Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge

Flüchtlinge Folgeunterkünfte eröffnet, Erstaufnahmen geschlossen, Ombudsstelle etabliert, Integrationskonzept verabschiedet und Zahl der Überresidenten weiter gesunken

Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) zieht positive Jahresbilanz bei Flüchtlingsunterbringung

Im zu Ende gehenden Jahr sind mehr als 6.300 Plätze in 11 neuen Folgeunterkünften und 6 erweiterten Standorten entstanden. Gleichzeitig konnten rund 7.600 Plätze in Erstaufnahmen abgebaut und die letzte „prekäre Unterkunft“ geschlossen werden. Außerdem hat die Ombudsstelle in der Flüchtlingsarbeit ihre Arbeit aufgenommen.

Pressemitteilung ZKF Hamburg

In den letzten 12 Monaten kamen rd. 9.080 Geflüchtete nach Hamburg, rd. 3.340 mussten davon untergebracht werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr kamen 16.167 Flüchtlinge nach Hamburg, rd. 7.710 benötigten davon in der Hansestadt eine öffentliche Unterkunft. Damit leben derzeit ca. 33.300 Geflüchtete in Hamburger Flüchtlingseinrichtungen.
Monatlich kommen noch immer rund 750 Schutzsuchende in der Hansestadt an, von denen knapp 300 Frauen, Männer und Kinder untergebracht werden müssen. Zusätzlich zum Ankunftszentrum in Rahlstedt sind aktuell 14 Erstaufnahmeeinrichtungen (EA) in Betrieb mit einer Gesamtbelegung von rund 4.100 Personen. Die Zahl der Überresidenten, d.h. der Menschen, die einen Anspruch auf einen Platz in einer Folgeeinrichtung haben, aber aufgrund von fehlenden Plätzen noch in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht sind, lag Ende Dezember bei ca. 2.400 Personen, Ende Dezember 2016 waren es noch rund 6.300.

Flüchtlingskoordinator Anselm Sprandel: „Eine der größten Herausforderungen im Jahr 2017 war die Unterbringung von geflüchteten Menschen in Folgeunterkünften. Wichtig war uns vor allem, für eine gerechte und integrationsfördernde Verlegung von den Erstaufnahmen in Folgeunterkünfte zu sorgen. Mit dem Orientierungsschlüssel und der Veröffentlichung der Verlegungskriterien haben wir für Transparenz auch in der Öffentlichkeit gesorgt, da es auch vielen Ehrenamtlichen sehr am Herzen lag, das langfristig und erfolgreiche aufgebaute Kontakte nicht abbrechen.“

Im Gegensatz zu den Erstaufnahmen werden Folgeunterkünfte nach wie vor dringend benötigt. In diesen wohnungsähnlichen Unterkünften können vor allem anerkannte Flüchtlinge mit Bleibeperspektive selbst kochen und eigenständiger leben als in einer Erstaufnahme. In den Folgeunterkünften sowie den Unterkünften mit der Perspektive Wohnen (UPW) konnten dieses Jahr ca. 6.300 Plätze geschaffen werden, es stehen damit an 122 Standorten mehr als 31.000 Plätze zur Verfügung.

Anselm Sprandel: „Die Belegung der UPW war im Jahr 2017 ein wichtiger Schritt zu einer Lösung der Unterbringungsprobleme. Die größte Einrichtung dieser Art am Mittleren Landweg ist mittlerweile voll belegt. Die Integration in Kita, Schule und Arbeitsmarkt wird systematisch unterstützt, darüber hinaus gibt es zahlreiche Begegnungs-, Förder- und Integrationsangebote in der Siedlung selbst. Dies gilt auch für die anderen UPW-Standorte. Ein wichtiges Vorhaben ist die mittelfristige Umwandlung dieser Wohnangebote auch für andere Zielgruppen, wie es in den Bürgerverträgen gefordert ist. Hier sind bereits erste Planungen angelaufen.“

Von Januar bis November 2017 sind rund 3.000 Zuwanderer aus Folgeunterkünften in regulären Wohnraum gezogen.

Neben der Schließung von 19 Erstaufnahmen wurde auch die letzte „prekäre Unterkunft“ am Hellmesbergerweg - die provisorisch in einem ehemaligen Baumarkt eingerichtet wurde - mit 400 Plätzen geschlossen. Sieben Standorte der Erstaufnahme sind außer Betrieb, werden derzeit jedoch noch als Reserve- und Notfallstandorte vorgehalten. Eine besondere Herausforderung wird künftig die Entwicklung, Planung und Vorbereitung von weiteren Notfall- und Reservestandorten sowie Reserveflächen sein.

Die Ombudsstelle hat im Juli ihre Arbeit aufgenommen, sie ist eine unabhängige Beschwerdestelle, die von Geflüchteten, ehrenamtlich Aktiven, Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unterkünften angerufen werden kann. Zur Ombudsfrau wurde die ehemalige Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Hamburg, Annegrethe Stoltenberg, ernannt. Die Landespastorin im Ruhestand arbeitet ehrenamtlich und wird durch eine Geschäftsstelle mit zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen unterstützt.

Anfang September 2017 wurde das Hamburger Integrationskonzept „Wir in Hamburg“, das von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration federführend erstellt wurde, veröffentlicht. Das Konzept setzt sich auch mit dem Thema „Erstintegration von Geflüchteten“ auseinander. In der Phase der Erstintegration sollen Geflüchtete in die Lage versetzt werden, den Alltag in Deutschland selbständig zu bewältigen. Dies umfasst das Erlernen der deutschen Sprache, die konkrete Einbindung in Kindertagesbetreuung, Schule, die Aufnahme von Ausbildung und Arbeit, gegebenenfalls das Beziehen einer eigenen Wohnung. Auch in ihre Nachbarschaft, den Stadtteil, in Kultur- und Sportangebote sollen die Geflüchteten einbezogen werden. Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration hat in seinem begleitenden Gutachten konstatiert, dass „Wir in Hamburg“ bundesweit Maßstäbe setze.

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