Lena Meyer-Landrut
Fleischklößchen mit Zimt
Auch drei Jahre nach ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest ist Lena nicht in der Versenkung verschwunden. Stattdessen zeigt Raabs ehemaliges Goldkehlchen in der Großen Freiheit 36, dass Pop nicht immer perfekt sein muss, um besonders zu sein.
Obwohl Lena bei den Arbeiten an ihrem neuen Album auf die Hilfe ihres Entdeckers Stefan Raab und somit auch auf dauerhafte PR in dessen Sendung „TV Total“ verzichtete, setzte sich 'Stardust' an der Spitze der Charts fest. Bei den meisten Songs werkelte sie mit und auch die Planung der Tour dürfte nach ihrem Geschmack gewesen sein: Statt großer Bühnen spielt sie in diesem Jahr jene kleine Clubs, in denen auch ihre musikalischen Vorbilder auftreten. Die Nachfrage ist dennoch ungebrochen, Lenas ausverkauftes Konzert wurde vom Grünspan in die Große Freiheit 36 verlegt.
Lena verzückte ihre Fans
Dort wird sie am Mittwochabend von einem Meer aus Knicklichtern empfangen, als sie die Bühne im typischen Indie-Dress betritt. Feiert die heimliche deutsche Hauptstadt des Eurovision Song Contests hier etwa gleich eine verfrühte Grand-Prix-Party? Nein, denn Anke Engelke ist nirgends zu sehen, puh! Das Publikum im Alter von fünf bis 45 ist von Anfang an voll dabei und auch Lenas Lampenfieber verfliegt nach dem ruhigen Opener „To The Moon“. Zwischen einer fünfköpfigen Band fühlt sich die 21-jährige sichtlich wohler als umgeben von Tänzern in Ganzkörperanzügen, die sie bei ihrer zweiten Song-Contest-Teilnahme umgarnten.
Lena, wie sie singt und lacht
Sie macht keinen Hehl daraus, dass ihr das Gewand des perfekten Pop-Sternchens nicht passt und glänzt stattdessen mit jener quirligen Frische, die sie seit ihrem ersten Casting unheimlich nahbar macht. Damals sang sie „My Same“ von der bis dato hierzulande unbekannten Adele und auch heute leiht sie sich für „Mr. Arrow Key“ einen Kontrabass-Lauf im Stile von The Cure oder lässt in „Taken By A Stranger“ spontan „Tainted Love“ einfließen. Diese speziellen Momente, die sie mit ihrer ungewöhnlichen Essvorliebe „Fleischklößchen mit Zimt“ vergleicht, darf sie mit ihrer tollen, wandelbaren Stimme ruhig öfter zeigen. Denn dann ist sie Lena, wie sie singt und lacht.
Autor: Jens Prüwer







