Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge

Besuch Kolumbianischer Staatssekretär für Flüchtlinge besucht ZKF

Letzten Donnerstag hatte der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) hochrangigen Besuch aus dem Ausland: Luis Fernando Niño (Foto: rechts), Staatssekretär für Flüchtlinge und Gedenkkultur aus Norte de Santander, Kolumbien, informierte sich über die Arbeit des ZKF.

Kolumbianischer Staatssekretär für Flüchtlinge besucht ZKF

22.06.2016 - Beim Austausch mit Anselm Sprandel, der erläuterte, wie sich Hamburg um die Geflüchteten kümmert, wurde schnell klar, dass die Situation in Kolumbien eine ganz andere ist: Binnenländische Flüchtlinge oder Flüchtlinge, die aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation aus Venezuela nach Kolumbien zurückkehren, müssen untergebracht werden. Meist scheitert es an der Finanzierung, diesen Menschen zu helfen. Niño war verblüfft, dass in Deutschland, auch in Hamburg, alles aus Steuermitteln bezahlt werden kann, ohne Hilfe von internationalen Organisationen; für ihn eine unvorstellbare Situation. In Kolumbien, so schildert er, schlafen Flüchtlinge oft in großen Stadien unter freiem Himmel, ärztliche Versorgung gibt es so gut wie nie. Statt geordneter Verfahren endet die Flucht für viele in Schlafstätten, die aus Pappe und Plastikplanen am Straßenrand wild errichtet werden und ohne jegliche Unterstützung des Staates. Darunter leiden vor allem die Kinder und diejenigen, die zu schwach sind, sich selbst zu helfen. Menschenhandel, Gewalt und Prostitution sind an der Tagesordnung.

Ansonsten sind die Probleme durchaus ähnlich: Neben der Unterbringung müssen Integrationsfragen gelöst werden und niemand kann vorhersagen, wie viele neue Flüchtlinge kommen werden. Sicher waren sich Sprandel und Niño nur in einem Punkt: Es werden weiterhin viele Menschen auf den Flucht sein, denen geholfen werden muss. In Hamburg und in Kolumbien.