Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge

#HHhilft Einladung mit Herz: 90 Geflüchtete freuen sich über Weihnachtsessen

Das Restaurant „Zum Alten Lotsenhaus“ befindet sich in einem alten Fachwerkhaus direkt am Strand von Övelgönne, mit wunderschönem Blick auf den Hamburger Hafen. Seit 1801 ist das Haus eine öffentliche Gaststätte und gehört damit zu den ältesten Gasthäusern Hamburgs. Bereits im Jahre 1745 wurde hier die Lotsenbruderschaft gegründet, die es sich zur Aufgabe machte, die Familien in Not geratener Elblotsen zu unterstützen. Getreu diesem Motto der schnellen und unkomplizierten Hilfe haben die Inhaber Dennis Kuntke und Björn Hoffmann, beides Seiteneinsteiger in der Gastronomie, alle 90 Bewohnerinnen und Bewohner einer Niendorfer Folgeunterkunft für Geflüchtete zu einem gemütlichen Weihnachtsessen eingeladen.

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Einladung mit Herz: 90 Geflüchtete freuen sich über Weihnachtsessen

13.12.2016 - „Jeder kann helfen, jeder in seinem persönlichen Rahmen“, antwortet Dennis Kuntke sofort auf die Frage, wie die beiden auf diese Idee gekommen sind. „Leider hört man oft Negatives, wir möchten mit unserer Einladung Brücken schlagen und den geflüchteten Menschen zeigen, was Hamburg ausmacht - der Hafen als wirtschaftliches Zentrum und Umschlagspunkt für Waren aus aller Welt und unsere schöne Elbe als Lebensader der Stadt. Und menschliche Wärme und gutes Essen gehören selbstverständlich auch dazu“, so Kuntke weiter. Dafür haben sie sich extra ein internationales Buffet ausgedacht: von lokalen Spezialitäten wie z.B. Hamburger Pannfisch, über diverse Pasta- und Fleisch-Variationen, zu Couscous und anderen orientalischen Speisen.

Die geflüchteten Menschen sitzen an diesem Abend fröhlich bei Kerzenlicht eng zusammen, die Stimmung ist ausgelassen, das Personal gutgelaunt und rund 35 Kinder toben zwischen den Stuhlreihen und draußen auf der Terrasse des altehrwürdigen Restaurants, welches von Kuntke und Hoffmann im Jahr 2009 übernommen und anschließend von Grund auf saniert wurde. Die ehrenamtlichen Helfer Ernst Ludwig Galling und Florian Wietz freuen sich für die Menschen, denn beide haben das festliche Mahl mitinitiiert, nachdem sich die Restaurantchefs bei ihnen gemeldet hatten. Die Einladung traf bei ihnen sofort auf offene Ohren und offene Herzen. Galling, geschäftsführender Gesellschafter einer Software-Firma, und Wietz, Groß- und Einzelhandelskaufmann, leben in direkter Nachbarschaft in der von f & w geführten Unterkunft in der Paul-Sorge-Straße und setzen sich gemeinsam mit Marion Binnebesel, Einrichtungsleitern, schon seit geraumer Zeit für die Integration der Geflüchteten vor Ort ein. Dazu treffen sich die beiden jeden Dienstag mit Bewohnerinnen und Bewohnern, um z.B. sportliche Aktivitäten zu planen oder auch mal einen gemeinsamen Fernsehabend zu organisieren. Für die besondere Einladung zum gemeinsamen Weihnachtsessen sammelten sie im engen Freundeskreis Spenden, um einen Bus für den Transfer zu chartern und kleine Geschenke für die Kinder zu kaufen. In kürzester Zeit kam das benötigte Geld zusammen, selbst für zukünftige Aktivitäten ist noch etwas da. „Es ist so einfach, einfach etwas zu machen“,  haben sich Galling, Wietz und Binnebesel als Leitspruch für ihre gemeinschaftliche Hilfe ausgedacht. Wie man an den strahlenden Gesichtern aller Anwesenden sehen kann, haben sie sehr recht damit.