K.I.Z. in Hamburg Champagner, Rap und andere Geschmacklosigkeiten

K.I.Z., Deutsch-Raps Lieblings-Provokateure, machen mit ihrer Show immer mehr der Kloeterklikke aka Deichkind Konkurrenz.

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KIZ live

Läuft bei den Kannibalen in Zivil

Ausverkaufte Hallen von Zürich bis Hamburg, Gold für ihr aktuelles Album „Hurra, die Welt geht unter“, eine geplante Open-Air-Tour für 2016. Man kann mit Fug und Recht behaupten: Läuft bei den Kannibalen in Zivil.

Nicht dass das irgendwas an der Art und Weise von Maxim, Tarek, Nico KIZ und DJ Craft ändern würde. Kaum zumindest. Noch immer bohren sie mit ihren Songs in offenen Wunden, provozieren, beleidigen und treten gegebenenfalls auch schon mal nach, wenn's sein muss. Verbal versteht sich. Neu hingegen ist, mit was für einem riesigen Aufwand sie all das mittlerweile auf die Bühne bringen.

Bühnenbild zeigt eigene Denkmäler

Als sie am Freitag, dem 20. November, das erste von zwei ausverkauften Konzerten in der Sporthalle Hamburg spielen, besteht nie auch nur eine Sekunde Zweifel daran, dass der Abend nicht der totale Abriss werden würde. Schon das auf Videoleinwand projizierte Intro ist an Geschmacklosigkeiten kaum zu übertreffen. Keine Details. Nur soviel: Kokain, Geld und Waffen spielen tragende Rollen. Das Bühnenbild selber ist geprägt von vier überdimensionalen Denkmälern, mit denen sich die Berliner die ganze Zeit selber huldigen. Vollkommen zu recht natürlich. Das wissen sie, und das wissen auch ihre Fans.

Deichkind wären sicher stolz

Die dürfen sich bei der über zwei Stunden andauernden Show nicht nur über unglaublich ballernde Beats und Hits wie „Urlaub fürs Gehirn“, „Abteilungsleiter der Liebe“ (inklusive Standortwechsel ans andere Ende der Halle) und „Boom Boom Boom“ freuen. Auch der Rest des Abends entspricht höchsten K.I.Z.-Standards. Da wird aus Solidarität mit Paris Champagner getrunken, bei „Käfigbett“ kommt Maxim – einzig mit einer Windel bekleidet – aus einem Vagina-Nachbau geklettert, es regnet Falschgeld, Luftschlangen und es wird mit Feuer geschossen. Deichkind wären ganz sicher stolz auf das, was das Quartett da alles für seine „Hurra, die Welt geht unter“-Tour auf die Beine gestellt hat. Als Zugabe fordern die Fans am Ende dann immer wieder den Klassiker „Hurensohn“. Und sie sollen ihn auch kriegen; in einer von Pianoklängen begleiteten „We Are The World“-Version. K.I.Z. wissen eben, was sich in schwierigen Zeiten wie diesen gehört.

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Champagner, Rap und andere Geschmacklosigkeiten
K.I.Z., Deutsch-Raps Lieblings-Provokateure, machen mit ihrer Show immer mehr der Kloeterklikke aka Deichkind Konkurrenz.
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20151122 16:21:43