich 5.000 bis 6.000 neuen Wohnungen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen offensiv Bauflächen angeboten werden. Mit dem Wohnungsneubau sollen neue attraktive Wohnadressen entstehen und in beliebten Stadtteilen vorhandene „Lücken" genutzt werden. Wohnstandorte mit besonderen Lagequalitäten am Wasser, an Parkanlagen, im Einzugsbereich von Haltestellen, aber auch in den Quartierszentren stehen hier im Vordergrund.

Kompetenzen nutzen –Wirtschaftsraum stärken

Das Räumliche Leitbild setzt auf die zentralen Wachstumsbranchen der Stadt, um ihre Rolle als Motor der wirtschaftlichen Dynamik zu stärken. Im Fokus stehen die Branchen, die voraussichtlich große Flächenbedarfe haben und spezifische Standorte nachfragen. Dazu zählen besonders Betriebe aus den Kompetenz-Clustern „Hafen und Logistik" sowie „Luftfahrt", die durch vielfältige Förderungen unterstützt werden. Insbesondere für die Ansiedlung von Logistikbetrieben innerhalb und außerhalb des Hafens sollen kurz- und mittelfristig geeignete Flächen mobilisiert werden. Als ein erstes Projekt soll bis 2009 in Obergeorgswerder ein Logistik-Standort mit 25 Hektar Fläche entstehen. Bereits heute sind in Hamburg 16 Prozent der Beschäftigten im Logistik-Sektor tätig, bis 2015 könnte die Branche um weitere 14.000 Beschäftigte wachsen.

Stadt Erleben Hamburg

Ziel ist es, besonders jene Orte in Hamburg zu stärken und in Szene zu setzen, die das Image der Stadt entscheidend prägen und ihre besondere Schönheit erlebbar machen. Ankunftsorte, wie Einfallstraßen, Bahnhöfe, Flughäfen und Hafenterminals, bestimmen den ersten Eindruck von der Stadt und sollen deshalb gestalterisch aufgewertet werden. Mit seinen urbanen, technisch-maritimen sowie landschaftlichen Qualitäten ist der Erlebnisraum Elbe in der weltweiten Konkurrenz der Metropolen einzigartig. In diesem Raum sollen besondere Einrichtungen, wie das rekonstruierte ehemalige Auswandererzentrum – die Ballinstadt – und eine schwimmende Jugendherberge, ihre Strahlkraft entfalten sowie Schiffsanleger und Aussichtspunkte in hoher Qualität ausgebaut werden. Das maritime Erbe in Gestalt von Kränen, Brücken, Schiffen soll bewahrt und von Land- und Wasserseite erlebbar werden. Dazu dient auch eine Circle-Line als Hafenbarkassen-Rundtour für Stadtkultur-Touristen. Auch weitere Leitprojekte des Konzeptes „Wachsende Stadt" sollen sichtbarer Teil der Stadt werden: Die „Sportstadt Hamburg" nutzt den Stadtraum als Arena für die Weltmeisterschaft Triathlon und die Cyclassics. Die „Kulturmetropole Hamburg" erhält mit der geplanten Elbphilharmonie in der Hafencity ein Wahrzeichen mit internationaler Ausstrahlung.

Die Metropole ist Stadt und Region

Die Metropolregion Hamburg ist eine von elf deutschen Metropolregionen. Das Leitbild formuliert das Ziel, länderübergreifend Kooperationsprojekte zu initiieren, um die Metropolregion im internationalen Wettbewerb der Regionen zu stärken. Dabei sollen vor allem Wachstumsbranchen gemeinsam gefördert und im internationalen Marketing eng kooperiert werden. Schlüsselprojekte für die regionale Kooperation sind u. a. Wachstumsinitiativen von privaten und kommunale Akteuren (z. B. Süderelbe AG), länderübergreifende Regionalparks (Wedeler Au/Rissen-Sülldorfer Feldmark) sowie der gemeinsame Luftfrachtstandort Hamburg-Fuhlsbüttel/Norderstedt („Nordport"). Als Metropole und als Kern einer Region mit 4,5 Millionen Menschen bietet Hamburg eine herausragende technische, soziale und Wissensinfrastruktur. Die Identität der Region und der Metropole zu stärken ist eine weitere Zukunftsaufgabe. Als Metropole zeigt sich Hamburg besonders mit der City und HafenCity, dem Hafen und Flughafen, der Binnen- und Außenalster, dem Elbufer und der Kulturmeile Reeperbahn. Neue Projekte an diesen Orten sollen in Funktion und Gestaltung dem weltstädtischen Charakter der Stadt und ihren Besonderheiten Rechnung tragen.

ausblendeneinblendenKontaktmöglichkeit
Amt für Landes- und Landschaftsplanung - Räumliches Leitbild Alter Steinweg 4 20459 Hamburg